Doubai: «Ich will mithelfen, Luzern weiterzubringen»

Das Porträt von Thierry Doubai, neuer defensiver Mittelfeldspieler des FC Luzern.

Daniel Wyrsch
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Thierry Doubai, hier mit Frau Aicha und Tochter Ashley am Strand der Ufschötti, schwärmt von der Stadt Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Thierry Doubai, hier mit Frau Aicha und Tochter Ashley am Strand der Ufschötti, schwärmt von der Stadt Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Porträt Thierry Doubai erscheint zum Interviewtermin mit seiner Familie. An seiner Seite sind Ehefrau Aicha und die zweijährige Tochter Ashley. Der neue defensive Mittelfeldspieler aus der Elfenbeinküste betont, wie wichtig ihm die Unterstützung seiner Liebsten ist: «Die beiden machen mir immer Mut.»

Zusammen spazieren sie zu unserem Fototermin bei der Ufschötti in Luzern. «Das ist eine schöne, touristische Stadt am See, weltbekannt, und es macht Freude, an einem solchen Ort sein zu dürfen», schwärmt der 26-Jährige. Seine letzte Station Sochaux könne da nicht mithalten. Der Klub aus der Stadt Montbéliard in der Nähe von Basel sei nicht vergleichbar mit Luzern. «Montbéliard ist klein, eine Stadt des Autobaus.» Peugeots werden dort hergestellt. Für Audi-Fahrer Doubai war die Zeit in Frankreich unschön zu Ende gegangen.

Rückschläge in Udine und Sochaux

Er kam letzte Saison bei Absteiger Sochaux nur zu 15 Einsätzen in der Ligue 1. Sein zweiter Kreuzbandriss, den er im Vorjahr erlitten hatte, «hat meinen Spielrhythmus gebrochen». Eine schwierige Erfahrung sei es gewesen. Wie schon im Juli 2011, als er für eine Transfersumme von 2 Millionen Franken von Udinese gekauft worden war. In Udine, der Hauptstadt des Friauls, kam seine Karriere nicht voran. Er konnte sich nicht schnell genug an das höhere Niveau der Serie A anpassen. Trotz eines Fünfjahresvertrages wurde er nach einer Saison bereits nach Sochaux ausgeliehen und schliesslich verkauft. Nach dem Abstieg war Doubai ablösefrei zu haben – und FCL-Sportdirektor Alex Frei packte die Chance beim Schopf.

Tolle Zeit mit Doumbia bei YB

Doubai weiss, dass er hier seine Karriere neu lancieren kann. Er hat ein gutes Gefühl. Denn die Erinnerungen an die Schweiz, wo seiner Meinung nach «mit viel Intelligenz Fussball gespielt wird», sind bestens. «Ich habe viele schöne Erlebnisse in Bern gehabt, konnte dort viel profitieren, lancierte meine Karriere», schwärmt Doubai von seiner Zeit bei den Young Boys (2007 bis 2011). Damals gehörten mehrere Spieler aus der Elfenbeinküste dem Klub aus der Bundeshauptstadt an. Der bekannteste war Seydou Doumbia (27). Der schnelle Stürmer wurde 2009 und 2010 mit 20 und 30 Treffern Torschützenkönig. Obwohl Doumbia seit vier Jahren für ZSKA Moskau stürmt, ist Doubais enger Kontakt zum Landsmann nicht abgerissen. «Wir telefonieren regelmässig miteinander, treffen uns immer in den Ferien.»

Doch fussballerisch hat für Doubai längst eine andere Ära angefangen – eine ohne den erfolgreichen Torjäger. Nun gilt es, beim FCL die dringend benötigte Spielpraxis zu erhalten, Fuss zu fassen. «Um in den Rhythmus zu kommen, benötige ich regelmässig Partien», gibt er zu. Da passt es gut, dass gleich zu Beginn der Saison zwei Wochen mit vier Spielen kommen, weil die Zentralschweizer die Qualifikation zur Europa League bestreiten. Doubai freut sich auf das Hinspiel von morgen (19.30 Uhr, Swissporarena) gegen die Schotten des St. Johnstone FC. «Wir müssen im Vergleich zu den Testspielen ein höheres Tempo anschlagen», weiss der Ivorer. «Gelingt uns dies, stehen die Chancen gut, weiterzukommen.» Sein Ziel ist es, die Gruppenphase zu erreichen. «Aber das Wichtigste ist, dass wir eine gute Meisterschaft spielen, Luzern wieder auf einem europäischen Platz steht.» Mit dem Verein aus dem Herzen der Schweiz soll es aufwärts gehen. «Ich will mithelfen, Luzern weiterzubringen.» Es sind nicht einfach dahergesagte Worte. Der athletische, 1,79 Meter grosse Profi strahlt Seriosität aus. Er nimmt seinen Beruf ernst. Das ist auch im Training feststellbar.

Über sein neues Team sagt er: «Die Gruppe arbeitet gut, es herrscht eine positive Ambiance. Wir sind alle glücklich, für diesen Verein spielen zu dürfen.» Der FCL habe gute Spieler. «Ich hoffe auf eine erfolgreiche Saison.»

Obwohl Doubai die zahlreich Französisch sprechenden Mitspieler die Integration erleichtern würden, sagt er: «Ich muss so schnell wie möglich Deutsch lernen. Der Trainer und alle im Klub sprechen Deutsch.» Verstehen würde er die Sprache aus der Zeit bei YB gut, aber das Reden sei für ihn diffizil. Nicht zuletzt weil sein gesamtes Umfeld Französisch spricht. Nach jedem Training telefoniert er mit seinem Bruder Pascal (22). Dieser lebt in Bern, versucht sich von einer schweren Verletzung zu erholen. Er gehört trotz Vertrag bis Juni 2017 nicht mehr der ersten Mannschaft von YB an.

Doubai und seine Familie zügeln bald vom Hotel in eine Wohnung im Kanton Nidwalden. «Dort ist es ruhig, das gefällt uns.» Er freut sich sehr auf das neue Zuhause.

Hinweis

Alle Porträts der neuen FCL-Spieler können im Internet unter www.luzernerzeitung.ch/serien nachgelesen werden. Bisher erschienen sind die Porträts von Marco Schneuwly, Jakob Jantscher, Claudio Holenstein, Ridge Mobulu, Kaja Rogulj und Jonas Omlin. Mit diesem Beitrag endet die Serie.