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FCL-Cupniederlage: David Zibung ist die tragische Figur und übt Selbstkritik

Das unglückliche Cup-Aus gegen den FC Thun ist bereits die vierte Luzerner Niederlage im Halbfinal seit der letzten Finalteilnahme 2012. Für Torhüter David Zibung ist der gestrige Abend besonders bitter.
Daniel Wyrsch

Während sich die meisten Mitspieler nach dem Abpfiff enttäuscht auf den Rasen legten, lief FCL-Goalie David Zibung auf ­direktem Weg in die Kabine. Der 35-jährige Routinier wusste, dass er am einzigen Tor des Abends Mitschuld trug. Erst 35 Minuten nach dem mit 0:1 verlorenen Cup-Halbfinal gegen den FC Thun trat Zibung vor die Medienleute. Er sagte, ohne nach Entschuldigungen zu suchen: «Das war mein Fehler, der zum Gegentor führte.»

Die entscheidende Szene: Luzerns David Zibung kann den Ball vor dem 1:0 nicht festhalten. (Bild: Philipp Schmidli, 23. April 2019 in der Swissporarena Luzern)

Die entscheidende Szene: Luzerns David Zibung kann den Ball vor dem 1:0 nicht festhalten. (Bild: Philipp Schmidli, 23. April 2019 in der Swissporarena Luzern)

Die Luzerner Journalisten nahmen Bezug auf die Szene, die zum Thuner Treffer von Roy Gelmi geführt hatte. Der eingewechselte Dennis Salanovic hatte den Ball zu Dejan Sorgic gespitzelt, dabei war der Ex-Luzerner Sorgic im Abseits gestanden. Darauf angesprochen, antwortete David Zibung: «Wenn ich den Ball vorher hätte abfangen können, würden sich jetzt die Diskussionen über die Offsideposition von Dejan Sorgic erübrigen.»

Die Cup-Trophäe bleibt wohl ein Traum

Das ist die richtige Einschätzung von Zibung, der zur tragischen Figur dieser hart umkämpften und intensiven Cuppartie avancierte. Dabei hatte der gebürtige Hergiswiler noch ein grosses Ziel in seiner Karriere gehabt: Einmal den Cupfinal gewinnen, einmal einen Kübel in die Höhe stemmen. Das wird ihm wahrscheinlich als Nummer 1 des FC Luzern versagt bleiben. Zibung hat zwar noch einmal seinen Vertrag um ein Jahr bis im Sommer 2020 verlängern können, doch nächste Saison dürfte die Zeit für die nächsten jungen Torhüter in der Innerschweizer Kapitale kommen.

Simon Enzler (21), derzeit an den SC Kriens in die Challenge League ausgeliehen, hat beim FCL um zwei Jahre verlängert. Er könnte in die Swisspor-Arena ­zurückkehren. Oder der Neuenburger Leihkeeper Loïc Jacot (20) könnte ebenfalls bleiben, statt zu Xamax zurückzukehren. Dann müssten Enzler und Jacot die Chance erhalten, in Zukunft ­zwischen den Pfosten der Innerschweizer zu stehen. Aber das ist im Moment noch Zukunftsmusik.

In den verbleibenden sechs Ligaspielen wird sicher noch Zibung die Nummer 1 sein. Trainer Thomas Häberli hat sich klar für den erfahrenen Schlussmann entschieden, der nach dem Abgang von Jonas Omlin (25) zum FC Basel den Kampf um die Nachfolge seines Vorgängers gegen Mirko Salvi gewonnen hatte. Das war noch im vergangenen Herbst unter Häberlis Vorgänger René Weiler passiert.

Zibung hatte sich in seinen über einem Dutzend Jahren ­immer durchgesetzt – ausser in den eineinhalb, in denen er dem überragenden und talentierteren Omlin den Vorzug lassen musste.

Von Zibungs beeindruckender Karriere im Luzerner Tor wird in Erinnerung bleiben, dass er dreimal im Cupfinal stand. Doch sowohl 2005 als unterklassiger Challenge-League-Klub gegen den FC Zürich (1:3) wie 2007 gegen den FC Basel (0:1) und 2012 erneut gegen den FCB (1:1 nach Verlängerung und 2:4 im Penaltyschiessen) setzte es Niederlagen für Luzern ab. Zu diesen Silbermedaillen im Final kommen seither nunmehr vier Pleiten im Cup-Halbfinal dazu: 2014 verlor der FCL in Basel (0:1), 2016 zu Hause gegen Lugano (1:2), 2017 in Sion (nach einem 0:0 erst im Penaltyschiessen) und eben gestern im eigenen ­Stadion gegen Thun.

Der Ball ist hinter David Zibung im Netz – der Thuner Siegtreffer ist Tatsache. (Bild: Philipp Schmidli, 23. April 2019 in der Swissporarena Luzern)

Der Ball ist hinter David Zibung im Netz – der Thuner Siegtreffer ist Tatsache. (Bild: Philipp Schmidli, 23. April 2019 in der Swissporarena Luzern)

In Sion vor zwei Jahren war übrigens Jonas Omlin im Luzerner Tor gestanden. Immer nur an David Zibung hat es also nicht gelegen, wenn die Innerschweizer nicht reüssiert und die grosse Chance auf die Cup-Trophäe verpasst haben.

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