FCL-Aktionärsstreit: Das Warten nimmt kein Ende

Der runde Tisch des FCL-Aktionariats sucht eine Lösung für den Konflikt zwischen den Aktionären. In den nächsten Wochen soll Klarheit herrschen.

Cyril Aregger
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Ein Plakat hängt an der Fassade der Swissporarena.

Ein Plakat hängt an der Fassade der Swissporarena.

Bild: Roger Grütter (Luzern, 7. Februar 2020)

Wer soll die Aktien der FCL Holding AG besitzen? Diese Frage wird seit letztem Dezember an einem runden Tisch diskutiert. Mit dabei sind Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg (52 Prozent der Holding-Aktien) sowie seine Kontrahenten der sogenannten Triple-S-Gruppe Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber (insgesamt rund 34 Prozent der Aktien) via Vertreter. Eine Lösung im Aktionärsstreit (siehe Kasten) sollte bis Ende September 2020 gefunden sein. Daraus wurde nichts.

Heftiger Aktienstreit

Im Oktober 2019 war der lange schwelende Streit zwischen den FCL-Aktionären Bernhard Alpstaeg und der Triple-S-Gruppe (Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber) offen ausgebrochen. Auslöser für den teils mit harten Bandagen geführten Streit war das 25-Prozent-Aktienpaket des ehemaligen Präsidenten Walter Stierli. Während sich Alpstaeg auf den Standpunkt stellte, dass die Aktien ihm gehörten, wollte die Triple-S-Gruppe die Aktien an neue Aktionäre verkaufen, um so Geld für den FCL zu generieren. Am Ende setzte sich Alpstaeg durch. Im Nachgang traten sowohl Alpstaeg wie auch die Triple-S-Gruppe aus dem Verwaltungsrat der Holding zurück. (ca)

Wie der runde Tisch am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung festhält, gehe man jedoch davon aus, «in den nächsten Wochen» eine gute Lösung für den FC Luzern vorstellen zu können. Man habe «mit zahlreichen möglichen Investoren» gesprochen. Grund für die Verspätung sei unter anderem Covid-19. «Die meisten Menschen haben in der aktuellen Lage mehr mit sich selbst zu tun, als sie jemals gedacht hätten», erklärt Bruno Affentranger, der am runden Tisch die Interessen von Hauptaktionär Alpstaeg vertritt. «Das trifft natürlich auch auf mögliche Investoren zu.» Franz Egle, Vertreter der Triple-S-Gruppe, ergänzt: «Bei privaten Investoren herrscht angesichts der Lage grosse Verunsicherung. Das gilt auch für Firmen, die bereits Sportklubs besitzen und nun schauen müssen, dass sie diese über Wasser halten können.»

Bleibt Bernhard Alpstaeg beim FC Luzern an Bord?

Dass der runde Tisch, an dem mit Josef Bieri auch der fünfte, neutrale FCL-Grossaktionär und Holding-Vizepräsident teilnimmt, trotzdem eine baldige Lösung in Aussicht stellt, deutet darauf hin, dass zwar noch kein Investor unterschrieben hat, sich die Aktionäre unter sich aber auf ein «Abgangsszenario» geeinigt haben. Denn sicher dürfte nur sein, dass die aktuelle Konstellation keine Zukunft mehr hat.

Aufgrund früherer Äusserungen erscheint es am plausibelsten, dass Bernhard Alpstaeg, der auch die Mehrheit der Stadion-AG besitzt, an Bord bleibt. Die Triple-S-Gruppe würde sich dann aus dem Aktionariat verabschieden. Affentranger will diese These «weder bestätigen noch dementieren». Franz Egle meint knapp: «Es gibt noch keine Lösung.» Zur Zusage, den Profibetrieb bis Ende 2021 finanziell zu sichern, gibt es gemäss beiden Seiten keine Neuigkeiten. Beim FCL nimmt man die Tatsache, dass die Lösung des Aktionärsstreits in die Verlängerung geht, «überrascht» zur Kenntnis, sagt Klubpräsident Philipp Studhalter, aufgrund seines Amtes auch Verwaltungsratspräsident der FCL Holding AG (aber nicht Aktionär). «Aber natürlich haben wir Verständnis dafür, dass die Investorensuche wegen Covid-19 deutlich erschwert wurde.»

Dennoch hofft man beim FCL, dass eine Lösung – wie vom runden Tisch kommuniziert – in den nächsten Wochen zustande kommt. Studhalter:

«Der Verein ist darauf angewiesen, dass schnellstmöglich Klarheit besteht.»

Wichtig sei für den Verein auch, dass es im Umfeld des Aktionariats weiterhin ruhig bleibe, betont Studhalter: «Nur so können wir seriös weiterarbeiten. Alles andere können wir nicht akzeptieren.»

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Aktionärsstreit: Das Bangen um den FCL geht weiter

Eine Lösung im Aktionärsstreit lässt weiter auf sich warten. Die Betroffenen geben sich Zuversichtlich. Es ist zu hoffen, dass diese Zuversicht nicht trügt. Denn der FC Luzern braucht ein seriöses, tragfähiges Aktionariat, um seine Zukunft zu sichern.
Cyril Aregger
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