Interview

FCL-Kommunikationschef Markus Krienbühl: «5000 bis 8000 Fans würden sehr helfen»

Droht eine Verlängerung der Obergrenze von 1000 Zuschauern bis März 2021 oder kann die SFL das neue Schutzkonzept in der neuen Saison anwenden? Für den Schweizer Fussball wird der Beschluss des Bundesrats wegweisend sein.

Daniel Wyrsch
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FCL-Medienchef Markus Krienbühl freut sich an seinem Geburtstag mit Torhüter Marius Müller über den Sieg gegen Thun.

FCL-Medienchef Markus Krienbühl freut sich an seinem Geburtstag mit Torhüter Marius Müller über den Sieg gegen Thun.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 5. Juli 2020)

Die Swiss Football League (SFL) hat mit einem Schutzkonzept die Grundlagen für die Durchführung der neuen Super-League-Saison geschaffen. Dank der Massnahmen sollen pro Stadion mindestens 50 Prozent der Sitzplatzkapazität ausgelastet werden können. Dagegen wäre es für den Schweizer Fussball finanziell eine Katastrophe, sollte der Bundesrat am 12. August die Obergrenze von 1000 Zuschauern an Sportveranstaltungen bis März 2021 verlängern – auch für den FC Luzern. Wir sprachen mit FCL-Medienchef Markus Krienbühl.

Was wären für den FC Luzern die finanziellen Folgen, wenn bis März 2021 weiterhin nur 1000 Zuschauer pro Match ins Stadion dürften?

Markus Krienbühl: Da die finanziellen Rahmenbedingungen sich immer noch stetig verändern, ist dies nicht abschliessend zu sagen. Wir hoffen aber stark und arbeiten daran, dass nächste Saison das neue Schutzkonzept der SFL ein gangbarer Weg sein wird, um die Gesundheit aller Beteiligten zu garantieren – und wieder mehr Zuschauer zu unseren Heimspielen zugelassen werden können.

Stehplätze sind verboten, Gästefans nicht zugelassen. Dazu kommt die Maskenpflicht im Stadion. Muss die Schutzmaske bereits auf dem Vorplatz oder erst beim Eingang getragen werden?

Generell gilt nach dem Vorschlag der SFL die Maskenpflicht in allen Bereichen des Stadions. Inwieweit dies auch zum Beispiel für die Vorzone bei der Swisspor-Arena gilt, wird noch Bestandteil der weiteren Abklärungen sein.

Hat der FCL zur Maskenpflicht im Stadion schon erste Reaktionen von Fans bekommen?

Nein, bis jetzt noch nicht, wahrscheinlich herrscht in der Bevölkerung aber eine breite Akzeptanz für gewisse Einschränkungen, damit es wieder möglich wird, ins Stadion zu gehen.

Wie viele Eintritte braucht der FCL, um nächste Saison nicht in Insolvenz zu geraten?

Wenn wir das ganze Stadion benützen dürfen, dann wären 5000 bis 8000 Fans sicherlich eine realistische Zahl, die uns finanziell enorm helfen würde. Es ist unser Minimalziel, dass mindestens alle unsere Saisonkarteninhaber und Hospitalitygäste Einlass erhalten.

Falls der Bund das Bewilligungsverfahren in die Obhut der Kantone gibt, was würde dies für den FCL bedeuten?

Die SFL muss eine einheitliche Lösung für alle Vereine finden. Für uns ist es aber nachvollziehbar, wenn die Bewilligung in der Kompetenz der Kantone liegt. Mit der Luzerner Gesundheitsdirektion haben wir einen regen und konstruktiven Austausch.

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