Super League
Marius Müller trotzt dem Interesse aus Basel – der FCL-Goalie zeigt dem FCB die kalte Schulter

Marius Müller bleibt beim FC Luzern: Der grosse Rückhalt zieht es vor, weiter beim Cupsieger zu spielen – trotz Interesse des FC Basel.

Daniel Wyrsch
Drucken
Teilen
Torhüter Marius Müller bleibt dem FC Luzern und seiner Nummer 32 weiterhin treu.

Torhüter Marius Müller bleibt dem FC Luzern und seiner Nummer 32 weiterhin treu.

Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 21. Juni 2021)

Vor einem Jahr wollte der FC Basel Trainer Fabio Celestini vom FC Luzern loseisen. Nun versuchten die Basler, Torhüter Marius Müller zu bewegen, ans Rheinknie zu wechseln. Obwohl Heinz Lindner noch einen gültigen Zweijahresvertrag im St.-Jakob-Park hat. Die Bebbi scheiterten das zweite Mal an einem Luzerner – auch der 27-jährige Marius Müller zeigte dem FCB schliesslich die kalte Schulter.

Zu einem Gespräch hatte sich der Ex-Profi von RB Leipzig und Kaiserslautern mit den Basel-Verantwortlichen getroffen, aber offensichtlich fühlt sich der deutsche Keeper beim FCL wohler. Hier ist Müller längst ein Leistungsträger und eine in der Mannschaft, im Klub und bei den Fans geschätzte Person.

Bedeutender Anteil am Cup-Triumph

Mit den Innerschweizern feierte «Mülli», wie sie ihn rufen, am 24. Mai den Cupsieg. Der erste Titel für den FC Luzern nach 29 Jahren des Wartens. Marius Müller hatte daran grossen Anteil: Im Viertelfinal in Lugano (2:1-Sieg n.V.) war er der Held – neben den Torschützen Pascal Schürpf und Ibrahima Ndiaye.

Überhaupt war auf Marius Müller in den zwei Jahren beim FCL Verlass, der Torhüter spielte auf konstant hohem Niveau. Zudem überzeugt er mit seiner Persönlichkeit, seinem Eifer und dem unbedingten Siegeswillen.

Auf die Nummer 1 von David Zibung verzichtet

Marius Müller mag über den Kontakt zum FCB nicht reden, weder bestätigt er ein Gespräch mit den Bebbi, noch dementiert er ein solches. Doch im Interview mit unserer Zeitung spricht er deutlich in die Richtung, dass er dem FCL treu bleibt – so sagt er: «Ich habe sehr viele Leute gesehen, die das Pokaltrikot mit meiner 32 gekauft haben. Ich möchte, dass sie das Leibchen anziehen können und die Nummer noch immer passt.»

Marius Müller verzichtet auf die frei gewordene Nummer 1 des zurückgetretenen 37-jährigen Luzern-Urgesteins David Zibung – aus Respekt gegenüber seines Vorgängers im Tor: «Ich denke, er hat die Nummer würdevoll 20 Jahre getragen. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Nummer 1 dieses Jahr frei bleibt. Das haben wir auch mit der Liga abgeklärt, damit kein Spieler die Eins nimmt. Das gehört sich so.» Müller hatte während der zwei Jahre beim FCL immer wieder von der Zusammenarbeit mit Zibung geschwärmt, weil dieser ihn permanent unterstützte und seine immense Erfahrung einbrachte.

Zuerst Verletzung ausheilen – erst danach verlängern

Im Moment schlägt sich Müller mit einer hartnäckigen Adduktorenblessur herum. Bereits die letzten zwei Monate der Vorsaison konnte er deswegen nur mit Schmerzmitteln spielen. Nach der Sommerpause musste er zwei Wochen der Vorbereitung mit dem Mannschaftstraining aussetzen. Am Montag trainierte er erstmals zusammen mit der neuen Nummer 2, Vaso Vasic. Über den 31-jährigen Ex-GC-Hüter aus dem Aargau sagt Müller: «Mein erster Eindruck: Er ist ein sehr guter Typ, der bereit ist, Gas zu geben.»

Nach der Absage an Basel: Wie schaut es mit der Verlängerung des im Sommer 2022 auslaufenden Vertrags mit Luzern aus? «Zuerst muss ich die Verletzung sauber wegbekommen und die Saison anfangen. Dann können wir uns zusammensetzen.» Das sei so mit Sportchef Remo Meyer abgemacht. Wenn die Zeit reif sei, würden sie sich treffen, ein Tag reiche, sagt Müller.

Das Interview mit Marius Müller: