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Kommentar

Der Tempofussball des FCL muss auch wirtschaftlich nachhaltig sein

Analyse zur Vorrunde des FC Luzern, die der Innerschweizer Super-League-Verein auf Platz 5 mit 25 Punkten aus 18 Partien abgeschlossen hat. René Weilers Mannschaft hat in den letzten vier, fünf Spielen Fahrt aufgenommen, die Handschrift des Trainers ist immer klarer zu erkennen. Weiler will den Konkurrenzkampf im Team erhöhen.
Daniel Wyrsch

Trainer René Weiler und Sportchef Remo Meyer zogen diese Woche entspannt Bilanz der Vorrunde. Die Verantwortlichen des FC Luzern durften zufrieden sein mit dem sportlichen Ertrag: 25 Punkte aus 18 Spielen ist eine ordentliche Ausbeute. Die Mannschaft steht auf Platz 5, in der ersten Tabellenhälfte, und hat gleich viele Zähler wie der viertplatzierte FC Zürich, der deutlich mehr Geld für sein Profiteam ausgibt.

Der FCL befindet sich in einer weit komfortableren Situation als vor Jahresfrist. Damals waren wegen der bevorstehenden WM bereits 19 Runden gespielt, Luzern hatte nur 20 Punkte gesammelt, drei Zähler mehr als Schlusslicht Sion. Die 34 Punkte aus 17 Spielen unter Gerardo Seoane in der Rückrunde waren ein Ausreisser nach oben, der dem FCL mit den Budgetkürzungen der letzten Jahre nicht so schnell wieder gelingen dürfte.

Am effizienten FC Thun orientieren

Obwohl die Verantwortlichen mit Nachdruck darauf hinweisen, dass sie mit immer weniger Mitteln erfolgreich sein müssen, gibt es ein anderes Beispiel aus der Super League, an dem sich der FCL zwangs­läufig orientieren muss: Der FC Thun, der seit Jahren um seine Existenz kämpft, mit Sportchef Andres Gerber und Trainer Marc Schneider jedoch wie schon unter Urs Fischer und Jeff Saibene meist das Optimum aus dem insgesamt bescheidenen Spielerkader herausholt.

In der Winterpause grüsst Thun von Platz 3. Mit 28 Zählern nur zwei Punkte hinter dem ehemaligen Serienmeister Basel und deren drei vor Luzern. Doch der FCL muss sich vor dem erneuten Überraschungsteam aus dem Berner Oberland nicht verstecken. In den letzten vier, fünf Partien vor den Weihnachtsferien zeigten die Innerschweizer spielerische Verbesserungen, boten phasenweise attraktiven Tempofussball; schnelles Umschaltspiel, direktes Vorwärtsspiel über die Flügel – und, wenn’s der Gegner zuliess, auch durch die Mitte.

Das Leistungsprinzip gilt

Die Handschrift von René Weiler ist immer klarer zu erkennen. Das sind gute Aussichten für das Frühjahr 2019 und die gesamte zweite Saisonhälfte. Weiler ist alles andere als ein Verwalter, er will die einzelnen Spieler und die Mannschaft weiterbringen. Die Intensität der Trainings ist permanent höher als in zahlreichen Jahren davor auf der Allmend mit Ausnahme der fünf Monate unter Seoane, als ebenfalls sehr zielgerichtet gearbeitet wurde.

Das Leistungsprinzip ist Weilers oberste Maxime. Dabei ist der Coach im persönlichen Umgang ein höflicher Mensch, kompromisslos geht er aber seinen Weg bei sportlichen Entscheiden. Spieler wie die feinen, aber möglicherweise weniger handlungsschnellen Techniker Francisco Rodriguez und Valeriane Gvilia (erst 2018 verpflichtet) haben Weilers Philosophie in Form von wenig Spielzeit zu spüren bekommen. Andere Profis wie Blessing Eleke, Ruben Vargas und zuletzt Shkelqim Demhasaj kommen immer besser zu Entfaltung.

YB auf dem Weg zum Cup-Titel ausschalten

Fakt ist: René Weiler will mit seinem Team weiterkommen, den Konkurrenzkampf wenn möglich durch weitere Zuzüge noch akzentuierter anheizen. Das ist richtig so, nur so kommt die Mannschaft weiter. Erfolge sind auch für den mittelgrossen FCL möglich. Zum Beispiel ein seit 1992 ersehnter Cup-Titel – dafür braucht es zuerst am 6. März im Viertelfinal zu Hause einen Effort gegen Seoanes YB.

Bei allem Vorwärtsstreben darf die FCL-Führung dennoch das Gesamtunternehmen nicht aus den Augen verlieren. Fussballfans lieben Tempofussball, doch muss er nachhaltig sein. Das Geschäft ist bekanntlich volatil, nicht immer bescheren Transfer­erlöse (Omlin, Seoane) schwarze Zahlen. Massvoll und richtig soll investiert werden, damit der FCL auch noch in fünf Jahren mit einem kompetitiven Team in der Super League spielt.

Die Noten der FCL-Spieler zur Saisonhälfte:

David Zibung, Note 4
Der langjährige Stammgoalie ist nach über anderthalben Jahren ins FCL-Tor zurückgekehrt. Dabei hat der Hergiswiler gezeigt, dass die Verantwortlichen nach wie vor auf ihn zählen können. Bald 35-jährig, ist er immer noch sehr ehrgeizig und trainingsfleissig.
Spiele 12 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 1 | Rote Karten 0
(Bild: Urs Flüeler/Keystone)
Mirko Salvi, Note 4
Der GC-Leihprofi übernahm das schwere Erbe von Omlin, der zu Basel wechselte. In den ersten neun Ligapartien spielte Salvi, ohne restlos zu überzeugen. Dann erlitt er im Training einen Innenbandriss, nachdem Weiler gegen YB (3:2-Sieg) auf Zibung gesetzt hatte.
Spiele 9 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 1 | Rote Karten 0
(Bild: Jakob Ineichen (12. August 2018))
Otar Kakabadze, Note 3
Im Cupspiel gegen Servette gab der georgische Internationale seinen Einstand. Mit einer Torvorlage fügte er sich erfolgreich ein. Danach folgten in der Meisterschaft allerdings Auftritte, in denen der Rechtsverteidiger zu fehlerhaft agierte. Gegenwärtig ist er verletzt.
Spiele 8 | Tore 0 | Assists 1 | Gelbe Karten 2 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Lazar Cirkovic, Note 4
Ein Bänderriss am Sprunggelenk hatte ihn seit Anfang April zu einer Wettkampfpause gezwungen. Sieben Monate später gab er sein Comeback, Schritt um Schritt tastet er sich zurück zur alten Leistungsstärke. Die Vorbereitung im Januar wird ihm ebenfalls guttun.
Spiele 7 | Tore 1 | Assists 0 | Gelbe Karten 0 | Rote Karten 0
(Bild: Walter Bieri/Keystone)
Stefan Knezevic, Note 5
Er ist der Pechvogel der Vorrunde! Zuerst fiel er Anfang Saison wegen einesKnochenödems aus, dann erlitt er Ende November wegen Basels Van Wolfswinkel einen Kreuzbandriss. Dazwischen war er der zuverlässigste FCL-Verteidiger – mit Skorerqualitäten.
Spiele 9 | Tore 2 | Assists 1 | Gelbe Karten 1 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Lucas Alves, Note 4,5
Zu Beginn der Saison hatte kaum einer damit gerechnet, dass der lange und massige Brasilianer sich einen Stammplatz ergattert. Schliesslich stand er zwölfmal in der Startaufstellung, spielte bei allen acht Siegen durch, zeigte dabei zumeist solide Leistungen.
Spiele 15 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 1 | Rote Karten 0
(Bild: Urs Flüeler/Keystone)
Simon Grether, Note 4,5
Der bissige, zuverlässige und vielseitig einsetzbare Profi, der auf beiden Abwehrseiten und im defensiven Mittelfeld spielen kann, hat auch den neuen Coach René Weiler überzeugt. Gestern ist der Vertrag des Baslers vorzeitig um ein Jahr bis 2020 verlängert worden.
Spiele 18 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 2 | Rote Karten 0
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Yannick Schmid, Note 4
Der Kriens-Obernauer ist nur in den ersten vier Spielen in der Startelf gestanden. Ungünstig für ihn, dass es dabei drei Niederlagen absetzte. Danach kehrten Innenverteidiger zurück, die verletzt gewesen waren. Obwohl Schmid nicht abfällt, sind seine Karten eher schlecht.
Spiele 8 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 1 | Rote Karten 0
(Bild: Boris Bürgisser)
Christian Schwegler, Note 4,5
Selbst im 35. Altersjahr ist der Ettiswiler noch immer ein Aktivposten auf Super-League-Niveau, solange er fit ist. Seit Anfang Oktober hat der Aggressivleader bis auf zwei Ausnahmen durchgespielt; Sperren stoppten ihn zwischenzeitlich, physisch aber läuft es gut.
Spiele 14 | Tore 0 | Assists 3 | Gelbe Karten 4 | Rote Karten 1
(Bild: Philipp Schmidli)
Silvan Sidler, Note 4
Zu Beginn und am Ende der Vorrunde ist der Aussenverteidiger zum Einsatz gekommen. Dazwischen spielte er im U21-Nationalteam unter Lustrinelli. Diese Partien haben ihm offenbar Selbstvertrauen gegeben, zuletzt gegen GC und St. Gallen agierte er viel frecher.
Spiele 9 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 2 | Rote Karten 0
(Bild: Urs Flüeler/Keystone)
Olivier Custodio, Note 3
Vom Ex-Lausanne-Captain hatte man in der Innerschweiz mehr erwartet. Zum Start seiner zweiten Saison sah es danach aus, dass Weiler auf den Romand setzt. In den letzten fünf Partien, in denen der FCL zehn Punkte holte, kam Custodio lediglich zu drei Teileinsätzen.
Spiele 13 | Tore 0 | Assists 0 | Gelbe Karten 1 | Rote Karten 0
(Bild: Alexandra Wey/Keystone)
Pascal Schürpf, Note 5
Nach einer überragenden letzten Rückrunde hat der Stadtbasler eine gute erste Saisonhälfte gespielt. Mit sechs Toren und fünf Assists ist er der Topskorer des Teams. Selbst wenn es Schürpf einmal nicht optimal läuft, hilft er der Mannschaft immer noch als Kämpfer.
Spiele 20 | Tore 6 | Assists 6 | Gelbe Karten 2 | Rote Karten 0
(Bild: Pius Amrein)
Marvin Schulz, Note 4,5
Sieben Partien bestritt er als Innenverteidiger, ehe er ab der 10. Runde auswärts gegen YB (3:2-Sieg) den Part im defensiven Mittelfeld übernommen hat. Dort bringt er dem Team mehr, spielt deutlich konstanter als in der Abwehr, wo ihm oft Fehler unterliefen.
Spiele 18 | Tore 2 | Assists 0 | Gelbe Karten 6 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Christian Schneuwly, Note 5
Seit der Freiburger vor bald drei Jahren zum FCL gekommen ist, zählt er zu den wertvollsten Akteuren auf und neben dem Platz. Weiler hat das erkannt, er setzte den Captain zuletzt im offensiven Zentrum ein. Dieser zahlte das Vertrauen mit Skorerpunkten zurück.
Spiele 20 | Tore 3 | Assists 8 | Gelbe Karten 5 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Ruben Vargas, Note 5
Der 20-jährige Aussenangreifer zählt aktuell zu den begehrtesten Spielern der Liga. Nachdem er in seiner letztjährigen Debütsaison bloss einmal traf, ist beim Adligenswiler in den letzten fünf Spielen der Knoten geplatzt: Der formstarke Angreifer erzielte vier Treffer.
Spiele 18 | Tore 5 | Assists 5 | Gelbe Karten 4 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Filip Ugrinic, Note 4
Obwohl der Stadtluzerner nach mehreren Pfostenschüssen endlich das erste Ligator markierte, blieben weitere Erfolge des Talents in der Vorrunde aus. Nach der Genesung von einer Verletzung wartet ab 2. Januar die nächste Chance in der Vorbereitung.
Spiele 14 | Tore 1 | Assists 1 | Gelbe Karten 2 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Idriz Voca, Note 4,5
Für den frischgebackenen kosovarischen Nationalspieler lief es in dieser Hinrunde ähnlich weiter wie in der letzten Rückrunde; er kam fast immer zum Einsatz. Dabei gelang ihm unter anderem das erste Ligator. Für den Stansstader sprechen die konstanten Leistungen.
Spiele 17 | Tore 1 | Assists 1 | Gelbe Karten 5 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Valeriane Gvilia, Note 3
Gemeinsam mit Francisco Rodriguez (nur 2 Ligaspiele) und dem oft verletzten Tomi Juric (6 Ligaspiele) hat der georgische Internationale unter Weiler einen gewaltigen Absturz der eigenen Aktie erlebt. Offenbar passt Gvilia nicht zum schnellen Fussball des Trainers.
Spiele 13 | Tore 2 | Assists 0 | Gelbe Karte 0 | Rote Karte 0
(Bild: Philipp Schmidli)
Blessing Eleke, Note 5
Nicht allen gefällt der brachiale Stil des wuchtigen Mittelstürmers aus Nigeria, aber seine Bilanz lässt sich nach der ersten Saisonhälfte sehen: Mit sieben Toren ist er der beste Schütze des Teams. Statt drei Assists könnte er klar mehr haben – vor dem Tor ist er eigensinnig.
Spiele 19 | Tore 11 | Assists 3 | Gelbe Karten 3 | Rote Karten 0
(Bild: Pius Amrein)
Shkelqim Demhasaj, Note 4,5
Lange sah es nach einer sehr schwierigen Saison aus für den Schaffhauser, der seit einem Monat Kosovo-Internationaler ist. Demhasaj steckte nicht auf, nutzte in den letzten vier Spielen seine Chance. Er zeigte, dass er weiss, wie Weilers Vorwärtsfussball geht.
Spiele 16 | Tore 5 | Assists 6 | Gelbe Karten 3 | Rote Karten 0
(Bild: Philipp Schmidli)
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Die Noten der FCL-Spieler zur Saisonhälfte

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