Kommentar

Kredit von Thomas Häberli ist aufgebraucht

Redaktor Daniel Wyrsch schreibt, eine Trennung von FCL-Trainer Thomas Häberli wäre nachvollziehbar. Aber auch Sportchef Remo Meyer ist nicht frei von Kritik.

Daniel Wyrsch
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Das Team von Trainer Thomas Häberli steckt nach drei Liga-Niederlagen in Folge gegen Xamax, Lugano und Servette in der Misere. Die Gefahr ist real, dass der FC Luzern in den vier Meisterschaftsspielen gegen die Top-4-Teams Zürich, St.Gallen, YB und Basel kaum punkten und somit auf dem Barrage-Platz über­wintern wird.

In dieser brenzligen Situation entzieht Sportchef Remo Meyer Trainer Thomas Häberli die Rückendeckung. Meyer stellt fest, dass das Potenzial des Teams nicht ausgeschöpft worden sei, eine Jobgarantie über die zweiwöchige Nati-Pause hinaus bekommt Häberli nicht. Meyer benutzt ungewohnt deutliche Worte, lässt offen, ob Häberli im nächsten Spiel noch FCL-Coach ist.

Die Aussagen von Remo Meyer lassen nur einen Schluss zu: Thomas Häberli wird nicht mehr die Gelegenheit erhalten, das Steuer noch herumreissen zu können. Es macht ganz den Anschein, dass der FCL-Sportchef bloss noch ein paar Tage Zeit gewinnen will, um bei Häberlis Freistellung bereits dessen Nachfolger präsentieren zu können. Fakt ist: Das Team hat sich unter Häberli kaum weiterentwickelt, die Resultate stimmen nicht. Insofern wäre eine Trennung nachvollziehbar. Remo Meyer müsste aber gleichzeitig attestiert werden, dass er zuletzt ein schlechtes Händchen für Trainer hatte: René Weiler entliess er nach acht Monaten, Nachfolger Häberli nur gerade neun Monate später.