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Kommentar

Euphorie und Elend: Der FCL zwischen Torjubel und Ultras

Am vergangenen Aschermittwoch überraschte der FCL unter Häberli im Cup mit einem glorreichen 4:0 Sieg über Meister YB. Vor dem Spiel geschah weniger Erfreuliches: Ultras enterten das Spielfeld und protestierten gegen die frühe Anspielzeit.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu, Chefredaktor der Luzerner Zeitung

Jérôme Martinu, Chefredaktor der Luzerner Zeitung

So schön hat schon lange kein Trainer mehr gejubelt auf der Luzerner Allmend. Der neue FCL-Trainer Thomas Häberli hat jedes einzelne der vier Tore im Cup-Viertelfinal gegen Meister Young Boys gefeiert. Hier steckt – endlich! – wieder viel positive Energie drin. Energie, die sich auf das Team zu übertragen scheint. Mit dem Ballwiler Häberli ist jetzt ein «Hiesiger» am Drücker. Einer, der die verlustig gegangene Spielfreude wieder wecken könnte. In unserer fussballbegeisterten Region hätten Verein und Publikum einen Schuss Euphorie nötig. Denn die Zuschauerzahlen sind rückläufig. Und nun ist auch wieder mit den Ultras, dem harten Supporterkern, Feuer im Dach.

Unverbesserliche entern das Spielfeld, spannen eine Kette ums Tor, um gegen die frühe Cup-Anspielzeit zu protestieren. Niemand greift ein. Ein Elend. Erstaunlicherweise sind schwere Schneidezangen rasch vor Ort. Man sei mit der Fanarbeit ständig in Kontakt gewesen, so der Stadionmanager im TV. Schön, dass man darüber geredet hat. Irritierend, welche rhetorischen Salti die FCL-Führung schlägt, um die Laissez-faire-Haltung zu begründen. Auch im Fall der angekündigten Verweigerung der St. Galler Supporter, die am Sonntag nicht in den Gästesektor wollen. Hier zeigt der FCL mit dem Finger bloss auf die Swiss Football League, deren Mitglied er ja selber auch ist, und fordert Verbesserungen.

Deeskalation ist ein richtiger Grundsatz. Wenn es aber im Stadion zu groben Regelverletzungen kommt, muss der Hausherr einschreiten. Sonst tanzen die Unbelehrbaren dem Verein weiter auf der Nase herum. Ist sich der FCL eigentlich bewusst, wie viel Goodwillverlust er sich mit jedem Nichteingreifen einhandelt? Denn von den 99 Prozent zahlenden Zuschauern und Fans, die sich an die Regeln halten, hegen wohl nur die wenigsten Sympathien für die Machtspiele der Ultras.

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