FCL-Goalie Marius Müller lobt Zibung: «Mit Dave im Ohr wäre ich Königsklasse»

Marius Müller ist der überragende Spieler beim FC Luzern. Der 26-jährige Torhüter stellt aber klar, dass er dem Klub viel zu verdanken hat.

Daniel Wyrsch aus Marbella
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Im Hoch: Der deutsche Torwart Marius Müller vervierfachte seinen Marktwert, seit er in Luzern spielt.

Im Hoch: Der deutsche Torwart Marius Müller vervierfachte seinen Marktwert, seit er in Luzern spielt.

Martin Meienberger/Freshfocus (Marbella, 13. Januar 2020)

Marius Müller über Luzern

«Für mich war der Wechsel im vergangenen Sommer zum FC Luzern kein Schritt zurück. Wenn man die Marktwertsteigerung anschaut, war es sogar ein grosser Sprung nach oben (gemäss Transfermarkt ist die geschätzte Ablösesumme von Marius Müller in Luzern von 0,5 auf 2,0 Millionen Euro gestiegen; Anmerkung der Red.). Und der FCL ist nicht ein kleiner Verein, in der Schweiz ist er ein grosser Klub mit langer Tradition und toller Fankultur. Nach dem halben Jahr in der Innerschweiz kann ich sagen, dass ich habe, was ich wollte: Ich kann nach der langen Zeit bei RB Leipzig als Nummer 3 wieder spielen, habe meinen Vertrag und es geht mir gut. Ich muss aber auch feststellen, dass es mir die Verantwortlichen, die Mannschaft und der Staff einfach gemacht haben. Von meinem Charakter und meiner Wesensart her habe ich mich sofort wohl gefühlt. Dazu kommt die schöne Stadt und Umgebung. Während wir in Leipzig mit dem Besuch einen Stadtspaziergang machen konnten und dann war fertig, ist es in Luzern damit längst nicht getan. Die Gegend ist vielfältig mit dem Vierwaldstättersee und den Bergen, da können meine Frau Vivien und ich viel unternehmen. Wir sind Naturmenschen, die Region passt zu uns.»

Maris Müller über das Torhüterteam

«Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist gut, besonders gern bin ich mit Pascal Schürpf, Marvin Schulz und David Zibung zusammen. Hin und wieder unternehmen wir auch privat etwas zusammen. Im Goalieteam mit Dave, Trainer Lorenzo Bucchi und dem immer konsequent mitziehenden Simon Enzler arbeiten wir fokussiert. Während es in der Gruppe Freude macht, hatte ich anderswo schon andere Verhältnisse erlebt. Lorenzo macht abwechslungsreiche Trainings und erkenntnisreiche Analysen. Von ihm und Zibung kann ich enorm viel profitieren. Dave hat mit seinen über 500 Pflichtspielen für Luzern eine unfassbare Erfahrung. Ich habe viel von ihm beigebracht bekommen, gerade was das Stellungsspiel betrifft. Wären technische Hilfsmittel wie bei den Schiedsrichtern ebenso für Torwarte möglich, mit Dave im Ohr wäre ich Königsklasse. Er als mein Gehirn –wir würden zusammen in der Champions League spielen!»

Marius Müller über den Trainerwechsel

«Wir haben eine Mannschaft mit Spielern, die an die Hand genommen werden müssen. Unser neuer Trainer Fabio Celestini hat einen klaren Plan, jeder weiss, was er zu tun hat. In der ersten Woche ging es um die Basisdinge, wir haben wie bei einem Haus ein Fundament gelegt. Er ist ein Trainer, der Fussball spielen will, der für das moderne Spiel steht. Das ist für uns top, aber auch eine Umstellung und ein längerer Prozess. Wichtig ist, dass jeder die neue Spielanlage versteht. Arbeiten wir so fokussiert weiter wie bisher, dann werden wir mit der aktuellen Tabellenlage nichts mehr zu tun haben. Das Team hat deutlich mehr Qualität als Platz 8, wo wir aktuell stehen. Zu dieser Aussage stehe ich. Aber uns muss klar sein: Es zählt nicht nur die Arbeit unter der Woche, sondern am Samstag und Sonntag, wenn gespielt wird. Ab dem 25. Januar zählt’s gegen Zürich.»

Marius Müller über die Zukunft

«Ich muss nach vorne schauen, hinter die Hinrunde habe ich einen Haken gesetzt. Ich bin im neuen System stärker gefordert, vermehrt auch hinten herauszuspielen statt vor allem die langen Bälle zu schlagen. Selbstverständlich will ich mich auch in anderen Bereichen weiterentwickeln, ich kann und will mich verbessern. Wie es Ende Saison weitergeht? Nach sechsmal umziehen in den letzten sechs Jahren hätte ich nichts dagegen, im kommenden Sommer mal wohnen zu bleiben. Nur um Ersatzkeeper zu sein, gehe ich nirgendwo mehr hin.»

Marius Müller im Videointerview