FC LUZERN: FCL-Trainer Babbel muss mit einer Sperre rechnen

Markus Babbel fällt in dieser Saison als Heisssporn an der Seitenlinie auf. In Thun hatte der Coach aber allen Grund zum Reklamieren.

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FCL-Trainer Markus Babbel (links) wird in Thun auf die Tribüne geschickt. (Bild: Freshfocus/Christian Pfander)

FCL-Trainer Markus Babbel (links) wird in Thun auf die Tribüne geschickt. (Bild: Freshfocus/Christian Pfander)

FCL-Trainer Markus Babbel ist am Samstag beim 1:1 in Thun zum zweiten Mal in dieser Saison auf die Tribüne verwiesen worden. In der 93. Minute reklamierte der Bayer lautstark beim vierten Offiziellen, nachdem er den Ersatzspieler Nicolas Haas nicht hatte einwechseln können. Trotz deutlich signalisierter Absicht und einem Spielunterbruch wurde den Luzernern dieser taktische Wechsel von Schiedsrichter Stephan Klossner nicht ermöglicht.

Ignoranz des Schiedsrichters

Diese Ignoranz des Unparteiischen hätte für die Innerschweizer gravierende Folgen haben können: Sekunden vor dem Abpfiff wäre Simone Rapp zum 2:1-Siegtorschützen für Thun geworden, wenn FCL-Innenverteidiger François Affolter nicht für den herausgeeilten Goalie David Zibung den Ball von der Torlinie wegbugsiert hätte.

Versetzt man sich in die Lage von Babbel, kann man den Coach verstehen. Er hat seinen Job korrekt gemacht, wurde aber ignoriert. In einer solchen Drucksituation ist es nachvollziehbar, wenn ein Trainer bei den Spielleitern Dampf ablässt. Umso mehr, als der FCL und sein Teamverantwortlicher nach sechs aufeinanderfolgenden Pflichtspiel-Niederlagen zu Beginn der Rückrunde und eine Woche nach dem ersten Sieg gegen Lugano dringend ein weiteres Erfolgserlebnis benötigten.

Schiedsrichter-Chef Cyril Zimmermann war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wahrscheinlich ist, dass Babbel wie schon im Herbst mit einer Spielsperre sanktioniert wird.

Assistent coacht FCL zum Sieg

Beim ersten Tribüne-Verweis im Heimspiel vom 13. September gegen GC (3:3) hatte sich Babbel tatsächlich unge­bührlich verhalten. Er hatte den vierten Offiziellen und das Schiedsrichtertrio als «Würste» bezeichnet. Dies wurde als Beleidigung gewertet. Im nachfolgenden Auswärtsspiel in Vaduz musste Babbel auf der Tribüne Platz nehmen, während der damalige Co-Trainer Roland Vrabec die Mannschaft coachte. Der Deutsche machte seinen Job gut – der FCL gewann bei den Liechtensteinern 2:1.

Im nächsten Match nach der Länderspielpause trifft Luzern am Samstag, 2. April (17.45), wieder auf Vaduz. Diesmal in der Swissporarena. Der neue Assistenztrainer Patrick Rahmen würde bei einer Spielsperre von Babbel das Coaching übernehmen. Für den 46-jährigen Basler wäre es die Premiere in der Super League. Dies mehr als 30 Jahre nachdem sein Vater Bruno (67) zwischen 1982 und 1985 Trainer bei den Innerschweizern war.

Daniel WyRSCH