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Ein fast unschlagbarer Coach - Ex-FCL-Trainer Seoane kommt mit YB zum Cupfight nach Luzern

YB-Trainer Gerardo Seoane tritt heute Mittwoch (18 Uhr, SRF 2, Liveticker auf Luzernerzeitung.ch) mit dem Tabellenleader zum Cup-Viertelfinal beim FC Luzern an. Dabei kommt es zum Duell mit Luzerns Coach Thomas Häberli. Seoane spricht von einer sehr schwierigen Aufgabe.
Daniel Wyrsch
Der Luzerner Gerardo Seoane könnte mit den Young Boys in dieser Saison das Double feiern. (Gian Ehrenzeller/Keystone (Basel, 2. Dezember 2018))

Der Luzerner Gerardo Seoane könnte mit den Young Boys in dieser Saison das Double feiern. (Gian Ehrenzeller/Keystone (Basel, 2. Dezember 2018))

Gerardo Seoane (40) kehrt heute für den Cup-Viertelfinal mit YB nach Luzern zurück. Am närrischen Treiben nahm der Fasnachtsfan heuer nicht teil. «Der Besuch der Fasnacht war in diesem Jahr kein Thema», sagt er. Dafür ist Seoane in seinem Job kaum zu stoppen, seit er im Januar 2018 erstmals Cheftrainer einer Profimannschaft geworden ist.

Beim FC Luzern ist der gebürtige Rothenburger eher zufällig vom langjährigen Nachwuchstrainer in diesen Status aufgestiegen, weil zu diesem Zeitpunkt René Weiler (45) und andere Kandidaten nicht die Nachfolge des entlassenen Markus Babbel antreten wollten. Bekanntlich folgte Weiler erst im Juni auf Seoane. Nach 12 Niederlagen in 21 Meisterschaftsspielen war für den Zürcher Weiler beim FCL vor 17 Tagen bereits Schluss. Der Dreijahresvertrag für Anderlechts Meistertrainer war ein Fehler, musste Sportchef Remo Meyer zugeben.

Seoane hätte dagegen mit einem fortlaufenden Einjahreskontrakt in Luzern zufrieden sein müssen – mit weniger als der Hälfte des fürstlichen Gehalts von Weiler. Dabei hatte der Ex-U21-­Coach mit dem von Babbel an vorletzter Position übernommenen Team einen Punkteschnitt-Spitzenwert von 2,0 erreicht, in 17 Ligapartien lediglich drei Spiele verloren (und 10 Siege gefeiert).

Sieg in der Königsklasse über Juve mit Ronaldo als Höhepunkt

In Bern beim damals frischgekürten Meister hat Seoane ab Juni am Ruf weitergearbeitet, ein fast unschlagbarer Coach zu sein. In 34 Pflichtspielen kassierte YB unter dem Luzerner nur 5 Niederlagen (und hat 25 Siege errungen). Davon haben die Young Boys 4 Partien in einer stark besetzten Champions-League-Gruppe gegen Manchester United (2), Valencia und Juventus Turin ver­loren – wobei ihnen zum Abschluss im ­Dezember nach einem Unentschieden gegen Valencia auch noch der einzige Sieg ausgerechnet gegen Juventus Turin (2:1) mit Cristiano Ronaldo gelang.

Der sprachgewandte, weltmännisch auftretende «Mister» Gerardo Seoane schaffte innerhalb von weniger als einem Jahr den Sprung von der 1. Liga (FCL U21) in die europäische Königsklasse. Doch die fünfte Niederlage mit YB, gegen wen bitteschön haben Seoanes Schützlinge diesen Match verloren? Es war ausgerechnet Luzern. Anfang Oktober schaffte der FCL im Stade de Suisse kurz vor Schluss die Wende vom 1:2 zum 3:2-Überraschungssieg. Notabene der einzige Coup unter Weiler und die bisher einzige nationale Niederlage für Seoane mit den Bernern. 13 Runden vor Schluss führt er mit YB die Tabelle der Super League mit dem Riesenvorsprung von 19 Punkten auf den zweitplatzierten FC Basel (62:43) im Normalfall uneinholbar an.

Trotz dieser erdrückenden Überlegenheit – hat der FCL-Vollerfolg in Bern zur Folge, dass YBs Respekt vor den Luzernern im Cup relativ gross ist? Seoane antwortet: «Wir haben vor allen Gegnern grossen Respekt und wollen jedes Spiel bestmöglich vorbereiten und dann mit grösster Konzentration angehen.»

Umgekehrt ist ebenso die schwache Heimbilanz des FCL (11 Spiele, 10 Punkte) sowie der Berner 3:2-Sieg im August in Luzern kein Thema für den YB-Trainer, den Gegner zu unterschätzen und in Luzern einen vermeintlichen Auswärts-vorteil zu erwarten. «Die Aufgabe des Teams ist es, sich auf alle Begebenheiten einzustellen.» Der Viertelfinal sei für ihn und die Mannschaft eine «grosse Herausforderung, der wir uns gerne stellen».

YB hat die Chance, nach 61 Jahren erstmals das Double zu schaffen. Seoane in seiner bekannten kühlen Manier: «Das Double ist für mich im Moment kein Thema. Wir nehmen Spiel für Spiel, damit sind wir bisher gut gefahren.» Luzern sei im Cup eine «sehr schwierige Aufgabe». Unterschätzen tönt anders.

Seoane traut Häberli mit dem FC Luzern einiges zu

Brisanter ist das Duell der Trainer aus derselben Generation: Thomas Häberli (44), der neue Mann an der Seitenlinie in Luzern, gegen den vier Jahre jüngeren Seoane. Der Ballwiler Häberli hat im Vorfeld schon mal klargestellt, dass er nicht wie Seoane fast ausschliesslich im Nachwuchs tätig war, bevor er jetzt die erste Chance als Profitrainer bekommen hat. Für Seoane, seit Jahren mit Hauptwohnsitz in Hergiswil, ist das kein Thema, wie erwähnt hat er sich schnell in der Beletage des Schweizer Fussballs etabliert. Dass Häberli mit Luzern eine ähnlich tolle Rolle spielen könnte, wie er sie im Vorjahr innehatte, «traue ich ihm zu. Mit vier Punkten aus den beiden Spielen in Zürich ist der Start gut gelungen. Luzern hat sicher Selbstvertrauen gewonnen.» Seoane freut sich für Häberli, dass dieser die Chance erhalten hat, sich als Cheftrainer zu beweisen.

Positiv auf die Qualität des Cupspiels auswirken könnten sich die folgenden personellen News: Bei YB dürften Guillaume Hoarau und Sandro Lauper, beim FCL Marvin Schulz wieder einsatzfähig sein. Für YB-Freistossspezialist Miralem Sulejmani (Sehnenverletzung) dagegen ist die Saison vorzeitig zu Ende.

«Einwurf »– der LZ-Fussballtalk vor dem Cup-Viertelfinal gegen YB:

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