FCL droht Rangelov mit fristloser Kündigung

Der Luzerner 1:0-Heimsieg über den FC Basel am letzten Sonntag hätte ein Befreiungsschlag sein sollen. Doch weit gefehlt: Im Training rastet Stürmer Dimitar Rangelov aus: Er attackiert Verteidiger Jérôme Thiesson und streckt ihn mit einem Kopfstoss nieder.

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Mit seiner Attacke gegen Jérôme Thiesson hat sich Dimitar Rangelov (Bild) selbst in Abseits manövriert. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Mit seiner Attacke gegen Jérôme Thiesson hat sich Dimitar Rangelov (Bild) selbst in Abseits manövriert. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Zum Ausraster im FCL-Training vom Mittwoch ist es gekommen, nachdem Rangelov (29) in einem internen «Mätschli» den Ball in einem normalen Zweikampf an Thiesson verloren hatte. Rangelov, der letzten Sonntag wegen einer Grippe gegen Basel nicht mittun konnte, trat gegen Thiesson nach. Der Verteidiger beschwerte sich – und Rangelov rastete aus, streckte Thiesson mit einem Kopfstoss nieder. Thiesson muss zum Zahnarzt, weil ein Zahn abgesplittert ist.

Rangelov schriftlich abgemahnt

Nach dem gestrigen Trainings-Eklat von Rangelov scheint der FCL jetzt genug von seinem Sorgenkind zu haben. Bis am Freitag wird der Bulgare vom Trainingsbetrieb suspendiert. Wie der FCL am Donnerstagabend mitteilte, konnte dieses inakzeptable Verhalten von der Vereinsleitung nicht akzeptiert werden. Rangelov hat eine schriftliche Abmahnung erhalten mit der Androhung, dass sein Vertrag bei einem weiteren Zwischenfall fristlos aufgelöst wird.

Laut Mitteilung bedauert der bulgarische Stürmer seinen Ausraster zutiefst und wird sich am Freitag, 12.30 Uhr, an der Medienkonferenz vor dem Auswärtsspiel bei den Berner Young Boys zusammen mit Jérôme Thiesson zum Vorfall äussern.

Nicht der erste Ausraster

Rangelov ist sonst schon das «schwarze Schaf» beim FCL. Nicht nur, dass der bulgarische Mittelstürmer eine miserable Torbilanz (15 Spiele/2 Treffer) in Luzern hat, er kostete den Verein Millionen in der Europa League. Beim Playoff-Rückspiel in Genk rastete er schon einmal aus: Kurz vor der Pause trat er einem belgischen Gegenspieler in den Hintern und wurde vom Schiedsrichter für diese Tätlichkeit völlig zu Recht vom Platz gestellt. Mit einem Mann weniger verlor der FCL nach der Pause den Match mit 0:2 – und das geschätzte 2,5 Millionen Franken teure Ticket für die Gruppenspiele der Europa League war weg. Damals belegten die Luzerner Verantwortlichen den erfolglosen Stürmer mit einer Busse zwischen bloss 1000 und 1500 Franken.

pd/dw/zim

Mehr zum Thema lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.