«Es wird ein Volksfest geben»

Der FC Luzern fiebert seinem sechsten Auftritt im Cup-Final entgegen. Präsident Walter Stierli freut sich schon jetzt auf Wochen voller Vorfreude und auf ein Volksfest in der Innerschweiz.

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FCL-Trainer Murat Yakin freut sich nach dem Schlusspfiff. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

FCL-Trainer Murat Yakin freut sich nach dem Schlusspfiff. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die psychologische Kriegsführung der Luzerner Fans hatte schon früh begonnen. Am Mittwoch, als der Morgen erst graute, hing eine Luzern-Fahne am Schloss, das über dem Stade de Tourbillon in Sitten steht. Schnell wurde sie entfernt. Später wurde noch ein Spruchband mit beleidigendem Inhalt in der Nähe der Autobahnausfahrt Sitten Ost gefunden. Es wurde ebenfalls schnell nach seiner Entdeckung weggenommen.

Am Abend, auf dem Rasen, waren die Verhältnisse nach dem frühen Führungstor Adrian Winters in der 8. Minute schnell klar. Die Sittener mussten zügig erkennen, dass gegen die sehr solide und taktisch klug eingestellte Luzerner Defensive an diesem Abend nicht anzukommen war.

«Es ist ein wunderbarer Moment»

FCL-Präsident Walter Stierlis Puls war während des Spiels sehr hoch, wie er später bekannte. Nachher dominierte bei ihm nur noch die Freude auf den Final. «Ich weiss, was in den nächsten vier Wochen in der Innerschweiz abgehen wird. Es werden Wochen voller Vorfreude sein, und es wird ein Volksfest geben», sagte er – und fügte noch an: «Es ist ein wunderbarer Moment.»

Trainer Murat Yakin sagte, die Sittener hätten seiner Mannschaft «alles abverlangt». Der Cup-Final sei ein verdienter Lohn für eine gute Leistung. Ob der Gegner im Final FC Basel oder FC Winterthur heisst, ist ihm als Basler zumindest nach aussen hin egal. «Warten wir erst das Spiel vom Sonntag in Winterthur ab. Das wird spannend, und wir werden es genau verfolgen.»

Die Luzerner können die Europa League über die Meisterschaft oder über den Cup erreichen, sofern der Finalgegner Basel heisst und Schweizer Meister wird. Die Sittener dagegen können nun nur noch darauf hoffen, dass sie die 36 Punkte Abzug in der Meisterschaft gerichtlich zurückerlangen. Dann wären sie wieder Zweite in der Meisterschaft.

«Konnten keine Schwächen provozieren»

Auf die Frage, ob dem FC Sion die Leidenschaft gefehlt habe, antwortete Trainer Laurent Roussey mit einem Anflug von Galgenhumor: «Die Fans waren da, aber wir zu Beginn nicht.» Sein Team habe eine schlechte erste Halbzeit gespielt und sei auf einen sehr gut organisierten FC Luzern getroffen. «Wir konnten bei Luzern keine Schwächen provozieren», sagte Roussey.

Er sprach von einem «harten Scheitern». «Geben Sie mir eine Nacht, bevor ich über mögliche Folgen für die Meisterschaft spreche. Wir wollen nach wie vor die Barrage vermeiden.» Vor dem Spiel hatte er noch gesagt, es gehe gegen Luzern nicht darum, eine ganze Saison zu retten. Dies sei zu drastisch ausgedrückt. Schliesslich sei man im Europacup und in der Super League unverschuldet in Rücklage geraten.

«Logische, aber bittere Niederlage»

Die Walliser Zeitung «Nouvelliste» schreibt am Donnerstag von einer «logischen, aber bitteren» Niederlage. «Der starke Kopfballspieler Vanczak kann nicht ewig die rettenden Tore schiessen», lautet das Fazit der Zeitung. Sie vermisste das Risiko in der Offensive, die Dribblings. Während 85 Minuten nach dem Gegentor hätten der Mannschaft die physischen und mentalen Ressourcen gefehlt, das Spiel zu drehen.

Sittens Verteidiger Arnaud Bühler war vor dem Spiel noch zuversichtlich gewesen: «Ich bin seit 2006 bei Sion und zum ersten Mal spüre ich hier, dass dank der Konstanz eine lange Erfolgsserie möglich ist.» Nach dem verlorenen Halbfinal blieben ihm nur die grosse Frustration und das Kompliment für die gute Defensive des FC Luzern, der nun seinem sechsten Cup-Final am 16. Mai in Bern entgegenfiebert . «Finale Bern wir kommen» ist jetzt gross auf der Website des Klubs zu lesen.

egb