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FCL-Brasilianer Lucas Alves: Vom Abstellgleis zur Sieger-Lok

Für Lucas Alves schien die Saison beim FC Luzern beendet, bevor sie begonnen hat: Der Brasilianer sollte abgeschoben werden. Nun spielt er doch regelmässig – und steht bei allen FCL-Siegen in der Startelf.
Raphael Gutzwiller
Seine Stärke liegt im Kampf: Lucas Alves (Mitte, blau) gegen Thuns Marvin Spielmann. (Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 20. Oktober 2018)

Seine Stärke liegt im Kampf: Lucas Alves (Mitte, blau) gegen Thuns Marvin Spielmann.
(Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 20. Oktober 2018)

Es geht hoch zu und her beim Vormittagstraining auf der Luzerner Allmend. Die FCL-Profis, aufgeteilt in drei verschiedene Teams, messen sich mit grossem Ehrgeiz gegeneinander. Tore werden lautstark bejubelt, Fehler mit Fluchen quittiert. Plötzlich trifft ein Schuss aus kürzester Distanz direkt das Gesicht von Lucas Alves. Der gross gewachsene Innerverteidiger sackt auf dem Spielfeld zusammen, steht aber wenig später wieder auf. Sein Trainer René Weiler soll später sagen, dass für andere Profis wohl die Ambulanz hätte gerufen werden müssen. Bei Alves wird dafür aber nicht einmal das Spiel unterbrochen. Denn jeder weiss: Lucas Alves beisst durch.

Später beim Interviewtermin ist Alves Oberlippe geschwollen, er lächelt. «Das ist nicht so schlimm.» Nicht nur in dieser Situation erinnert beim Brasilianer wenig an seinen Landsmann Neymar. Brasilianer gelten als Fussballzauberer, als technisch versierte Spieler mit dem Gewissen etwas. Lucas Alves bildet eine grosse Ausnahme, genau genommen eine 1,93 Meter grosse. Er gilt als kopfballstark, ist robust, er ist ein Kämpfer. Und mit besonders viel Kampf hat er sich in dieser Saison eindrücklich ins Team des FC Luzern zurückgemeldet.

Beste Bilanz aller FCL-Profis

Vor der Saison hiess es, dass Lucas Alves den Ansprüchen des FC Luzern nicht genügen würde: zu wenig schnell, zu hüftsteif, technisch zu schlecht. Lucas Alves, der im Januar 2017 von Le Mont aus der Challenge League kam, sollte verkauft werden. «Ich habe einfach immer weiter gearbeitet und blieb positiv», sagt er zu seiner schwierigen Situation im Sommer. «Beim FC Luzern gefällt es mir sehr gut, und solange ich hier unter Vertrag stehe, gebe ich alles.» Sein Vertrag läuft bis im Sommer 2020. Vom Abstellgleis hat sich der Brasilianer inzwischen weggekämpft, er gilt nun plötzlich als Luzerner Siegeslokomotive. Bei allen fünf Siegen in dieser Super-League-Saison stand der 26-Jährige in der Startelf. Nur gerade zweimal hat der FCL in der Meisterschaft verloren, wenn er von Anfang an ran durfte. Es ist die beste Bilanz aller FCL-Spieler. Neben ihm haben nur Idriz Voca, Pascal Schürpf und Simon Grether bei allen fünf Siegen von Beginn weg gespielt – jedoch haben sie mehr Niederlagen nach Startelfeinsätzen auf dem Konto.

Kein Wunder erhält Lucas Alves Lob von René Weiler. «Lucas hat eine vorbildliche Einstellung», sagt er. «Er hat sich trotz schwieriger Situation nicht unterkriegen lassen und in jedem Training Vollgas gegeben. Und wenn er spielen durfte, hat er immer die Leistung gebracht.»

«Im Tessin ist es nie einfach»

Natürlich freut sich Lucas Alves über die unverhoffte Einsatzzeit. «Das ist natürlich schön», sagt er. Über seinen Trainer René Weiler spricht er nur positiv: «Er ist ein super Trainer, der uns immer perfekt auf den Gegner einstellt.»

Das erhoffen sich die FCL-Fans auch für den Auftritt am Samstag in Lugano. «Im Tessin ist es immer sehr schwierig», sagt Alves, der in der Startelf stehen könnte, auch wenn er zuletzt gegen den FCZ (2:5) nur Ersatz war. Seine Konkurrenten Lazar Cirkovic und Stefan Knezevic gaben insbesondere beim zweiten Gegentor eine unglückliche Figur ab. Grosse Gedanken darüber macht sich Alves aber nicht. Er sagt: «Ich gebe immer mein Bestes und dann entscheidet der Trainer darüber, wer spielt.»

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