«Es hat einfach nicht zu hundert Prozent gepasst»: Pirmin Schwegler wird nie mehr für den FC Luzern spielen

Pirmin Schwegler hat sich entschieden: Nach dieser Saison beendet der Schweizer Internationale aus Ettiswil seine Karriere. Mit seinem australischen Team steht er noch in den Playoffs – danach ist Schluss.

Turi Bucher
Merken
Drucken
Teilen

Der 33-jährige Luzerner Pirmin Schwegler, der jüngere Bruder von FCL-Verteidiger Christian Schwegler (36) spielt zurzeit mit den Western Sidney Wanderers in der australischen A-League um den Einzug in die Playoffs. Das heisst: Schwegler musste nach seiner Rückkehr nach Down Under für 14 Tage in Corona-Quarantäne, sass tagaus, tagein in seinem Hotelzimmer fest. Seit dem Wochenende darf er wieder mit der Mannschaft trainieren.

Seine letzte Station im Profifussball: Pirmin Schwegler im Einsatz für die Western Sidney Wanderers.

Seine letzte Station im Profifussball: Pirmin Schwegler im Einsatz für die Western Sidney Wanderers.

Brendon Thorne/Getty Images

Die Western Sidney Wanderers entliessen im Januar den ehemaligen FC-Luzern-Trainer Markus Babbel nach einer Serie von erfolglosen Spielen. Für Babbel übernahm dessen Assistent Jean-Paul de Marigny. In der Meisterschaft liegen die Wanderers zwar nur auf Rang 8 von 11 Clubs, haben mit einem Spiel weniger vier Punkte Rückstand auf Adelaide United und Rang 6, der die Teilnahme an den Playoffs sicher würde. «Wir können das noch schaffen», sagt Schwegler, «wir können sogar noch Meister werden».

«Ich habe extrem viel investiert»

Das ist interessant und spannend aus australischer Sicht, aber aus Schweizer Sicht ist folgende Nachricht viel wichtiger: «Nach dieser Saison in Australien ist für mich Schluss, beende ich meine Karriere als Fussballer.»

Der Anfänge einer langen Karriere: Pirmin Schwegler als 16-Jähriger im Dress des FCL.

Der Anfänge einer langen Karriere: Pirmin Schwegler als 16-Jähriger im Dress des FCL.

Beat Blättler (Luzern, 16. November 2003)

Das heisst im Klartext: Pirmin Schwegler wird auch für den FC Luzern nicht mehr spielen. «Ich habe Gespräche mit FCL-Sportchef Remo Meyer geführt. Es hat einfach nicht zu hundert Prozent gepasst.» Schwegler betont, dass er sich vor einem Jahr, als er das Australien-Abenteuer begann, ein «Türchen für den FCL» offengelassen habe, «denn Luzern ist immer ein ganz spezieller Verein für mich gewesen und wird es immer bleiben.» Doch Schwegler musste einsehen: «17 Jahre Profifussball sind genug. Ich habe extrem viel investiert. Gut möglich, dass bei mir der Tank früher leer ist als bei einem anderen Profi.»

Der Ettiswiler hatte in der deutschen Bundesliga für Leverkusen, Frankfurt, Hoffenheim und Hannover gespielt. Für die Schweizer Nationalmannschaft stand er insgesamt 14-mal auf dem Rasen.

Bei Hoffenheim spielte Schwegler gemeinsam mit Steven Zuber (links) und Fabian Schär (rechts).

Bei Hoffenheim spielte Schwegler gemeinsam mit Steven Zuber (links) und Fabian Schär (rechts).

Bild: Mario Heller
Im Herbst 2010 spielte Schwegler mit der Schweizer Nationalmannschaft gegen in der EM-Quali gegen England und Wayne Rooney.

Im Herbst 2010 spielte Schwegler mit der Schweizer Nationalmannschaft gegen in der EM-Quali gegen England und Wayne Rooney.

Bild: Philipp Schmidli

Dreimal täglich das Essen vor der Hoteltür

Der Entscheid, die Karriere zu beenden und somit dem FCL eine Absage zu erteilen, sei in der zweiten Juni-Hälfte gefallen. Zuvor, als die Schweizer Grenzen wieder aufgingen, hatte Schwegler auch einige Tage in Luzern verbracht, um die Familie und Freunde zu besuchen. Schwegler verfolgt die Leistungen des FC Luzern auch von Australien aus. «Ich habe zwar kein Online-Abo der Luzerner Zeitung, aber ich informiere mich laufend.»

Am Wochenende konnte Pirmin Schwegler das Hotelzimmer verlassen und wieder mit der Mannschaft trainieren. Während der Quarantäne wurde ihm dreimal täglich das Essen vor die Zimmertür gelegt. Der Club stellte ihm Hanteln, Matten, Sprungseil und weitere Trainingsaccessoires für die Fitness zur Verfügung. «Es war teilweise schon kurios. Mein Hotelzimmer ist nicht extrem gross, vielleicht zweieinhalb auf sechs Meter. Aber ich habe auch schon mal einen 30-Minuten-Lauf von der einen Wand zur andern absolviert», erzählt Schwegler. Und weiter: «Wenn jemand durch mein Hotelfenster hätte schauen können, hätte er sich wohl gedacht, ich habe nicht alle Tassen im Schrank».