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Dem FC Luzern gelingt der Befreiungsschlag zu Hause

Die Retro-Tenüs der Meistermannschaft von 1989 bringen dem FC Luzern Glück: Nur vier Tage nach dem bitteren Aus im Cup-Halbfinal gegen den FC Thun bezwingen die aufsässigen Innerschweizer den gleichen Gegner im eigenen Stadion mit 3:1.
Daniel Wyrsch
Luzerner Jubel im Retro-Look: Pascal Schürpf nimmt Marvin Schulz huckepack. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Luzern, 27. April 2019)

Luzerner Jubel im Retro-Look: Pascal Schürpf nimmt Marvin Schulz huckepack. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Luzern, 27. April 2019)

Der eingewechselte Idriz Voca passte steil auf Blessing Eleke, der nigerianische Mittelstürmer setzte sich gegen einen Thuner Verteidiger durch und traf in der 88. Minute unhaltbar in die hintere Torecke zum 3:1 für den FC Luzern. An der Seitenlinie reckte Thomas Häberli (45) beide Fäuste in den regnerischen Nachthimmel, der Trainer wusste: Das war die erlösende Entscheidung für seine Mannschaft. Im 16. Heimspiel endlich der fünfte Sieg. Der FCL kann doch noch in der Swisspor-Arena gewinnen.

Vielleicht 20 Meter Luftlinie entfernt schrie auf der Medientribüne Sportchef Remo Meyer seine Erleichterung aus sich heraus. Der sonst immer sehr zurückhaltend und kontrolliert auftretende 38-Jährige zeigte abseits der Kameras ungeahnte Emotionen.

Die beiden Gefühlsexplosionen von Coach Häberli und Sportchef Meyer zeigen, wie wichtig diese mit 3:1-Toren gewonnene Begegnung gegen Thun ist. Nur vier Tage nach der bitteren 0:1-Niederlage im Cup-Halbfinal gegen den gleichen Gegner an gleicher Stätte ist die Revanche gelungen. Doch nicht nur das: «Wir wollen weg vom Barrage-Platz, das ist uns mit diesem Sieg über Thun gelungen», zog 2:0-Torschütze Pascal Schürpf nach dem Match ein positives Fazit. Der Basler war froh, dass die Luzerner vor eigenem Anhang endlich wieder getroffen haben. «Zuletzt war uns ein Penaltytor gegen YB gelungen, sonst kein einziger Treffer mehr», stellte Schürpf fest. Tatsächlich hatte der FCL nach dem 1:3 gegen YB in den letzten beiden Heimpartien gegen Neuchâtel Xamax (0:1) und wie erwähnt im Cup gegen Thun nicht getroffen. Dazu kommt die miserable Heimbilanz mit elf Niederlagen in der Swisspor-Arena in nunmehr 18 Pflichtspielen in dieser Saison.

Allerdings haben die Innerschweizer mit dem Vollerfolg über Thun mit den drittplatzierten Berner Oberländern punktemässig gleichgezogen, zusammen mit je 40 Zählern stehen Thun und Luzern hinter dem bereits länger feststehenden Meister YB und dem klaren Zweiten Basel in der Tabelle. Heute könnten Lugano (gegen YB) und Sion (gegen Zürich) mit Siegen ebenfalls auf 40 Punkte kommen. Diese Situation zeigt einmal mehr, wie aussergewöhnlich klein die Differenz zwischen Platz 3 und 9 (Xamax und der Barrage-Platz) ist – nämlich nur sieben Zähler!

Eigentor von Cup-Torschütze Gelmi spielt Luzern in die Karten

Doch zurück zum Direktduell zwischen Luzern und Thun. Die Luzerner waren bereits in der 3. Minute 1:0 in Führung gegangen. Nach einem Einwurf von Christian Schwegler hatte Roy Gelmi als Bewacher von Eleke die Übersicht verloren, der Ball prallte von seiner Schulter ins eigene Tor. «Dieses glückliche erste Tor hat uns natürlich geholfen», stellte FCL-Coach Häberli hernach fest. Die in den Retro-Tenüs der Meistermannschaft von 1989 angetretenen Luzerner schienen überhaupt beflügelt zu sein von den «Siehe LNN»-Shirts, die vor 30 Jahren beim grössten Erfolg der Klubgeschichte Legenden wie Wehrli, Mohr, Gretarsson und Nadig getragen hatten. Die aufsässigen Zentralschweizer wurden für ihr grosses Engagement in der 34. Minute mit dem 2:0 durch einen schönen Drehschuss von Schürpf belohnt. Der Linksaussen hatte nach einer von der Thuner Abwehr nicht vollends geklärten Angriffsaktion von Eleke richtig reagiert: Schürpf setzte sich mit einem Haken durch und traf genau in die Torecke.

Kurz vor der Pause versuchte Eigentorschütze Gelmi seinen Fehler gutzumachen. Doch FCL-Goalie David Zibung konnte den Ball nach Gelmis Direktabnahme behändigen. Noch am vergangenen Dienstag musste sich Zibung von Gelmi bezwingen lassen. Am Samstag war der eingewechselte Marvin Spielmann (50.) für das einzige Thuner Tor zum 1:2 verantwortlich. Der Ball war aber über die Grundlinie gegangen, bevor Grégory Karlen mit dem Rückpass Spielmann bediente hatte. Bei immer stärker aufkommenden Sturmböen und Regenfällen «hätte alles passieren können», stellte Coach Häberli zu Recht fest. «Schliesslich bin ich aber froh gewesen um das 3:1 durch Eleke, das Tor hätte aus meiner Sicht früher kommen können.»

Blessing Eleke jubelt nach dem Tor zum 3:1 (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, Luzern, 27. April 2019)

Blessing Eleke jubelt nach dem Tor zum 3:1 (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, Luzern, 27. April 2019)


Super League

Luzern – Thun 3:1 (2:0) 8064 Zuschauer. – SR Tschudi. Tore: 3. Gelmi (Eigentor) 1:0. 34. Schürpf 2:0. 50. Spielmann (Karlen) 2:1. 88. Eleke (Voca) 3:1. Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Sidler; Vargas (91. Kakabadse), Custodio, Ndenge, Schulz, Schürpf (79. Voca); Eleke, Demhasaj (59. Schneuwly). Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter, Kablan; Bigler (46. Spielmann), Stillhart (33. Fatkic), Gelmi, Schwizer (46. Tosetti); Sorgic, Karlen. Bemerkungen: Luzern ohne Knezevic, Juric und Schmid (alle verletzt). Thun ohne Hediger, Joss und Ruberto (alle verletzt). Stillhart verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 51. Zibung (Reklamieren), 53. Gelmi (Foul), 70. Rodrigues (Foul), 86. Lustenberger (auf der Bank/Reklamieren).

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