FC LUZERN - GRASSHOPPERS: Tami: «Jetzt brauchen wir Punkte»

GC möchte heute (16.00, SRF info/zwei) in Luzern die ersten Punkte 2017 holen. Trainer Pierluigi Tami (55) spricht über die Probleme in seiner Mannschaft, die Rückkehrer Dabbur und Vilotic und den FCL.

Daniel Wyrsch
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Pierluigi Tami und GC drohen bei einer erneuten Niederlage in Luzern Abstiegssorgen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 19. Februar 2017))

Pierluigi Tami und GC drohen bei einer erneuten Niederlage in Luzern Abstiegssorgen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 19. Februar 2017))

Interview: Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Pierluigi Tami, erinnern Sie sich an den 13. September 2015? Eineinhalb Jahre ist es her, da spielte GC mit Dabbur, Caio, Ravet und Källström gegen einen ebenfalls sehr starken FC Luzern in der Swisspor-Arena beim denkwürdigen 3:3-Unentschieden gross auf.

Ich erinnere mich, das war ein super Spiel, ein Spektakel. Für Luzern hat sich seither weniger geändert, für uns aber viel. Wir müssen realistisch sein. Jetzt brauchen wir Punkte, um Selbstvertrauen zu tanken.

Damals war es für einen Fussball-Liebhaber nur schon ein Vergnügen, das Training Ihrer «Hoppers» zu verfolgen, weil zahlreiche technisch sehr gut beschlagene Spieler auf dem Platz standen.

Wir können die Mannschaft von damals und von heute nicht miteinander vergleichen. Doch haben wir immer noch gute Techniker, sie müssen diese Qualität nun aber auch in den Spielen zeigen. Wir brauchen mehr Geduld im Aufbauspiel und Solidität in der Defensive.

Ist die Defensive das Hauptproblem gewesen bei den vier Niederlagen in den ersten vier Rückrundenpartien?

Man muss unterscheiden: In den ersten beiden Spielen gegen Thun und Lugano waren wir ungenügend. Das überraschte nicht, denn wir haben mit dem nach Schweden heimgekehrten Kim Källström und dem lange verletzten Marko Basic wichtige Spieler nicht mehr zur Verfügung. Nun aber hat die Mannschaft in den beiden letzten Partien gegen Sion und YB Fortschritte gemacht. Unsere Leistung war nicht weniger gut als jene dieser beiden Spitzenteams. Einzig die Effizienz der Gegner war besser, deshalb verloren wir schliesslich.

Mit dem überragenden Spielmacher Kim Källström verstanden Sie sich sehr gut. Wie sehr fehlt der Ex-Captain GC?

Wir müssen nach vorne schauen. Im letzten Jahr ist bei uns so viel passiert, aus der Vergangenheit soll man lernen. Doch was jetzt zählt, ist nur die Zukunft. Unsere ganze Energie investieren wir in die Spieler, die bei uns sind. Die ersten positiven Signale setzten wir mit klaren Leistungssteigerungen gegen Sion und YB. Fehler, die uns immer noch unterlaufen sind, müssen wir möglichst schnell korrigieren.

Wie wichtig ist für Sie und GC nach vier Niederlagen in Serie das Spiel in Luzern?

Uns ist vor allem bewusst: Wir treffen auf eine Mannschaft, bei der alles gut läuft. Ich habe Luzern im Cup-Viertelfinal in Aarau gesehen. Das war eine sehr starke Leistung gegen ein sehr gutes ­Aarau. Luzern hat die Reife, solche Partien für sich zu entscheiden. Die Mannschaft kann den Spielrhythmus verändern. Das wird eine schwierige Aufgabe, denn wir müssen Punkte holen.

Ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Innenverteidiger Milan Vilotic ist Anfang Woche von YB zu GC zurückgekehrt. Seither trainiert er mit dem Team. Ist er fit genug für den Match gegen Luzern?

Ja, er könnte bereits spielen. Doch das letzte Super-League-Spiel mit YB bestritt er Mitte August. Im letzten Monat spielte er Freundschaftspartien mit der U21 von YB. Ich entscheide nach dem Abschlusstraining, ob er in Luzern zum Einsatz kommt oder nicht (das Interview fand am Freitagabend statt; Anm. der Red.).

Beim anderen prominenten GC-Rückkehrer Munas Dabbur muss ebenso ein Fragezeichen hinter dessen Einsatz gegen Luzern gesetzt werden. Ist der Super-League-Torschützenkönig der letzten Saison angeschlagen?

Auch bei ihm müssen wir das letzte Training abwarten. Munas hat ebenfalls eine längere Periode hinter sich, in der er bei RB Salzburg nicht gespielt hat oder verletzt war. Er ist ohne eine richtige Vorbereitungsphase zu uns gekommen. Dabbur, Vilotic und auch den anderen neuen Innenverteidiger, Emil Bergström, müssen wir physisch so schnell wie möglich auf das beste Niveau bringen. Und zusätzlich müssen wir diese Spieler in der Mannschaft integrieren.

Goalie Vaso Vasic war in den letzten Spielen hinter der nicht harmonierenden Abwehr fehleranfällig. Überlegen Sie sich, wieder Joël Mall ins Tor zu stellen?

Wir haben zwei gute Torhüter, beide haben mein Vertrauen. Bei uns gibt es keine klare Hierarchie, am Schluss zählt die Leistung. Wir haben null Punkte in der Rückrunde. Jede Position wird hinterfragt, auch jene des Torhüters.

FCL - GC von Minute zu Minute: luzernerzeitung.ch/liveticker