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FCL-Captain Pascal Schürpf spendiert seinen Teamkollegen Gesundheits-Apéro

Pascal Schürpf ist gerade 30 geworden und führt den FC Luzern am Samstag (19 Uhr) in St. Gallen aufs Feld und in die neue Saison.
Daniel Wyrsch
Pascal Schürpf (links gegen Eintracht Frankfurts Tuta) trägt Luzerns Captainbinde mit «grossem Stolz». (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Biel, 12. Juli 2019)

Pascal Schürpf (links gegen Eintracht Frankfurts Tuta) trägt Luzerns Captainbinde mit «grossem Stolz». (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Biel, 12. Juli 2019)

Pascal Schürpf betritt einen Raum – und füllt diesen mit seiner positiven Aura. Keine Frage, dem Basler in Diensten des FC Luzern geht es blendend. Er hat wie fast alle Mitspieler die gesamten fünf Wochen der Vorbereitung absolviert. Für Schürpf, der einst in Vaduz wegen eines Knorpelschadens fast ein Jahr pausieren musste, keine Selbstverständlichkeit. «Ich bin dankbar, dass ich meinen Beruf seit einiger Zeit nahezu ohne Unterbrüche ausüben kann. Die Gesundheit ist enorm wichtig.»

Europäische Punkte den Fans und dem Land schuldig

Wenn Pascal Schürpf sagt, dass er sich auf die bevorstehende Saison mit dem FCL freut, dann ist das keine Floskel. Der Aussenangreifer sprüht vor Tatendrang. Er will wieder um Meisterschaftspunkte spielen, und im Cup und in der Europa-League-Qualifikation «so viele Partien wie irgend möglich bestreiten. Das sind wir unseren Fans und dem Schweizer Fussball schuldig.»

In Europa haben sich die Innerschweizer in den letzten neun Jahren nicht mit Ruhm bekleckert. Alle sechs Versuche, sich für die Europa League zu qualifizieren, scheiterten bereits gegen den ersten Gegner. «Ich war bei den letzten beiden Anläufen dabei gewesen», sagt Schürpf. Er ist sehr ehrgeizig, will das Ausscheiden gegen Osjek und Olympiakos Piräus vergessen machen. Gegen den Aussenseiter Klaksvik von den Färöer müssten die Luzerner weiterkommen, das ist absolute Pflicht.

Doch vor dem internationalen Auftakt von nächster Woche steht zuerst der Start in der heimischen Super League auf dem Programm. Morgen Samstag trifft der FCL auswärts auf den FC St. Gallen. Die letzten neun Vergleiche mit den Ostschweizern haben die Innerschweizer gewonnen. Eigentlich ein Grund, mit Selbstvertrauen in den ­Kybunpark zu reisen.

Trotz Siegesserie ist St. Gallen kein Selbstläufer

Schürpf weiss jedoch, dass die Spiele gegen St. Gallen keine Selbstläufer sind, dazu ist der Unterschied der beiden Teams in allen Belangen zu gering. «Das ist das erste Spiel, man weiss nicht, wo man steht. Die St. Galler haben auch ihre Qualitäten, die Rückkehr von Stürmer Cedric Itten ist für sie wie ein starker Neuzugang.» Nach den misslungenen Auftakten in der vergangenen Saison mit den Niederlagen gegen Xamax zu Beginn der Vorrunde und Rückrunde, «hoffe ich, dass wir jetzt gut aus den Startblöcken kommen», sagt Pascal Schürpf.

Zuversichtlich stimmen ihn die Neuzugänge Marius Müller (von RB Leipzig) und Francesco Margiotta (von Lausanne). «Das sind zwei Topleute», ist Schürpf vom neuen Stammtorhüter aus Deutschland und dem italienischen Offensivspieler überzeugt. Die Integration der Neuen sei reibungslos verlaufen. «Die Chemie im Team stimmt.»

Vom Gelegenheits-Neuzugang zum Torschützen und Captain

Für Schürpf hat sich ab dem ersten Testspiel verändert, dass er vom Stellvertreter zum Captain aufgestiegen ist. «Es erfüllt mich mit grossem Stolz, dass ich als Basler die Captainbinde der Innerschweizer tragen darf.» Gleichzeitig erinnert er sich an seine Anfänge in der Swisspor-Arena im März 2017, als er aus Vaduz gekommen nicht mit offenen Armen empfangen wurde. Schürpf galt tatsächlich bloss als ein günstiger Gelegenheitszuzug. «Ich konnte mich aber schnell gut einleben, auch zu den Fans fand ich den Draht.» Kein Wunder, der Bebbi entpuppte sich sofort als Verstärkung. «Jetzt will ich mit dem FCL auch als Captain erfolgreich sein.»

Dankbar ist Schürpf für die Unterstützung von Christian Schneuwly (31), Christian Schwegler (35) und David Zibung (35). «Sie sind mit ihrer Erfahrung sehr wertvoll.» Seit dem vergangenen Montag zählt er ebenfalls zum Klub der Ü30. Kein Problem für ihn. Seine Freundin Jennifer Bosshard (26), «Glanz und Gloria»-Moderatorin, habe ihm gesagt, dass Männer mit dem Alter attraktiver werden, erzählt er schmunzelnd. Beim FCL glauben sie ebenso an ihn, sein Vertrag läuft noch drei Jahre.

Alex-Frei-Spruch zu Herzen genommen

Für’s Team spendierte Schürpf einen Apéro. Nichts Deftiges, dafür gesunde, leichte Ernährung, vitamin- und nährstoffreich von Dean & David – «damit sich die anderen auch mal gesund ernähren», frotzelt Schürpf, der als Captain ein Teamplayer bleiben will.

Auf die Frage, ob er nach 11 und 9 Ligatoren in den letzten zwei Saisons im Schnitt bleibe und nun 10 Treffer mache, antwortet Schürpf mit den Worten des Ex-Basel-Teamkollegen Alex Frei (40): «Sobald man anfängt, über Tore zu reden, macht man keine mehr.»

Spielzeiten gegen Färöer-Gegner Klaksvik bleiben gleich

Bekanntlich trifft der FC Luzern in der 2. Qualifikationsrunde zur Europa League auf den KI Klaksvik. Der 1904 als Tennisklub gegründete Verein aus dem hohen Norden ist nach Rekordmeister HB Tórshavn die zweiterfolgreichste Fussballmannschaft der Färöer-Inseln. Klaksvik ist 17-facher Meister und hat 6-mal den Cup gewonnen. Zuletzt holte das Team vor 20 Jahren den Meister­titel, zum letzten Mal die Cuptrophäe gewann der Verein 2016.

Aus organisatorischer Sicht ist für die Europacup-Begegnung mit Klaksvik folgende Mitteilung des FC Luzern wichtig: «Wie ursprünglich geplant, findet das Hinspiel in der Swisspor-Arena am Donnerstag, 25. Juli 2019, um 20.15 Uhr statt. Der Rückmatch wird in Toftir am Donnerstag, 1. August 2019, um 18 Uhr lokale Zeit (19 Uhr hiesige Zeit) gespielt.» Damit steht auch fest, dass der FCL wie geplant am Sonntag, 28. Juli, um 16 Uhr das erste Heimspiel der Super League gegen den FC Zürich austrägt.

Zurück zum KI Klaksvik: Die Färinger waren auf europäischer Ebene erst dreimal erfolgreich. Zweimal in der Vorqualifikation: Im Vorjahr gegen Birkirkara aus Malta (2:1, 1:1) und heuer gegen Tre Fiori aus San Marino (5:1, 4:0). Sowie gerade erst in der 1. Qualifikationsrunde gegen den FK Riteriai aus der litauischen Hauptstadt Vilnius mit seinen 600000 Einwohnern (0:0, 1:1). (dw)

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