FCL-Chaoten wollten Schienen unterhöhlen

Mit Gummischrot musste die Polizei am Sonntag gegen Anhänger des FC Luzern vorgehen. Wäre sie am Bahnhof nicht eingeschritten, hätte es übel enden können: die Luzerner sollen sogar versucht haben, Schienen zu unterhöhlen.

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FCL-Chaoten beim St. Galler Bahnhof Winkeln, wo es am Sonntagabend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. (Bild: «Anzeiger», Tagblatt-Medien St. Gallen)

FCL-Chaoten beim St. Galler Bahnhof Winkeln, wo es am Sonntagabend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. (Bild: «Anzeiger», Tagblatt-Medien St. Gallen)

Ende August: Rund 12'000 Franken Sachschaden beim Auswärtsspiel im belgischen Genk. Vorletzten Samstag: Ausschreitungen beim Auswärtsspiel in Zürich. Und nun sorgen Luzerner Fussball-Chaoten schon wieder für landesweite Negativschlagzeilen: Wie am Sonntagabend bekannt wurde, haben rund 50 FCL-Anhänger nach dem Auswärtsspiel gegen St. Gallen beim Bahnhof Winkeln die Gleise blockiert. Als die Polizei eintraf, flogen Steine, Flaschen und Pyrofackeln; die Polizisten reagierten mit Gummischrot. Durch das systematische Entfernen von Schottersteinen sollen die Luzerner sogar versucht haben, Schienen zu unterhöhlen. «Das ist gemeingefährlich», sagt Benjamin Lütolf, Mediensprecher der St. Galler Stadtpolizei.

Imageschaden für den FC Luzern

Wie viel Sachschaden die Chaoten in St. Gallen verursacht haben, ist laut Angaben der Polizei schwer zu beziffern. Fest steht aber: Das Image des Luzerner Traditionsclubs und seiner treuen Anhängerschaft leidet. «Ich glaube, die Verantwortlichen für solche Aktionen sind sich gar nicht bewusst, welchen enormen Schaden sie anrichten», sagt FCL-Präsident Mike Hauser. Auch die echten Fans des FCL lassen ihrem Unmut inzwischen freien Lauf.

red

«Ich schäme mich, Luzerner zu sein»

Anders als nach den Vorfällen in Zürich, als sich die Fans grösstenteils untereinander solidarisierten und der Polizei zu hartes Vorgehen unterstellten, ist das Verständnis für den jüngsten Zwischenfall gering. In Fan-Foren und auf Online-Portalen äussern viele FCL-Fans ihren Missmut. «Das war eine reine Trötzli-Aktion», schreibt einer im Fan-Forum des FCL. Ein anderer gar: «Ich schäme mich, Luzerner zu sein.» Auch Luzerns Fanarbeiter Christian Wandeler findet: «Solche Aktionen sind einfach daneben.»

red

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