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Lugano besiegt unsortierten FCL

Zweite Liga-Niederlage in Folge für den FC Luzern: Abwehrmängel führen zur 1:2-Heimpleite gegen Lugano.
Daniel Wyrsch
Der Anfang vom Ende für den FC Luzern: Lugano-Verteidiger Mijat Maric kann frei stehend zum 1:0 einköpfeln. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 3. November 2019)

Der Anfang vom Ende für den FC Luzern: Lugano-Verteidiger Mijat Maric kann frei stehend zum 1:0 einköpfeln. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 3. November 2019)

Ehrlich exponierte sich Luzern-Goalie Marius Müller nach der 1:2-Niederlage. «Zeigen wir zu wenig Mentalität, kriegen wir Probleme», sagte der 26-jährige Deutsche in die Mikrofone. Und: «Die Standardprobleme müssen wir abstellen.» Zwei Aussagen des wieder mit starken Reflexen auffallenden Rückhalts bringen das Dilemma des FC Luzern in dieser Heimpartie gegen den FC Lugano auf den Punkt: Erstens fehlte die unbedingte Disziplin und der Wille, diese ausgeglichene Begegnung zu gewinnen. Zweitens machten die Innerschweizer den Südschweizern bei Standardsituationen zwei Geschenke.

Das erste Gegentor in der 57. Minute kam wie aus heiterem Himmel. Der Ex-Luzerner Olivier Custodio trat den Eckball, in der Mitte wurde Innenverteidiger Stefan Knezevic von einem Lugano-Angreifer geblockt und somit stand dessen Mitspieler Mijat Maric völlig frei. Aus fünf Metern köpfelte der schweizerisch-kroatische Doppelbürger den Ball ins Tor. Für Knezevic hatte kein Mitspieler den zugeordneten Maric übernommen, auch der sonst hochklassig parierende Marius Müller blieb auf der Linie stehen, statt die Flanke wegzufausten. Maric profitierte von der Unentschlossenheit des Gegners.

Mit dem 0:1 wurde Luzern quasi der Stecker gezogen

Der 0:1-Rückstand wirkte sich beim FCL gefühlt so aus, als ob dem Team von Thomas Häberli der Stecker gezogen worden wäre. Dabei hatte Luzern nach der Pause mit dem für Blessing Eleke eingewechselten Darian Males und einer Systemumstellung auf drei zentrale Angreifer mehr Offensivpower entwickelt. Als Ibrahima Ndiaye in der 53. Minute aus sechs Metern zum Abschluss kam, verhinderte nur der Fuss von Maric die Gastgeberführung.

Mit dem unerwarteten Rückstand vermochten die Innerschweizer nicht umzugehen. Weil Captain Pascal Schürpf nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel angeschlagen vom Feld musste (51.) und durch den noch nicht richtig integrierten Brasilianer Ryder Matos ersetzt wurde, fehlte dem FCL fortan der Leader, der Mann mit dem grossen Kämpferherzen, der die anderen so oft schon aus schwierigen Situationen geführt und angetrieben hatte.

FCL-Spieler Pascal Schürpf musste in der 51. Minute angeschlagen ausgewechselt werden. (Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 3. November 2019)

FCL-Spieler Pascal Schürpf musste in der 51. Minute angeschlagen ausgewechselt werden. (Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 3. November 2019)

Doch nun stand der Angriffsmotor minutenlang still, die Apathie Luzerns nutzte Lugano zwanzig Minuten nach der Führung zum zweiten Treffer aus: Im Anschluss an einen Standard kam erneut Custodio zum Flanken, sein Vertikalzuspiel köpfelte Maric zum 2:0 (77.) in die Maschen. Weder Innenverteidiger Lucas Alves noch Mittelfeldmann Simon Grether hinderten den Doppeltorschützen am Torerfolg. Beide Treffer der Luganesi hätte man aus Luzerner Sicht mit «Toreschiessen einfach gemacht» betiteln können. Einmal mehr zeigte sich, dass der FCL bei Cornern und Freistössen sehr anfällig ist.

Auf der anderen Seite offenbarten die Luzerner aber ebenfalls nicht zum ersten Mal in dieser Saison Schwächen beim Nutzen von Chancen auf eigene stehende Bälle. Wie beispielsweise beim 0:3 in Basel hatte der FCL auch gestern über zehn Corner treten können. Zwölf waren es an der Zahl, aber es schaute kaum Torgefahr dabei heraus, von Zählbarem gar nicht zu reden.

Auf das ungenügende Verhalten seiner Schützlinge bei gegnerischen und eigenen Standards angesprochen, meinte Luzerns Trainer Thomas Häberli: «In dieser Woche haben wir wieder Eckbälle und Freistösse geübt. Wir wissen um die Defizite in diesen Spezialsituationen und arbeiten weiter daran, die defensiven Mängel zu dezimieren und offensiv die sich daraus ergebenden Möglichkeiten besser zu nutzen.»

Ibrahima Ndiaye schoss den einzigen Luzerner Treffer. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 3. November 2019)

Ibrahima Ndiaye schoss den einzigen Luzerner Treffer. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 3. November 2019)

Zu harmloser Angriff mit erst 13 Toren in 13 Runden

Überhaupt zeigten die Luzerner einmal mehr, dass sie beim Verwerten von Torchancen ein Manko haben. Immerhin gelang dem gut aufgelegten Ibrahima Ndiaye in der 83. Minute mit einem wuchtigen Kopfball nach Massflanke von Verteidiger Otar Kakabadse noch der 1:2-Anschlusstreffer. Das vierte Ligator des Senegalesen ist überhaupt erst der 13. Treffer im 13. Meisterschaftsspiel des Häberli-Teams. Im Durchschnitt ein Tor pro Match ist zu wenig, um in einer sicheren Tabellenregion platziert zu sein.

Luzern fällt nach den zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Neuchâtel Xamax (0:2) und gegen Lugano vom fünften auf den siebten Tabellenplatz zurück. Lugano hat direkt nach dem Trainerwechsel von Fabio Celestini zu Maurizio Jacobacci gewonnen. Die Tessiner erwiesen sich als sehr robuster Gegner, der Luzerns Abwehrfehler effizient ausnützte. Gegen das punktgleiche Servette, gestern 3:0-Sieger über Meister YB, muss sich der FCL am nächsten Samstag klar steigern.

Luzern – Lugano 1:2 (0:0)

8141 Zuschauer. – SR San. Tore: 57. Maric (Custodio) 0:1. 77. Maric (Custodio) 0:2. 83. Ndiaye (Kakabadse) 1:2.
Luzern: Müller; Kakabadse, Lucas, Knezevic, Sidler; Grether (88. Demhasaj), Voca; Eleke (46. Males), Ndiaye, Schürpf (51. Matos); Margiotta.
Lugano: Baumann; Yao, Maric, Daprelà, Lavanchy (69. Obexer); Vecsei, Custodio (81. Dalmonte); Carlinhos, Sabbatini (31. Lovric), Aratore; Gerndt.
Bemerkungen: Luzern ohne Schwegler, Binous, Ndenge, Arnold und Schulz (alle verletzt). Lugano ohne Bottani (gesperrt), Crnigoj, Sulmoni, Rodriguez, Kecskes und Macek (alle verletzt). Verwarnungen: 4. Margiotta (Foul). 62. Carlinhos (Unsportlichkeit). 94. Daprelà (Foul).

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