FC Luzern zahlt bis auf Weiteres alle Löhne

Für seine Mitarbeiter hat der FC Luzern Kurzarbeit beantragt, bisher liegen aber noch nicht alle Bewilligungen vor.

Daniel Wyrsch
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Das letzte Testspiel am 7. März 2020 scheint eine Ewigkeit her zu sein: FCL-Verteidiger Silvan Sidler (links) gegen Zürichs Angreifer Marco Schönbächler.

Das letzte Testspiel am 7. März 2020 scheint eine Ewigkeit her zu sein: FCL-Verteidiger Silvan Sidler (links) gegen Zürichs Angreifer Marco Schönbächler.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus

Im Schweizer Fussball ruht der Spielbetrieb wegen des Coronavirus bis mindestens Ende April. Der FC Luzern hat zuletzt am 22. Februar in Thun (1:1) ein Pflichtspiel absolviert. Im und um die Swisspor-Arena herrscht Stille. Die Profis sind seit mehr als zweieinhalb Wochen zu Hause, trainieren nach individuellen Übungsplänen. Auch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle arbeiten zu 95 Prozent im Home Office. «Wir sind selbstverständlich erreichbar», sagt FCL-Kommunikationschef Markus Krienbühl am Telefon.

Der FC Luzern hat für seine Berufsspieler und Mitarbeiter beim Kanton Kurzarbeit beantragt. «Bisher haben wir aber noch nicht alle Bewilligungen erhalten», sagt Krienbühl. Er vermutet, dass das zuständige Amt wegen der Flut von Anträgen noch nicht zur Bearbeitung gekommen ist. Präsident Philipp Studhalter erklärte kürzlich: «So lange wie irgendwie möglich zahlen wir die Löhne unserer Spieler und Mitarbeiter zu 100 Prozent.» Krienbühl bestätigt diese Aussage. Daran geknüpft ist allerdings der Wunsch, dass so bald als möglich die staatliche Unterstützung einsetzt.

Luzern-Profis halten sich inklusive Eleke alle in der Schweiz auf

Über einen allfälligen Lohnverzicht ihrer Profis wollen die FCL-Verantwortlichen nicht in der Öffentlichkeit reden. Dazu muss man wissen, dass die Gehaltsunterschiede innerhalb des Kaders beträchtlich sind, mehrere Spieler mit einem bescheidenen Einkommen auskommen müssen. Die Lohndifferenz zu den bekannten Teams und Profis aus den grossen Ligen, die auf einen Teil ihres Gehalts zugunsten von Klubmitarbeitern verzichten, ist gar riesig.

Wie Medienchef Markus Krienbühl auf Anfrage sagt, hat der FCL seinen Profis die Empfehlung gemacht, während der Coronakrise in der Schweiz zu bleiben. «Alle haben sich daran gehalten. Die meisten Spieler befinden sich in der Region Luzern.» Ein kürzlich in den sozialen Medien erschienenes Bild von Blessing Eleke am Flughafen Frankfurt sei am 25. Dezember 2019 aufgenommen worden. «Blessing trainiert regelmässig im Leichtathletikstadion neben der Swisspor-Arena.»

Fünf Spieler mit auslaufenden Kontrakten

Für fünf Luzerner Profis ist die derzeitige Situation noch schwieriger als für den Rest des Tabellen-Sechsten. Die Verträge von Simon Grether, Shkelqim Demhasaj, Eric Tia Chef sowie der Routiniers Christian Schwegler (35) und David Zibung (36) laufen im Sommer aus. «Wir haben mit allen Spielern Gespräche geführt, deren Verträge per 30. Juni auslaufen», so Krienbühl. Mehr könne er dazu nicht sagen, so lange der FCL nicht wisse, wann und unter welchen Umständen wieder gespielt wird. Ebenfalls müsse man abwarten, in welchem Zeitraum das Sommer-Transferfenster geöffnet sein wird.

Markus Krienbühl kann immerhin feststellen: «Beruhigend für den FC Luzern ist, dass wir mit 20 Spielern weiterlaufende Verträge haben.» Der brasilianische Leihstürmer Ryder Matos könnte im Sommer definitiv von Udinese übernommen werden.

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