FC Luzern: Kommt's im Aktionärs-Streit zu einer Lösung?

Vor gut einem Monat ist der lang schwelende Streit der FCL-Aktionäre offen ausgebrochen. Nun scheint eine Lösung in Griffweite. 

Cyril Aregger
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Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Schmid (Bild: Matthias Jurt), Bernhard Alpstaeg (Bild: Philipp Schmidli), Marco Sieber (Bild: Matthias Jurt) und Samih Sawiris (Bild: Keystone).

Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Schmid (Bild: Matthias Jurt), Bernhard Alpstaeg (Bild: Philipp Schmidli), Marco Sieber (Bild: Matthias Jurt) und Samih Sawiris (Bild: Keystone).

Gerade einmal sechs Zeilen umfasst die Medienmitteilung, die der FC Luzern am Montagabend verschickt hat. Doch ihr Inhalt hat es – durchaus im positiven Sinne – in sich: Die FCL-Aktionäre, bei denen vor über einem Monat ein offener Streit ausgebrochen ist, sprechen wieder miteinander. An einem runden Tisch soll bis im September 2020 eine Lösung für die bislang verfahrene Situation gefunden werden.

Vorgeschichte: Ein Aktienpaket und vier Rücktritte

Im Oktober ist Bernhard Alpstaeg ist wie die Triple-S-Gruppe aus dem Verwaltungsrat der FCL Holding AG ausgetreten, nachdem er von Sawiris, Schmid und Sieber ein Kauf-/Verkaufsangebot für deren, beziehungsweise seine Aktien erhalten hatte. Alpstaeg hatte überdies angekündigt, den Geldhahn zuzudrehen. Auslöser für den Streit war das 25-Prozent-Aktienpaket von Ex-Präsident Walter Stierli. Während Bernhard Alpstaeg dieses für sich beanspruchte, wollte die «Triple-S»-Gruppe die Aktien an neue Aktionäre verkaufen, um so Geld für den FCL zu generieren. Alpstaeg setzte sich am Ende durch. (jem/ca)

Neben Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg und seinen Kontrahenten Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber von der Triple-S-Gruppe sitzt auch Josef Bieri mit am Tisch. Bieri, dem zehn Prozent der Aktien der FCL Holding AG gehören, verhält sich im Konflikt neutral. Die Gespräche werden unter den Aktionären geführt, die zehn oder mehr Prozent der Holding-Aktien besitzen. Nicht an den Gesprächen beteiligt sind deshalb FCL-Präsident Philipp Studhalter und Berater Bernhard Heusler.

Freude auf beiden Seiten

Die Gespräche sollen ergebnisoffen geführt werden. Wie eine allfällige Lösung aussehen könnte, darüber wollen deshalb beide Parteien derzeit nicht reden, von den künftigen Gesprächen soll nichts vorzeitig nach aussen dringen.

«Wir sind erfreut, dass wir nach relativ kurzer Zeit eine gemeinsame Plattform für Gespräche über das gemeinsame Vorgehen haben finden können», sagt Bruno Affentranger, der Sprecher Bernhard Alpstaegs. Erstmals seit Jahren sei es wieder möglich, dass die Aktionäre miteinander konstruktive Gespräche führten. Überrascht sei er letztlich davon nicht, so Affentranger:

«Es sind alles vernünftige Menschen, die bereit sind, sich für den FC Luzern einzusetzen.»

Ganz ähnlich klingt es auf der anderen Seite: «Wir sind froh, dass wir nun über Lösungen diskutieren können», sagt Aktionär Marco Sieber. «Am Ende geht es um nichts anderes als den Klub.» Dass nun nach all den Streitigkeiten in den letzten Wochen relativ schnell eine Entspannung der Situation herbeigeführt werden konnte, schreibt Sieber auch der heute bevorstehenden Aktionärsgeneralversammlung zu: «Dieses Datum hat sicher geholfen, die Dinge zu beschleunigen. Schliesslich müssen wir Lösungen für die Zukunft finden.»

Finanzierung bis 2021 gesichert

Zu den Lösungen für die Zukunft gehört insbesondere die Finanzierung. Um die Lizenz für die Super League zu erhalten, müssen die Aktionäre allfällige Defizite in der Jahresrechnung decken. Auch diesbezüglich haben sich die Aktionäre einigen können: Sie haben sich verpflichtet, die Finanzierung des FCL bis Ende September 2021 entsprechend ihrer Aktienanteilen sicherzustellen. Das heisst, dass beispielsweise Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg (im Besitz von 52 Prozent der Holding-Aktien) über die Hälfte eines Defizit decken müsste, während die Triple-S-Gruppe (34,2 Prozent) gut einen Drittel übernehmen würde.

Mit der Finanzierungszusage bis im Herbst 2021 sollte gewährleistet sein, dass der FCL die Lizenzauflagen für die Super-League auch weiterhin erfüllen kann.

Was bisher geschah: