Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FCL-Goalie Salvi ist angriffslustig

Mirko Salvi (24) ist mit breiter Brust ins Luzerner Trainingslager nach Marbella gereist. In Frankreich hatte er hart am Comeback gearbeitet, trainierte gar mit einem Leichtathletik-Star.
Daniel Wyrsch, Marbella
Mirko Salvi will die Luzerner Verantwortlichen in der Rückrunde mit starken Leistungen von sich überzeugen - und beim FCL bleiben. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Mijas/Marbella, 12. Januar 2019))

Mirko Salvi will die Luzerner Verantwortlichen in der Rückrunde mit starken Leistungen von sich überzeugen - und beim FCL bleiben. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Mijas/Marbella, 12. Januar 2019))

Mirko Salvi (24) ist eine ehrliche Person. Wenn dem Romand mit italienischen Wurzeln etwas sauer aufstösst, dann sagt er ­seine Meinung. Nicht ganz zu ­Unrecht stellt er fest, dass er als FCL-Torhüter von den Medien oft zu hart kritisiert worden ist. Man könnte nun behaupten, er sei womöglich zu sensibel für das harte Geschäft. Doch das wäre eine undifferenzierte Einschätzung in seinem besonderen Fall.

Vergleichen mit Omlin und Zibung ausgesetzt

Im vergangenen Sommer war Salvi nach einem Jahr auf der Basler Ersatzbank via seinem neuen Arbeitgeber GC mit Kaufoption dem FC Luzern ausgeliehen worden. Dort schwärmten alle von den Riesenparaden des Obwaldners Jonas Omlin (24), der gerade zum FC Basel transferiert worden war. Salvi konnte beim FCL als Nachfolger des «verlorenen Sohnes» Omlin fast nur verlieren. So ist es denn auch gekommen: Salvi hielt in neun Partien nicht schlecht, aber auch nicht durchgehend überzeugend. Omlins Vorgänger David Zibung (35) durfte für ihn gegen YB ran, zählte zu den Matchwinnern beim 3:2-Sieg gegen den Meister.

Für Mirko Salvi kam es in der Woche darauf noch schlimmer: Er riss sich im Training auf dem neuen Krienser Kleinfeld-Kunstrasen das Innenband des rechten Knies. «Dabei konnte ich froh sein, dass ich nicht eine noch schlimmere Verletzung erlitt», sagt er. Wenigstens das Kreuzband hielt, aber auch so musste er den Platz zwischen den Pfosten drei Monate lang kampflos ­Zibung überlassen. Der machte seine Sache ordentlich, und ­Zibung hat den Vorteil, in Luzern als dienstältester Profi geschätzt und respektiert zu werden.

Weiler wird sich für einen Goalie entscheiden müssen

Salvi dagegen kämpft als bald 25-jähriger Keeper immer noch um die Aufmerksamkeit der Mitspieler. Zibung ist ihm in Sachen Persönlichkeit und Erfahrung (373:53 Super-League-Spiele) voraus. Doch der Westschweizer ist angriffslustig in den Trainingsbetrieb mit der Mannschaft zurückgekehrt. «Ich kann jeden Tag zeigen, dass ich da bin», sagt er mit einem schelmischen Lächeln. Seit dem 3. Januar gehört er wieder zum Goalieteam von Spezialtrainer Lorenzo Bucchi.

Auf die Diskussionen um die Nummer 1 der Rückrunde lässt sich Salvi nicht ein. «Ob es zwischen Dave und mir einen Zweikampf um den Platz im Tor gibt, das weiss nur der Trainer.» René Weiler handhabt es in dieser Sache wie gehabt: Er will sich nicht festlegen, wer die Nummer 1 ist.

Mit dem schnellsten weissen Sprinter trainiert

Salvi macht zuversichtlich, dass er fit wie kaum je zuvor ist. Zur Rehabilitation verbrachte er einen ganzen Monat im Europäischen Center für eben diesen ­Bereich in Saint-Raphaël an der Côte d’Azur nahe bei Cannes. Aber nicht etwa, um dort das Jetset-Leben zu geniessen, sondern um hart zu schuften. Acht Stunden trainierte er täglich, «während die Massage nur fünf Minuten dauerte», erzählt er. Dabei machte er die Übungen teils an der Seite eines Leichtathletik-Stars. Der Franzose Christophe Lemaitre (28) ist der erste weisse Sprinter, der die 100 Meter unter 10 Sekunden gelaufen ist. 9,92 ist seine Bestzeit. Vielleicht gibt die Bekanntschaft mit Lemaitre Salvi frischen Schub. Der meint passend dazu: «Ich freue mich, wieder Gas geben zu können.»

Zu GC war er übrigens gegangen, weil Murat Yakin ihn verpflichtet hatte. Der ist heute Sion-Trainer. Salvi jedenfalls hofft, dass er die FCL-Leitung doch noch überzeugen kann.

Jacot, der junge Torhüter mit Potenzial

Loïc Jacot macht auch im Trainingscamp von Mijas/Marbella auf sich aufmerksam.(Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (12. Januar 2019))

Loïc Jacot macht auch im Trainingscamp von Mijas/Marbella auf sich aufmerksam.
(Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (12. Januar 2019))

Loïc Jacot hat schon mal daran geschnuppert, wie es als letzter Mann des FC Luzern sein könnte. Am Dienstag hütete er im Testspiel gegen Winterthur (1:2) in Kriens das Tor der Innerschweizer. «Für mich war das super», sagt der 19-jährige Keeper aus Hauterive im Kanton Neuenburg über seinen persönlichen Einstand.
Seit Sommer ist der Romand, der mit Neuchâtel Xamax einen Vertrag bis 2021 hat, an Luzern ausgeliehen. Er hat sich nach Anfangsschwierigkeiten mit dem Rhythmus und der Sprache immer besser eingelebt. Sportchef Remo Meyer hält viel von ihm, ist daran interessiert, den Jungprofi mit Potenzial Ende Saison zu übernehmen. Jacot sagt «on ­verra» – schauen wir, wie es kommt. Er fühlt sich bei Goalietrainer Lorenzo Bucchi und den anderen Keepern David Zibung und Mirko Salvi sehr gut aufgehoben. «Ich kann sehr viel von ihnen lernen», sagt er. «Sie lehrten mich, auf Gegentore die richtige Antwort zu ­geben.» Jacot bleibt offiziell die Nummer 3, dennoch ist er nun ­einen Schritt weiter. (dw)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.