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Energielos zum Punktgewinn: FC Luzern spielt 1:1 bei Häberli-Premiere

Bei der Premiere von Thomas Häberli als Trainer des FC Luzern gibt es beim FC Zürich immerhin ein 1:1-Unentschieden. Der neue Trainer moniert, dass seine Spieler zu wenig frisch sind.
Raphael Gutzwiller, Zürich
Hoch das Bein: Luzerns Torschütze Lucas Alves (in Blau) und FCZ-Stürmer Assan Ceesay. (Bild: Andy Müller / Freshfocus, Zürich, 24. Februar 2019)

Hoch das Bein: Luzerns Torschütze Lucas Alves (in Blau) und FCZ-Stürmer Assan Ceesay. (Bild: Andy Müller / Freshfocus, Zürich, 24. Februar 2019)

Es klang fast entschuldigend, als Thomas Häberli nach seinem ersten Spiel als Trainer des FC Luzern vor die Medien trat. «Ich bin ja erst seit Freitag hier», sagte er. «Es braucht sicher noch einen Moment, bis meine Handschrift zu sehen ist.» Soeben hatte sein Team gegen den FC Zürich den ersten Punkt in diesem Jahr gewonnen. Ein Umstand, der zwar alle im Umfeld des FC Luzern ein bisschen durchschnaufen lässt, aber von einer erhofften Aufbruchstimmung war dennoch wenig zu sehen. In einem sehr schwachen Super-League-Spiel hatte sich der FC Luzern nur den Punkt geholt, weil der FC Zürich vielleicht auch ermüdet von den europäischen Spielen eine enttäuschende Leistung abrief.

Neu-Trainer Häberli gab derweil vor allem die Tatsache zu denken, dass es in der ersten Hälfte eher so schien, als hätte sein Team am Donnerstag noch ein europäisches Auswärtsspiel bestritten, und nicht etwa der Gegner. «Wir waren heute leider überhaupt nicht frisch», fand Häberli. Auf die Frage, ob er demnach ein nicht fittes Team übernehmen musste, meinte er: «Nein, die Spieler sind fit, es fehlte einfach die Spritzigkeit. Aber klar gilt es jetzt auch dort den Hebel anzusetzen, damit wir schon nächste Woche frischer auf dem Platz stehen.» Seine Spieler kamen tatsächlich nicht in die Gänge, waren vor allem in der ersten Hälfte oft einen Schritt zu spät. Dazu gesellten sich viele Ungenauigkeiten, die so auf diesem Niveau nicht passieren dürften. Da selbiges auch auf Zürich zutraf, entwickelte sich eine Partie, bei der es symptomatisch schien, dass beide Tore aus Standardsituationen resultierten. Der toll getretene Freistoss von Salim Khelifi (8.) führte zur Führung für den FCZ; FCL-Innenverteidiger Lucas Alves glich nach einem Eckball per Kopf zum Punktgewinn aus (8.).

Lucas Alves sorgt für Frust bei Magni

Sein Lachen nach der Partie in den Katakomben im Letzigrund verriet einiges. Lucas Alves hat ein Tor erzielt. Nach einem Eckball von Christian Schneuwly köpfelte er den FCL zehn Minuten vor Schluss zum Punktgewinn. «Das Unentschieden ist wichtig», meinte der Innenverteidiger, «denn der Druck auf uns war gross.»

Lucas Alves ist vor allem fürs Toreverhindern angestellt, selber trifft er nur sehr selten. Sein bisher einziges Tor für den FCL hatte er am 19. November 2017 gegen Lausanne geschossen. «Danach war ich lange verletzt und musste mich ins Team kämpfen. Dass ich endlich wieder einmal treffe, bedeutet mir viel.»

Alves’ neuer Trainer Thomas Häberli lobte den Torschützen: «Er hat eine gute Partie gespielt und sich das Tor redlich verdient.» Derweil ärgerte sich FCZ-Coach Ludovic Magnin: «Wir wussten, dass Luzern viele grosse Spieler hat, deshalb müssen wir bei einer Standardsituation besser verteidigen.» (rg)

Für den FC Luzern ist das Unentschieden nach drei Niederlagen der erste Punktgewinn im Jahr 2019. Verteidiger Christian Schwegler hob hervor, dass das Resultat in dieser Situation wichtiger als die Spielweise selbst sei. «Dass die Partie für die Zuschauer nicht das Gelbe vom Ei war, wissen wir. Doch dieses Unentschieden ist wichtig für die Moral und das Selbstvertrauen.»

Die Noten der FCL-Spieler:

David Zibung, Torhüter,4
Ist wenig gefordert. Beim Freistoss zum 0:1 steht er etwas unbeweglich in der Goalie-Ecke und kann nicht reagieren.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Christian Schwegler, Rechter Verteidiger, 3,5
Macht viele kleine und meist unnötige Foulspiele. Seine Flankenbälle sind wenig gefährlich.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Lazar Cirkovic, Innenverteidiger, 3
Er verliert viele Laufduelle und ist gelb-rot gefährdet. Vor dem 0:1 verursacht er unnötig den Freistoss an der Strafraumgrenze.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Lucas Alves, Innenverteidiger, 4,5
Ist robust, brilliert nicht mit technischer Finesse. Vor dem Freistoss zum 0:1 macht er einen Querschläger. Köpfelt dafür das so wichtige Tor zum 1:1 ein.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Silvan Sidler, Linker Verteidiger, 4
Es ist erschreckend zu sehen, wie viel langsamer der 20-Jährige als Gegenspieler Khelifi ist. Unsicherer Start, steigert sich aber.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Simon Grether, Defensives Mittelfeld, 3
Ihm verspringen viele Bälle. Seine Zuspiele sind ungenau oder landen im Niemandsland.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Marvin Schulz, Defensives Mittelfeld, 4,5
Stemmt sich gegen die Niederlage. Ist ein Antreiber, muss zum Schluss in die Innenverteidigung. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Ruben Vargas, Rechter Flügel,4,5
Sorgt mit seinen Dribblings für einige gefährliche Aktionen, aber die Durchschlagskraft fehlt.
(Bild: Andy Mueller/freshfocus)
Christian Schneuwly, Offensives Mittelfeld, 4
Kommt nicht in die Zweikämpfe, ist oft einen Meter zu spät. Schlägt aber den Eckball zum Ausgleich.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Pascal Schürpf, Linker Flügel, 3
Verliert viele Bälle, die Abschlüsse sind ungefährlich. Ist derzeit von einer guten Form weit entfernt.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Shkelqim Demhasaj, Mittelstürmer, 3,5
Kann keine Bälle halten, sie prallen teilweise meterweit weg. Müsste mehr aus seiner Chance kurz nach dem 0:1 machen (11.).
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Idriz Voca, Defensives Mittelfeld, 4,5
Ist nach der Einwechslung deutlich ballsicherer als davor Grether.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
Tsiy William Ndenge, Zentrales Mittelfeld, 4,5
Gewinnt nach der Einwechslung einige Zweikämpfe und sorgt nochmals für Druck nach vorne.
(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
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Das sind die FCL Noten im Spiel gegen den FC Zürich

Wie schon in den ersten drei Spielen 2019 geriet der FCL in Rückstand, diesmal konnte man aber immerhin ausgleichen. Für Schwegler ist es eine spezielle Situation mit dem neuen Trainer Thomas Häberli. Einst hatte er bei den Young Boys zusammen mit seinem jetzigen Chef gespielt. «Wie er als Trainer ist, kann ich noch nicht so gut sagen. Ich kenne ihn als Spieler besser», meinte er schmunzelnd. Dennoch sah der Routinier bereits einen Veränderung beim FC Luzern. «Häbi hat ein paar andere Ansätze, darum haben wir heute eine klarere Ordnung im Spiel gesehen.» So habe der neue Trainer den jungen Spielern klare Anweisungen gegeben, um die defensive Grundordnung besser herzustellen. «René Weiler forderte von den zentralen Mittelfeldspielern, dass sie in die Tiefe gehen. Diesmal haben wir ein bisschen defensiver gespielt, was in der jetzigen Situation wohl auch richtig ist.»

Häberli hätte auch erst heute anfangen können

Die defensive Grundordnung konnte Häberli in der Partie gegen den FC Zürich gar nicht anpassen, weil er auf der Bank keine Offensivspieler zur Auswahl hatte. «Natürlich hätten wir heute Tomi Juric gut gebrauchen können», fand er. Der Stürmer laboriert an einer Haarrissfraktur im Zeh. Zudem fehlte Blessing Eleke gesperrt. So war es Häberlis einzige Option, mit Einwechslungen von Mittelfeldspielern für etwas Schwung zu sorgen. Die Spielweise gefiel Häberli selber nicht. «Wir haben mit vielen langen Bällen operiert, das möchten wir ändern. Aber in den ersten zwei Tagen hatte dies nicht höchste Priorität.»

Häberli hatte zur Vorbereitung auf seine erste Partie sehr wenig Zeit. Dabei hätte er auch erst heute Montag anfangen können. «Dies stand zur Diskussion. Ich wollte aber im ersten Spiel sogleich dabei sein.» Nun hat er fast eine Woche, bis es am Samstag wieder in den Letzigrund gegen GC geht. Spätestens dann soll man Häberlis Handschrift ein bisschen besser lesen können.

Die Tore

FC Zürich - Luzern 1:1 (1:0)

9174 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 8. Khelifi (Freistoss) 1:0. 80. Lucas (Corner Schneuwly) 1:1.

FC Zürich: Brecher; Rüegg (83. Odey), Bangura, Maxsö, Charabadse; Hekuran Kryeziu, Sertic (78. Domgjoni); Khelifi, Zumberi (61. Winter), Kololli; Ceesay.

Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic (69. Ndenge), Sidler; Grether (65. Voca), Schulz; Vargas (86. Custodio), Christian Schneuwly, Schürpf; Demhasaj.

Bemerkungen: Zürich ohne Marchesano, Nef, Pa Modou, Andereggen, Untersee und Aliu (alle verletzt), Luzern ohne Eleke (gesperrt) sowie Juric, Kakabadse und Knezevic (alle verletzt). Verwarnungen: 32. Vargas (Foul). 35. Cirkovic (Foul). 57. Khelifi (Unsportlichkeit). 88. Schwegler (Foul).

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