FCL-YB: Die Fakten zum Cup-Viertelfinal

Pascal Schürpf mit einem Doppelpack, Christian Schneuwly und Ruben Vargas schiessen den FC Luzern zum sensationellen 4:0-Cup-Erfolg gegen den unangefochtenen Super-League-Leader Young Boys. Der FCL wirft im ersten Heimspiel unter Thomas Häberli die Mannschaft des Ex-FCL-Trainers Gerardo Seoane aus dem Cup und steht im Halbfinal gegen Thun.

Daniel Wyrsch
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Die Szene des Spiels

Pascal Schuerpf und Ruben Vargas feiern das 2:0. Zwei weitere Tore sollten noch folgen. (Bild: Urs Flueeler/Keystone, Luzern, 6. März 2019)

Pascal Schuerpf und Ruben Vargas feiern das 2:0. Zwei weitere Tore sollten noch folgen. (Bild: Urs Flueeler/Keystone, Luzern, 6. März 2019)

In der 62. Minute fällt die Vorentscheidung im bis zu diesem Zeitpunkt noch sehr offenen Cup-Viertelfinal: Captain Schneuwly flankt perfekt zum vor das Tor eilenden Schürpf, der volley in die Torecke zum 2:0 trifft. 

Das Resultat

Das 4:0 gegen YB ist für Luzern ein grossartiges Ergebnis: Unter Seoane haben die Berner in 35 Pflichtspielen noch nie so hoch verloren. Es ist überhaupt erst die sechste Niederlage für den Ex-FCL-Trainer mit YB, viermal verlor er in der Champions League, nur zweimal in nationalen Wettbewerben; beide Male gegen Luzern! Das erste Mal in der Liga Anfang Oktober in Bern 2:3 - damals wurde der FCL noch vom inzwischen entlassenen René Weiler gecoacht.

Das hat zu reden gegeben

FCL Fans protestieren gegen die frühe Anspielzeit. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)

FCL Fans protestieren gegen die frühe Anspielzeit. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)

Rund 30 Chaoten aus dem Luzerner Block ziehen vor dem Match eine unnötige Show ab: Sie demonstrieren im Tor von YB-Hüter Von Ballmoos gegen die frühe Anspielzeit um 18 Uhr. Diese war wegen der Uefa-Champions-League-Spiele so früh angesetzt worden. Die Ultras spannen Ketten zwischen die Pfosten und an die Latte. Diese müssen von zwei Arbeitern des Klubs mit einer grossen Zange gelöst werden. Von den FCL-Ordnern greift auf Anweisung von Stadionmanager Daniel Böbner, der diesen Entscheid auf SRF 2 begründet, keiner ein. Sie seien durch Fanarbeiter mit den Ultras während der Aktion im Gespräch gewesen, sagte Böbner in der Pause dem Schweizer Fernsehen. Gewiss ist, dass dieser Vorfall den FC Luzern eine saftige Busse kosten wird. 

Weil die Ketten mit einer Zange wieder entfernt werden mussten, kam es zu einer Verzögerung des Spielbeginns. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)

Weil die Ketten mit einer Zange wieder entfernt werden mussten, kam es zu einer Verzögerung des Spielbeginns. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)

Die erste Halbzeit

Der Cup-Hit gegen YB fängt wegen den erwähnten Chaoten mit fünfminütiger Verspätung an. Das Spiel ist aber sofort lanciert – durch die Young Boys nach 31 Sekunden: Assalé spielt Sow frei, der scheitert am herauseilenden FCL-Goalie Zibung. In der 5. Minute passt Voca steil auf Schürpf, der an YB-Torhüter Von Ballmoos vorbei zum 1:0 einschiebt. Keine 180 Sekunden später wird Luzern-Innenverteidiger Lucas Alves im Strafraum der Berner von Mbabu mit dem Fuss am Knie getroffen, doch Schiedsrichter Sandro Schärer pfeift den absolut gerechtfertigten Foulpenalty nicht. In der Folge ziehen sich die Luzerner immer mehr zurück, denn die Young Boys drängen sie mit ihrer spielerischen Klasse in die Zone vor dem eigenen Tor. Nsame vergibt zwei Chancen für YB, Eleke verwertet zwei Gelegenheiten für Luzern nicht. 

Die zweite Halbzeit 

Die zweiten 45 Minuten gehören dem FCL – wenigstens ab der 62. Minute und dem 2:0 durch Doppeltorschütze Schürpf. In der 69. legt Schneuwly mit einem Freistoss zum 3:0 nach. Und in der 75. Minute schiesst Toptalent Vargas den schönsten Treffer des Abends: nach einem abgewehrten Corner Schneuwlys nimmt der Youngster an der Strafraumgrenze Mass und schlenzt den Ball mit dem Innenrist zum 4:0 ins Lattenkreuz. YB hat dem FCL nichts mehr entgegenzusetzen. Luzern feiert am Aschermittwoch-Abend einen seiner schönsten Siege überhaupt!

Am 24. oder 25. April empfängt der FCL den FC Thun zum Cup-Halbfinal in der Swisspor-Arena. Der andere Halbfinal lautet FC Zürich gegen FC Basel.

Die FCL-Noten im Spiel gegen Young Boys:

David Zibung, Torhüter, 5,5 Der zuletzt in die Kritik geratene Routinier bewahrt sein Team nach 31 Sekunden gegen Sow vor dem 0:1. Er spielt auch sonst tadellos. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
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Christian Schwegler, rechter Verteidiger, 5 Er ist gegen seinen Ex-Verein auf den Punkt bereit, lässt seinem Gegenspieler Ngamaleu kaum Raum, greift sehr aggressiv ein. (Bild: Claudio de Capitani/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Lucas Alves (mitte), Innenverteidiger, 5 Erfüllt seine Aufgabe in der Abwehr, zeigt sich aber auch im Angriff mutig. In der 8. Minute foult in Mbabu im Strafraum penaltyreif. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Lazar Cirkovic, Innenverteidiger, 5 Agiert deutlich verbessert im Vergleich zu den letzten Partien. Stark sein Tackling gegen den einschussbereiten Nsame (41.) (Bild: Claudio de Capitani/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Silvan Sidler (rechts), linker Verteidiger, 5 Der U21-Nationalspieler lässt YB-Aussenangreifer Fassnacht nicht zur Geltung kommen, spielt und kämpft sehr diszipliniert. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Christian Schneuwly, rechtes Mittelfeld, 5,5 Der Captain ist glänzender Vorbereiter für Schürpfs 2:0 und trifft selbst per Freistoss zum 3:0. Er spielt unter Häberli wie befreit auf. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Idriz Voca, zentrales Mittelfeld, 5,5 Er hält in der ersten Halbzeit das Team mit einer starken Leistung zusammen, bereitet das 1:0 von Schürpf mit einem Steilpass vor. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Marvin Schulz (rechts), zentrales Mittelfeld, 5 Der Mann rackert im Mittelfeld für zwei, spielt einfach und zweckmässig. Der Deutsche performt erneut auf einem guten Niveau. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Pascal Schürpf, linkes Mittelfeld, 6 Grosser Auftritt des Baslers: Er schiesst Luzern mit einem Doppelpack (5./62.) 2:0 in Front. Die Fans feiern ihn mit seinem Lied. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Ruben Vargas (links), rechter Stürmer, 5,5 Ist agil und findet nach der Pause mehr Raum für seine Schnelligkeit. Beim Traumtor zum 4:0 schaut er zuerst, bevor er mit dem Innenrist ins Lattenkreuz trifft. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)
Blessing Eleke, linker Stürmer, 5 Setzt sich mit seinem robusten Körper immer wieder gut durch, kommt gefährlich vors Tor, lässt im Abschluss und beim letzten Pass die Präzision vermissen. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler, Luzern, 6. März 2019)
Nicht bewertbar: Tsiy William Ndenge, Shkelqim Demhasaj und Olivier Custodio. Benotung: 6 Matchwinner 5 Leistungsträger 4 Normalform 3 Mitläufer 2 Schwachpunkt(Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, )

David Zibung, Torhüter, 5,5
Der zuletzt in die Kritik geratene Routinier bewahrt sein Team nach 31 Sekunden gegen Sow vor dem 0:1. Er spielt auch sonst tadellos. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 6. März 2019)