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Interview

Der Krienser FCB-Star Valentin Stocker: «Ich sprach mit Häberli oft über Gott und die Welt»

Valentin Stocker (29) ist in den letzten Wochen wieder in Form gekommen. Der Krienser spielt mit dem FC Basel morgen Samstag (19 Uhr) in Luzern – und freut sich aufs Wiedersehen mit FCL-Trainer Thomas Häberli
Daniel Wyrsch, Basel
Valentin Stocker (rechts) schiesst Basel in Sion in den Cup-Halbfinal. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (27. Februar 2019))

Valentin Stocker (rechts) schiesst Basel in Sion in den Cup-Halbfinal. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (27. Februar 2019))

Valentin Stocker (29) hat kürzlich nach längerer Durststrecke ein Ausrufezeichen gesetzt: Mit seinen beiden Toren in der Verlängerung gegen Sion schoss er den FC Basel in den Cup-Halbfinal. Zuvor war der Krienser in Basel lange in der Kritik gestanden, weil er seit der Rückkehr Anfang 2018 beim FCB nicht die erwartete Leaderrolle spielen konnte.

Seit den beiden Cup-Treffern gegen Sion sind Sie zurück im Schweizer Fussball. Haben Sie persönlich die gleiche Wahrnehmung?

Valentin Stocker: Für mich ist es komisch, ich schiesse zwei wichtige Tore – und auf einmal stehe ich wieder im Mittelpunkt. Ich habe das Gefühl, dass ich schon vorher gute Spiele gemacht habe, nur ging da der mediale Tenor in eine etwas andere Richtung.

Wie ist der FC Basel wieder in Schwung gekommen?

Wir waren als Mannschaft und Verein in einem Wandel. Dass wir Anlauf holen müssen, um nach Jahren des Erfolgs wieder nach vorne zu preschen, ist normal. Ohne Unterbruch immer nur Erster zu sein, das ist nicht möglich. Die Vergangenheit war ausserordentlich. Ich persönlich war gesegnet mit einer sehr erfolgreichen Zeit in Basel, obwohl ich dazwischen wegen eines Kreuzbandrisses ein Jahr aussetzen musste. Auch meine Zeit bei Hertha in Berlin schätze ich, ich bin dankbar, dass ich aus allen Erfahrungen lernen konnte.

Hinweis

Den LZ-Fussballtalk vor dem Spiel FCL gegen FCB können Sie am Ende des Interviews anschauen. (jwe)

In zwei Wochen werden Sie 30 Jahre alt. Wurmt es Sie, dass Sie nach dem Comeback in Basel dem Team nicht immer helfen konnten?

Ganz ehrlich: Für viele Dinge, die passiert sind, konnte ich nicht viel dafür. Wenn es läuft, dann läuft es – oder eben nicht. Ich kann mir nichts vorwerfen, habe mich immer voll reingehängt. Im Kraftraum habe ich x-mal mehr gemacht als früher. Es geht nur mit Arbeit. Zuletzt habe ich dafür die Bestätigung bekommen: Mit dem Ziel vor Augen wird man belohnt.

Trotzdem: Wie schwierig war der Neuanfang beim FCB?

Ich vergleiche es mit meiner ersten Zeit hier: Mit 18 hatte ich drei, vier Spieler vor mir; Scott Chipperfield, David Degen, Felipe Caicedo hiessen sie. Mich gegen sie durchzusetzen, war ungleich schwieriger. Die heutige Situation ist anders – heute erwartet man von mir eine Leaderrolle.

Zweifelten Sie nie an sich?

Ihr Journalisten setzt den Fussball zu sehr den Emotionen gleich. Ich bin kein anderer Mensch, wenn es sportlich besser oder mal weniger gut läuft. Ich arbeite mit einem Mentaltrainer. Mein Privatleben stimmt und ich bin seit Jahren happy.

Im Herbst gab es eine Aussprache zwischen der Mannschaft und Trainer Marcel Koller. Offenbar konnten die grössten Schwierigkeiten ausgeräumt werden.

Man muss Probleme intern ansprechen und ausdiskutieren, und sie nicht nach aussen tragen. Es ist gut gewesen, wie diese Sache angepackt wurde. Diese Aussprache brachte den Fokus auf die tägliche Arbeit zurück. Wichtig ist, dass wir unser Leistungsvermögen gegenüber dem Spiel in Bern (1:7-Kanterniederlage; Anm. der Red.) verbesserten.

Treten Sie unter diesen Vorzeichen am Samstag auch wieder gerne in Luzern an?

In Luzern zu spielen, ist für mich immer schön, bekanntlich lebe ich immer noch dort. Gegen Luzern hat es viele coole Spiele gegeben: Speziell gerne denke ich ans 5:4 im Ersatzstadion in Emmen zurück. Auch der letzte Match, in dem ich mich leider verletzte, war sehr ausgeglichen. Beide Fanlager erlebten in diesem Spiel ein Auf und Ab der Gefühle.(Basels 1:1-Ausgleich fiel in der Nachspielzeit; Anm. der Red.).

Ein anderer Luzerner, der wie Sie nie für den FCL gespielt hat, steht nun dort an der Seitenlinie. Sie haben beim FCB mit Thomas Häberli gearbeitet, wie haben Sie seinen erfolgreichen Start als Luzern-Trainer erlebt?

Es ist kein Geheimnis, Thomas Häberli und ich haben ein gutes Verhältnis. Wir haben oft über Gott und die Welt gesprochen oder über die Ernährung. Als langjähriger erfolgreicher YB-Stürmer konnte er mir auch einige wertvolle Tipps geben. Ich habe mich sehr gefreut, dass er mit Luzern die Young Boys im Cup besiegt hat. Unter Häberli bringt Luzern seine grosse Qualität wieder auf den Platz.

Pflegen Sie mit Thomas Häberli weiterhin Kontakt?

Im Hinblick aufs Spiel vom Samstag haben wir uns nicht ausgetauscht. Nach dem 4:0-Sieg gegen YB gratulierte ich ihm.

Auf den FCL könnten Sie auch im Cupfinal treffen.

Stimmt, das wäre möglich. 2012 war ich dabei, als wir gegen Luzern im Penaltyschiessen Cupsieger wurden. Doch denke ich noch nicht an den Final, mit Zürich haben wir zuerst einen schwierigen Gegner im Halbfinal. Klar ist der Cupsieg neben Platz 2 in der Meisterschaft noch unser grosses Saisonziel. Wir wollen Schritt für Schritt weitergehen, um nächste Saison wieder vorne zu sein.

Was nehmen Sie sich für den Rest der Karriere vor?

Spass zu haben und möglichst erfolgreich zu spielen. Ich habe die Erwartung an mich, dass ich bereit bin, wenn wieder diese Situationen kommen wie früher in der Finalissima gegen YB, bei Tottenham und gegen Guimarães.

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«Mit jungen Spielern wie Okafor ist Basel ein sehr gefährlicher Gegner» – der LZ-Fussball-Talk vor dem nächsten FCL-Heimspiel

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