FCL-Heimspiele werden bewilligungspflichtig

Der Luzerner Kantonsrat hat am Montag den Beitritt zum verschärften Hooligan-Konkordat beschlossen. Das härtere Vorgehen gegen gewalttätige Fans war praktisch unbestritten.

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Das verschärfte Hooligan-Konkordat soll für mehr Sicherheit in den Stadien sorgen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das verschärfte Hooligan-Konkordat soll für mehr Sicherheit in den Stadien sorgen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Seit rund zwei Jahren ist in allen Kantonen das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen in Kraft. Das Hooligan-Konkordat konnte aber nicht verhindern, dass es bei Fussball- und Eishockeyspielen immer noch zu Ausschreitungen kommt.

Die Justiz- und Polizeidirektoren der Kantone verschärften deshalb das Hooligan-Konkordat. Dieser neuen interkantonalen Vereinbarung stimmte das Luzerner Parlament mit 99 zu 3 Stimmen zu. Ebenfalls am Montag beschloss auch der Zürcher Kantonsrat mit 132 zu 23 Stimmen den Beitritt zum verschärften Hooligan-Konkordat. Das letzte Wort hat in Zürich möglicherweise das Volk: Ein Bündnis aus verschiedenen Fanlagern hat das Referendum angekündigt.

Kein rechtsfreier Raum

Armin Hartmann (SVP) sagte als Sprecher der vorberatenden Kommission, das Volk habe wenig Verständnis für Gewalt an Sportanlässen. Es sei Pflicht des Staats, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Sportveranstaltungen dürften keine rechtsfreie Räume sein.

Im Zentrum der Revision steht die neue Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Liga der Männer. Die Spiele der unteren Ligen und der anderen Sportarten können von den Behörden bei Bedarf bewilligungspflichtig werden.

Mit dem Konkordat werden auch die bereits bestehenden Massnahmen gegen Hooligans verschärft. Ein Rayonverbot - das Verbot, ein bestimmtes Gebiet zu betreten - kann neu für bis zu drei Jahre ausgesprochen werden. Bisher war es maximal ein Jahr.

Das Konkordat war im Kantonsrat praktisch unbestritten. Patrick Meier CVP) sagte, das Konkordat helfe mit, dass der Sport wieder ins Zentrum rücke. Nadja Britschgi (SVP) hätte sich sogar noch weitergehende Massnahmen gegen Gewalt gewünscht.

Martin Krummenacher (SP) unterstützte das Konkordat. Dieses müsse aber verhältnismässig angewendet werden, weil es Grundrechte tangiere. Auch die Grünen und die FDP sprachen sich für das verschärfte Hooligan-Konkordat aus.

Kleine Minderheit übt Kritik

Doch es gab auch vereinzelte Kritik. Samuel Odermatt (GLP) sagte, es sei heuchlerisch, Gesetze zu erlassen und gleichzeitig den Kapazitätsausbau der Polizei abzubremsen.

Gegen das Konkordat waren Juso-Mitglieder (siehe Box unten). Hasan Candan sagte, eine strengere Verfolgung und Überwachung der Fans lösten das Problem nicht. Die grosse Mehrheit der Fans verhalte sich korrekt. David Roth sagte, das Konkordat stelle Unbescholtene unter Generalverdacht.

Regierungsrätin Yvonne Schärli sagte, sie bedauere es sehr, dass der vom Konkordat vorgegebene Weg begangen werden müsse. Das Phänomen Hooligans gebe es aber nicht nur in Luzern, sondern weltweit. Schärli sagte, Luzern gehe das Problem nicht nur mit Repression, sondern auch mit Prävention an. Die Zusammenarbeit mit dem FC Luzern sei sehr gut. Die Justizdirektorin anerkannte zudem die Leistung der Fans für die Stimmung im Stadion.

sda

Juso enttäuscht über Annahme des Hooligan-Konkordats

Die Juso bedauert Entscheid des Kantonsrat über den Beitritt des Kantons Luzern zum Hooligan-Konkordat. aus, die JUSO bedauert diesen Entscheid. Alleine durch eine Verschärfung der Auflagen für die Vereine, strengere Verfolgung und Überwachung der Fans könne das Problem nicht gelöst werden, schreibt die Juso in einer ersten Stellungnahme. Der Kanton beklage sich ständig wegen den hohen Kosten, doch er selbst verursache diese, durch Aufblasen des repressiven Apparats. Die Juso sei entschieden gegen die Kriminalisierung aller FCL-Fans.

pd/zim