FC LUZERN: Marco Schneuwly: «Ich will mit Luzern Titel gewinnen»

Mit Marco Schneuwly (29) hat Sportchef Alex Frei den ersten Thuner Profi zum FCL geholt. Zuffi und Lüthi könnten folgen.

Interview Daniel Wyrsch
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Verstärkt nächste Saison den FCL: Thun-Stürmer Marco Schneuwly (rechts), hier im Duell mit dem Lausanner Miha Mevlia. (Bild: Keystone)

Verstärkt nächste Saison den FCL: Thun-Stürmer Marco Schneuwly (rechts), hier im Duell mit dem Lausanner Miha Mevlia. (Bild: Keystone)

Über den Wechsel von Thun-Mittelstürmer Marco Schneuwly ist schon länger spekuliert worden. Nun ist es definitiv: Der 29-jährige Freiburger, dessen Vertrag beim FC Thun ausläuft, wechselt im Sommer ablösefrei zum FC Luzern. Er unterschrieb für drei Jahre bis zum Sommer 2017. FCL-Sportdirektor Alex Frei (34): «Marco ist ein ehrlicher, aufopferungsvoller und mannschaftsdienlicher Spieler. Er hat zudem als Stürmer seit Jahren eine respektable Torquote.» Der U-17-Europameister von 2002 kommt in der Super League in 189 Spielen für Thun und YB auf 45 Tore und 24 Assists. Am meisten Treffer erzielte der beidfüssige Angreifer letzte Saison, als er für Thun 13-mal traf. In dieser Spielzeit sind es bisher 5 Tore.

Mit Rangelov, Zuffi und Lüthi?

Die Verpflichtung von Marco Schneuwly soll nicht das gleichzeitige Ende von Stürmer Dimitar Rangelov (31) beim FCL bedeuten, erklärt Frei. Zu den Gerüchten über die möglichen weiteren Übernahmen aus Thun – des 24-jährigen zentralen Mittelfeldspielers Luca Zuffi (im Tausch mit Hekuran Kryeziu?) und von Rechtsverteidiger Benjamin Lüthi (25) – sagt Frei nichts. Er dementiert aber auch nichts.

Unsere Zeitung konnte mit dem künftigen FCL-Profi Marco Schneuwly reden.

Marco Schneuwly, Sie wurden vor einer Woche 29. Ist der Dreijahresvertrag ausschlaggebend, dass Sie im Sommer nach Luzern kommen?

Marco Schneuwly: Es ist sicher das gesamte Paket, das stimmen musste. Für drei Jahre unterschreiben zu können, ist in meinem Alter positiv zu werten.

Alex Frei und Trainer Carlos Bernegger haben sicher grossen Anteil an Ihrem Entscheid, zum FCL zu wechseln.

Schneuwly: Alles hat zusammengespielt. Sportlich will ich noch einmal einen Schritt nach vorne machen. Frei und Bernegger bemühten sich um mich, sagten mir, dass sie mich im Team haben wollen.

Bereits seit anderthalb Monaten heisst es, Sie wechseln zum FCL. Ist wirklich schon seit Februar alles klar gewesen?

Schneuwly: Nein, beide Seiten haben sich Zeit genommen. Nun ist es spruchreif, und der FC Luzern hat es kommuniziert.

Ist Ihnen bewusst, dass Luzern ein schwieriges Pflaster ist? Hier wird das Umfeld bei negativen Ergebnissen schnell unruhig und im Erfolgsfall recht früh euphorisch.

Schneuwly: Definitiv. Von diesen Emotionen lebt der Fussball. Natürlich ist es für einen Verein und für die Spieler schöner, wenn es meistens rund läuft. Ich bin nicht mehr 20 – und auch in Thun zählen wie überall am Ende die Resultate. Luzern ist in Sachen öffentliches Interesse sicher eine Nummer grösser als Thun, aber ich kenne das ja aus meiner Zeit bei YB.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Luzern?

Schneuwly: Mein Fokus gilt bis zum Vertragsende weiterhin Thun. Ich will meine gute Zeit dort mit dem Klub und der Mannschaft positiv abschliessen. Ganz als Profi, egal, falls der FCL ein direkter Konkurrent um die Europa-League-Plätze ist. In Luzern will ich mich dann weiter- entwickeln. Ziel ist es, Titel zu gewinnen. In meiner Karriere will ich mindestens einmal einen Pokal in den Händen halten.

Verspüren Sie Wehmut, dass Sie Ihren Bruder Christian im Sommer in Thun verlassen müssen?

Schneuwly: (schmunzelt) Der logische Schritt wäre, wenn er bald auch zum FCL kommt. Spass beiseite: Im Fussball geht es sehr schnell, es ist kaum etwas planbar. Es kann alles passieren.

Letzte Saison schossen Sie für Thun 13 Tore. Dürfen die FCL-Fans mit einer ähnlichen Ausbeute rechnen?

Schneuwly: Mein Ziel ist es, dass es in die Region von 10 bis 15 Tore geht. 5 Treffer und 15 Assists wäre als Teil des Teams auch nicht schlecht. Als Stürmer wäre ich trotzdem nicht richtig zufrieden.