Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FCL-Frauen: Unter Strom und sportliche Reise ins Ungewisse

Neuer Hauptsponsor, neuer Trainer: Die FCL-Frauen steigen verändert in die neue Saison, die am Samstag beginnt. Sportlich dürfte es ein schwieriges Jahr werden.
Thomas Bluntschli, Präsident der FCL Spitzenfussball Frauen, CKW-CEO Felix Graf und Kapitän Maria-Andrea Egli. (Bild: PD / Erwin von Moos)

Thomas Bluntschli, Präsident der FCL Spitzenfussball Frauen, CKW-CEO Felix Graf und Kapitän Maria-Andrea Egli. (Bild: PD / Erwin von Moos)

Brütende Hitze am Mittwochnachmittag auf dem Rasen der Swisspor-Arena: Das hielt Felix Graf, den CEO von den CKW, jedoch nicht davon ab, mit den Mädchen und Frauen Ball-Jonglierübungen vorzuführen, das anschliessend durchgeschwitzte Hemd war ihm egal. Seine Anwesenheit hatte einen guten Grund und setzte die Teams sozusagen unter Strom: Der «FCL Spitzenfussball Frauen» und der Stromkonzern haben einen Hauptsponsoren-Vertrag bis Ende Saison 2019/20 abgeschlossen.

Nicht nur deshalb herrschte gute Laune auf der Luzerner Allmend. Die NLA-Saison steht kurz bevor. Und das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, wenn man die jüngere Geschichte kennt. Der Spitzenfussball in Luzern stand im Frühling auf der Kippe. Weil die FCL Innerschweiz AG sich trotz Absichtserklärung nicht im Stande sah, den Frauenspitzenfussball zu integrieren, warf der Frauenvorstand das Handtuch. Die Frauenteams, die bis anhin im FC Luzern Breitensport angesiedelt waren und vom FCL Frauenvorstand alimentiert wurde, existierte nicht mehr. Es war die Rede von einem Neuanfang an einem neuen Ort inklusive einem potenziellen Zwangsabstieg in die 4. Liga. Doch dann formierten sich Kräfte im Umfeld der Mädchen und Frauen.

Kooperation mit FCL Innerschweiz AG

So auch Thomas Bluntschli, dessen Töchter Lucille (17) und Larissa (15) ebenfalls beim FCL (U19 und U17) spielen. «Ich kannte ja den Frauenfussball und halte viel davon. Ich meldete mich beim ehemaligen Präsidenten und bot meine Mithilfe an», sagte der ehemalige NLB-Spieler des FC Aarau, der verletzungshalber bereits im Alter von 18 Jahren seine Karrierepläne begraben musste. Dabei hatte Bluntschli nicht etwa das Präsidentenamt im Sinn. Aber nachdem Urs Dickerhof, Präsident des Innerschweizerischen Fussballverbandes, sich in dieser Sache einsetzte, konnte der Seetaler aus Schongau überredet werden. Der Verein FCL Breitensport nahm die FCL-Frauen wieder auf, aber diesmal als eigenständige Sektion. Auch die Wogen mit dem Verwaltungsrat und dem CEO der FCL Innerschweiz AG haben sich inzwischen geglättet. «Wir haben eine gute Beziehung mit der AG und treffen uns regelmässig», so Bluntschli. Eine Integration sei in naher Zukunft aber kein Thema, aber eine Kooperation wurde vereinbart. So arbeiten beide Vereine in administrativen Teilbereichen zusammen.

Glenn Meiers neue Herausforderung

Neuer Trainer des NLA-Teams ist Glenn Meier. Der 30-Jährige ist zugleich technischer Leiter des FCL-Frauen-Spitzenfussballs. Zuvor war er acht Jahre als Spieler und Trainer beim FC Eschenbach (2. Liga inter) tätig. «Ich brauchte eine neue Herausforderung», sagte er und war sofort positiv überrascht. «Ich stellte mir vor, dass es viel schwieriger sei, mit Frauen und Mädchen zu arbeiten.» Das Gegenteil ist der Fall, was auch Sandro Waser, letzte Saison Trainer beim FC Emmenbrücke (3. Liga) und jetziger U17-Trainer, aufgefallen ist. «Es ist viel angenehmer als bei den Männern.»

Sportlich hingegen stellt sich Meier auf eine schwierige Saison ein. «Wir hatten zwar wenige Abgänge, aber ein sehr junges Kader.» Dieses wurde mit sechs U19-Spielerinnen aufgestockt. «Es wird eine Reise ins Ungewisse, was es aber auch spannend macht. Zu Beginn werden wir etwas tiefstapeln müssen.» Die erste Reise führt morgen Samstag nach Yverdon. Meier ist überzeugt vom Potenzial, das in seinem Team schlummert. «Die meisten U19-Spielerinnen im NLA-Team spielen in der Nationalmannschaft und sind technisch hervorragend ausgebildet.» Meier muss mit einem Budget auskommen, das rund 30 Prozent tiefer ist als bei seinen Vorgängern. Doch dafür ist die Zukunft der nächsten drei Jahre gesichert. Und auch dank des neuen Hauptsponsors können sich die Frauen des FCL wieder mit voller Energie und Hingabe dem Balljonglieren widmen.

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

NLA Frauen

1. Runde. Samstag. 18.00: Lugano – Grasshoppers. – 18.30: FC Zürich – Aarau. – 20.00: Yverdon – FC Luzern. – Sonntag. 14.00: Basel – Young Boys.

Das Kader

Natascha Honegger (Jahrgang 1997/Position Tor).

Marie-Andrea Egli (1989/Verteidigung), Luisa Felder (1998/Verteidigung), Chantal Wyser (1999/Verteidigung), Fabienne Lötscher (1998/Verteidigung), Valérie Zürni (1988/Verteidigung), Rahel Graf (1989/Verteidigung).

Emanuela Schürch (1998/Mittelfeld), Chantal Ruf (1999/Mittelfeld), Nina Stapelfeldt (1995/Mittelfeld), Raquel Videira (1997/Mittelfeld), Teuta Ameti (1997/Mittelfeld), Alicia Haller (1999/Mittelfeld), Nicole Remund (1989/Mittelfeld), Rahel Sager (1990/Mittelfeld), Fabiola Scheiber (1994/Mittelfeld), Rahel Tschopp (2000/Mittelfeld).

Melina Scodeller (1992/Sturm), Leandra Schegg (1999/Sturm), Géraldine Reuteler (1999/Sturm), Irina Brütsch (1995/Sturm).

Zuzüge:Videira (FC Zürich), Ameti (FC Aarau).

Abgänge:Fabienne Paglia (Karrierenende), Saranda Hashani (BV Cloppenburg, 2. Bundesliga), Jana Schneider (FC Luzern, 1. Liga), Nadine Böni (FC Basel). Claudia Rodriguez (FC Baar, 1. Liga), Sanja Djokic (Rapperswil-Jona, 1. Liga).

Trainer: Glenn Meier (neu).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.