EUROPA LEAGUE: Ein steiniger Weg in die nächste Runde

Luzern steht gegen Utrecht mit dem Rücken zur Wand und braucht am Donnerstag Tore, um die nächste Runde zu erreichen. Das wird kein einfaches Unterfangen.

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«Wir haben bis zuletzt alles versucht.» FCL-Coach Rolf Fringer. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

«Wir haben bis zuletzt alles versucht.» FCL-Coach Rolf Fringer. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Der FCL machte gegen Ende grossen Druck und gab den knapp 12'000 Zuschauern im Galgenwaard-Stadion in Utrecht zu verstehen, dass er dieses Auswärtstor unbedingt will. «Kompliment an mein Team! Wir haben bis zuletzt alles versucht», sagte FCL-Coach Rolf Fringer, vergass aber nicht zu erwähnen, dass der Schuss auch nach hinten hätte losgehen können. «Natürlich war es risikoreich, alles auf eine Karte zu setzen.»

Weil Luzern seine Abwehr entblösste, hatte Utrecht in der letzten Minute die grosse Konterchance - und vergab. Glücklich für den FCL, denn ein 0:2 wäre gegen die massive Abwehr der Holländer eine zu grosse Hypothek gewesen. Selbst nach dem 0:1 sprechen einige Gründe gegen einen Einzug in die Playoff-Runde.

Der FC Utrecht wird den Vorsprung verwalten und den Fokus auf die Defensive legen. Der FCL ist zum Angreifen verdammt und muss höllisch aufpassen, dass er gegen die schnellen Stürmer um Dries Mertens nicht ins offene Messer läuft.

Bollwerk, aber Fehler im Mittelfeld
Die Abwehr der Holländer ist eingespielt, routiniert und fast nicht zu knacken. Im Hinspiel konnte man die Chancen der Luzerner an einer Hand abzählen. Zwingend war keine.

Das Hinspiel hat Kraft gekostet. Benjamin Kibebe, Michel Renggli, Nelson Ferreira und Lukmon sind angeschlagen und für das Spiel vom Sonntag gegen Xamax noch fraglich. Dem Kader fehlt die Breite. Fällt ein Spieler aus, rückt nur bedingt valabler Ersatz nach.

Trotz dieser schwierigen Ausgangslage gibt es aber auch Gründe, warum der FC Luzern die dritte Qualifikationsrunde übersteht und sich auf den 6. August freuen kann. Dann wird der Gegner der Playoff-Runde ausgelost.

Das Hinspiel hat phasenweise gezeigt, dass der FC Utrecht keine Übermannschaft ist. Die Holländer sind noch nicht im Meisterschaftsrhythmus, fabrizierten im Mittelfeld viele Fehlpässe und blieben zeitweise den Beweis schuldig, in die Europa League zu gehören.

Hakan Yakin, Daniel Gygax und Cristian Ianu zeigten eine schwache Leistung und werden im Rückspiel auf Wiedergutmachung brennen. In der Meisterschaft hat das Trio bewiesen, dass es eine Abwehr nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen kann. Warum nicht auch auf internationaler Ebene?


Stefan Kreis