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Der Rasen für den FCL kommt schneller als erwartet: Sponsoren greifen dem Super-League-Verein unter die Arme

Der FC Luzern ersetzt das ramponierte Spielfeld früher als geplant. Anfang Oktober ist es schon so weit. Dies nicht zuletzt wegen des Länderspiels Schweiz – Belgien.
Daniel Wyrsch
Rasensponsor Daniele Obino (rechts) mit FCL-Präsident Philipp Studhalter. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 18. September 2018))

Rasensponsor Daniele Obino (rechts) mit FCL-Präsident Philipp Studhalter. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 18. September 2018))

Ein Fan des FC Luzern witzelte umgehend. Nachdem unsere Zeitung auf dem Onlineportal gemeldet hatte, dass der neue Rasen in der Swisspor-Arena von Sponsoren bezahlt wird, schrieb der FCL-Anhänger eine mögliche Durchsage für den Speaker ins Fanforum: «Wir begrüssen unsere Mannschaft beim Betreten des Platzes, das Spielfeld wurde gesponsert von ...»

Präsident und Interims-CEO Philipp Studhalter hat mit Daniele Obino einen neuen Partner für den FC Luzern gewonnen. Er ist der Inhaber des Focus Hotels in Sursee, das Anfang 2019 eröffnet wird, und der S+P Architekten in Sursee. Die beiden Firmen übernehmen für den Super-League-Verein zwei Drittel der Kosten für die neue Unterlage. Mit einem weiteren Partner ist Studhalter im Gespräch. Die drei Sponsoren investieren total rund 300000 Franken in die neue Unterlage.

Differenzierte Sichtweisen zum Zustand des Platzes

«Aufgrund von Medienberichten ist Daniele Obino auf uns zugekommen», erzählt Studhalter. Der neue Geldgeber Obino sagt: «Wir wollen, dass der FCL mit dem neuen Rasen wieder eine saubere Visitenkarte abgibt.» Aus der Optik von Studhalter ist nicht die Qualität des aktuellen Platzes das Problem gewesen, sondern die vielen verschiedenen Grünschattierungen durch die unterschiedlichen Rasensamen, die sich in sieben Jahren darauf abgelagert haben. «Der Rasen sieht optisch schlecht aus. Gemäss den technischen Richtlinien des SFV und der Swiss Football League hätte er aber immer noch genügt», betont das SFL-Komiteemitglied Studhalter.

Anders hatten die Spielunterlage in der Swisspor-Arena diverse Protagonisten der Gastteams YB und GC in der ersten Saisonphase bewertet. Sie beschwerten sich im Nachgang der Partien massiv über einen mit Löchern durchsetzten, holprigen Rasen. FCL-Coach René Weiler musste gegenüber seinen sich kritisch äussernden Amtskollegen Thorsten Fink (GC) und Gerardo Seoane (YB) bestätigen, dass der Platz keinen Kombinationsfussball im üblichen Rahmen zulasse. Der GC-Österreicher Raphael Holzhauser sprach gar von «katastrophalen Bedingungen. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie auf so einem schlechten Rasen Fussball gespielt.»

Hohn und Spott prasselte auf den FCL ein. Einige Zeitungen bezeichneten das Spielfeld der Innerschweizer als Acker oder eine Kuhweide. Der Klub stand unter immer grösserem öffentlichem Druck. Nicht zuletzt wegen des Nations-League-Heimspiels der Schweizer Nationalmannschaft vom 18. November gegen Belgien wurde ein neues Spielfeld nötiger denn je. Hintergrund: Der Schweizerische Fussballverband (SFV) verlangt, dass der FC Luzern als Stadionbetreiber eine wettkampftaugliche Unterlage zur Verfügung stellt.

Tadellose Bedingungen für Hazard, Lukaku und Co.

Mit Belgien kommt niemand Geringerer als der WM-Dritte mit internationalen Topstars wie Eden Hazard (Chelsea) oder Romelu Lukaku (Manchester United) in die Innerschweiz. Und auch die Schweiz, immerhin Achtelfinalist in Russland, hat den Anspruch auf einen Heimauftritt mit einwandfreien Bedingungen.

Der Verband hat mit jedem Stadionbetreiber, bei dem die Nationalmannschaft einen Match austrägt, einen Vertrag. Darin steht sinngemäss folgender Passus: «Der Rasen muss in einwandfreiem Zustand sein.» Das ist er gegenwärtig in der Swisspor-Arena sicher nicht. SFV-Kommunikationschef Marco von Ah sagt, der Verband habe vollstes Vertrauen in den FC Luzern und die Stadionbetreiber betreffend des Mietvertrags – inklusive Passus Spielfeldqualität.

FCL-Präsident Philipp Studhalter hat auch wegen des Länderspiels entschieden, dass eine neue Unterlage hermuss. Ursprünglich hatte Studhalter bereits im Sommer einen neuen Rasen für die Swisspor-Arena auf seinem Wunschzettel gehabt. Doch weil der FCL Anfang März, als die Bestellung beim Lieferanten für die Sommermonate hätte erfolgen müssen, den Ligaerhalt noch nicht gesichert hatte, liess er es sein. Ein allfälliger Abstieg plus die hohen Ausgaben im sechsstelligen Bereich für das frische Grün wären zu viel gewesen für die sonst schon klammen Innerschweizer.

Eigentlich wollte der FCL bis zum Ende der laufenden Saison warten, um dann das Spielfeld zu ersetzen. In der nächsten Sommerpause müssten sowieso Sanierungsarbeiten ausgeführt werden, da sich der Untergrund abgesenkt hat. Doch weil in diesem Fall dann schon wieder ein neuer Rasen nötig sein würde, steht derzeit im Raum, ob die Sanierung möglicherweise um ein Jahr auf Mitte 2020 verschoben wird.

Der kurzfristige Plan sieht vor, dass der jetzige Rasen nach dem nächsten FCL-Heimspiel am 30. September gegen Sion ersetzt wird. Danach spielen die Innerschweizer am 6. Oktober auswärts in Bern gegen Meister YB. Während der anschliessenden Länderspielpause kann das Gras auf der Allmend weiterwachsen, und am 20. Oktober sollte das neue Grün für die Heimpartie Luzern – Thun bereit sein.

Imageschaden für Luzern verhindert

Holzhauser hatte geschimpft. Was wäre erst los gewesen, wenn Hazard, Lukaku oder Belgiens Nationalgoalie Thibaut Courtois (Real Madrid) vor internationalen Medien ähnlich vernichtende Kritik zu den Luzerner Platzverhältnissen geübt hätten? Das ist nun zum Glück für Luzern nicht mehr der Fall. Dank grosszügigen Sponsoren aus der Region.

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