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FC LUZERN: FCL-Altstar Jürgen Mohr: «Friedel war wie ein Vater für mich»

Der ehemalige FCL-Spielmacher Jürgen Mohr vergiesst nach dem Tod von Friedel Rausch Tränen. Auch andere Weggefährten und Freunde aus dem Umfeld des FCL reagieren bewegt auf die Meldung vom Hinschied des ehemaligen Trainers.
Aus dem Meistermannschaft 1989 und hier 2009 beim «Legendenspiel» gegen Aarau: Spielmacher Jürgen Mohr, links, und Weitschuss-Spezialist Sigi Gretarsson auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 2.5.2009))

Aus dem Meistermannschaft 1989 und hier 2009 beim «Legendenspiel» gegen Aarau: Spielmacher Jürgen Mohr, links, und Weitschuss-Spezialist Sigi Gretarsson auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 2.5.2009))

Der ehemalige FCL-Präsident Romano Simioni (82) sagt zum Tod von Friedel Rausch: «Ich trauere sehr. Friedels Tod ist nicht nur ein Verlust für den FCL und für den Fussball, sondern ein Verlust für unsere ganze Region. Friedel war ein wertvoller Weggefährte, ein Mensch mit Charakter. Als wir gemeinsam für den FCL tätig waren, mussten wir gar nicht viel diskutieren, so gut haben wir uns verstanden. Ja, er hat mit dem Gewinn des einzigen Meistertitels und mit dem Cupsieg eine enorme Leistung für den FC Luzern vollbracht. Aber Friedel bleibt mir auch als guter Mensch neben dem Fussballplatz in Erinnerung.»

Der frühere Luzern-Mittelfeldspieler Hansi Burri (53) war gerade in Spanien gelandet, als er vom Hinschied Rauschs hörte. «Obwohl ich wusste, dass Friedel schon länger krank war, ist sein Tod für mich ein Schock!» Der Familie wünscht der FCL-Meisterspieler von 1989, der wegen seines Sprints mit dem «Kübel» über den Allmend-Rasen bis heute Kultstatus geniesst, «viel Kraft in dieser schweren Zeit». Für Burri ist klar: «Friedel Rausch ist genau der richtige Trainer gewesen, der zu uns in Luzern passte.» Er schätzte ihn als «tollen Menschen» und «als Coach, der fast alles mit Motivation und Spass gemacht hat».

Für Roger Wehrli (61), den Captain des einzigen FCL-Meisterteams, ist Rausch «ein sensationeller Trainer» gewesen. «Nur der legendäre Hennes Weisweiler bei GC stand noch etwas über Friedel.» Am grossen Erfolg der Luzerner «hatte Rausch einen grossen Anteil», betont Ex-Libero Wehrli. «Stark war, dass er uns Spieler hat machen lassen.» Zwischenzeitlich hatten sich Wehrli und Rausch nichts mehr zu sagen, der Captain musste von Bord, ehe Luzern 1992 Cupsieger wurde, aber gleichzeitig abstieg. «Zum Glück haben Friedel und ich später Frieden geschlossen», ist Wehrli jetzt, nach dem Tod des früheren Trainers, froh.

Genialer Spielmacher des FCL-Meisterteams war der Deutsche Jürgen Mohr (59). Via «Sky» hat er von Rauschs Tod erfahren. «Ich bin tief berührt, habe Tränen vergossen. Wir hatten in Luzern eine wunderbare Zeit zusammen erlebt.» Auch wenn Mohr bis heute nicht weiss, warum ihn Rausch nach dem Titel 1989 nicht behalten wollte, sagt er: «Ich habe Friedel trotzdem sehr gern gehabt, er war wie ein Vater für mich.»

Urs «Longo» Schönenberger (58) ist ebenfalls traurig über den Tod des früheren Trainers. Der einstige FCL-Verteidiger schwelgt aber sogleich in Erinnerungen an Rausch: «Mit Friedel haben wir alles erlebt: Meistertitel, Cupsieg und Abstieg!» Er sei ein guter Mensch gewesen: «Direkt, ehrlich und ein grosser Motivator, so wie man früher die deutschen Trainer gekannt hat.»

Der FCL spielt gegen Lausanne mit Trauerflor

Wie FCL-CEO Marcel Kälin (51) gegenüber unserer Zeitung bestätigt hat, spielt die Mannschaft des FC Luzern am Sonntag (16 Uhr) beim Super-League-Match in Lausanne zu Ehren und in Gedenken an Friedel Rausch mit Trauerflor, also einer schwarzen Armbinde. Die Trauerminute wird voraussichtlich am nächsten Samstag (19 Uhr) vor dem Kick-off des Heimspiels gegen den FC Basel, den Rausch in der Saison 1992/93 trainierte, abgehalten.

Kälin gehörte in der Saison 1988/89 ebenfalls zum Kader der Luzerner Meisterequipe. Er kam wegen einer Verletzung allerdings nur zu einem achtminütigen Einsatz während der Vorrunde. Der FCL-Geschäftsführer spricht der Familie Rausch im Namen des Vereins sein tiefstes Beileid aus und wünscht viel Kraft in der schweren Zeit. Über den Trainer Rausch sagt Kälin: «Mit Friedel konnte der FCL den grössten Erfolg der Clubgeschichte feiern. Der Trainer hat den grössten Anteil an diesem Erfolg. Besonders ist mir von Friedel seine Aura und sein Charisma in Erinnerung geblieben.» Rauschs Ansagen vor den Spielen seien einmalig gewesen. «Jeder Spieler war richtig heiss aufs Spielen und wurde durch Friedels Ansprachen um ein paar Prozent stärker», so der Ex-Stürmer.

Den Menschen Friedel Rausch hat Kälin aber erst Jahre später kennen- und schätzen gelernt. «Für Friedel zählte die Familie. Friedel und ich waren in St. Niklausen praktisch Nachbarn und wir haben uns jeweils auf dem Tennisplatz oder aber bei Spaziergängen getroffen.» Im Zentrum der Gespräche sei zwar immer der Fussball gestanden, aber er habe sich stets auch für das Gegenüber interessiert. Marcel Kälin bedauert: «Bei meinem Amtsantritt beim FCL war Friedel leider bereits krank, und ich konnte bei ihm keine Tipps mehr holen.»

tbu/dw

Der ehemalige Trainer Friedel Rausch, links, und sein schneller Flügelläufer Hansi Burri tauschen im Juni 2009 Erinnerungen im Stadionrestaurant Allmend aus. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 05.06.2009))

Der ehemalige Trainer Friedel Rausch, links, und sein schneller Flügelläufer Hansi Burri tauschen im Juni 2009 Erinnerungen im Stadionrestaurant Allmend aus. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 05.06.2009))

Der «Meistercaptain» Roger Wehrli ist froh, nach einem Zerwürfnis mit Friedel Rausch später mit ihm wieder Frieden geschlossen zu haben. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 17.09.2010))

Der «Meistercaptain» Roger Wehrli ist froh, nach einem Zerwürfnis mit Friedel Rausch später mit ihm wieder Frieden geschlossen zu haben. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 17.09.2010))

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