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FCL läuft dem FCZ ins «offene Messer»

Über 10'000 Zuschauer sehen in der Swisspor-Arena schnellen und attraktiven Super-League-Fussball. Allerdings macht der FC Luzern dem spielstarken FC Zürich das Toreschiessen zu einfach und verliert hoch mit 2:5.
Daniel Wyrsch
Luzerns Olivier Custodio (in Blau) im Zweikampf mit FCZ- und Ex-FCL-Spieler Hekuran Kryeziu. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))

Luzerns Olivier Custodio (in Blau) im Zweikampf mit FCZ- und Ex-FCL-Spieler Hekuran Kryeziu. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))

Stephen Odey (20) muss sich für ein paar Sekunden vorgekommen sein wie einst zu Hause in Nigeria. Dort spielte der junge Nigerianer früher oft mit Freunden auf einem grossen, offenen Feld Fussball. Der Ball von Salim Khelifi flog zu ihm in die Platzmitte, vor Odey standen mit Lazar Cirkovic und Stefan Knezevic nur noch zwei Luzerner Innenverteidiger sowie ganz hinten im Tor David Zibung. Viel Platz für einen schnellen und technisch gut beschlagenen Mittelstürmer. FCL-Trainer René Weiler muss das schwache Abwehrverhalten von Cirkovic und Knezevic zu denken geben. Sie liessen Odey gewähren.

Im Fall von Knezevic kann man eher Verständnis für das Nichteingreifen aufbringen, denn der Seetaler war der hinterste Feldspieler und damit rotgefährdet, als Odey den zu wenig cleveren Cirkovic wie eine lästige Fliege abgeschüttelt hatte. Am Ende krönte FCZ-Stürmer Odey seinen dynamischen Durchbruch mit dem 2:1, er netzte an Zibung vorbei ein. Somit vernaschte der Angreifer aus Lagos die zentrale FCL-Hintermannschaft in der 27. Minute, als ob die drei Profis Schulbuben seien. Weiler sprach von einem Abstimmungsproblem, das zu diesem vermeidbaren zweiten Gegentreffer geführt hatte.

Der Luzerner Ruben Vargas wird an der Strafraumgrenze vom Zürcher Umaru Bangura (rechts) gefoult. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Der Luzerner Tomi Juric (rechts) behauptet sich gegen den Zürcher Umaru Bangura. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Luzerns Stefan Kenezevic, rechts, im Kampf um den Ball gegen Zürichs Stephan Odey. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Luzern, 4. November 2018))
Der Luzerner Olivier Custodio (links) gegen den Ex-Luzerner Hekuran Kryeziu. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Der Zürcher Andreas Maxso (Mitte links) gewinnt das Kopfballduell gegen den Luzerner Marvin Schulz. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Luzerns Tomi Juric (Mitte) kommt nicht mehr an den durch Blessing Eleke abgefälschten Ball heran. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Der 1:1-Ausgleich durch Luzerns Blessing Eleke. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Luzerns Torhüter David Zibung kann es nicht verhindern: Das Tor zum 1:4 für den FC Zürich. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus (Luzern, 4. November 2018))
Der Zürcher Adrian Winter trifft zum 2:5, vorbei an Luzerns Torhüter David Zibung. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Enttäsucht: Luzerns Tomi Juric nach dem Spiel. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
Auch Luzerns Idriz Voca (links) und Otar Kakabadze zeigen sich konsterniert nach dem Spiel. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Luzern, 4. November 2018))
Die FCL-Spieler bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans für den Support. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. November 2018))
FCL-Trainer Rene Weiler mit nachdenklicher Miene während dem Spiel. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus (Luzern, 4. November 2018))
Jubel bei Zürichs Trainer Ludovic Magnin (links) und Zürichs Assistenztrainer Rene van Eck nach dem Sieg. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 4. November 2018))
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FC Luzern - FC Zürich 2:5

Dieses 1:2 war aus Sicht der Innerschweizer der Tiefpunkt in dieser temporeichen und unterhaltsamen Partie. Fünf Minuten zuvor hatte der FCL Abwehrlücken bei den Zürchern zum 1:1-Ausgleich genutzt: Nach einem Eckball der Gäste passte der gut eingestellte Mittelstürmer Tomi Juric steil auf Blessing Eleke. Der 22-jährige nigerianische Landsmann von Odey setzte sich gegen Toni Domgjoni durch und überwand Zürichs Keeper Yannick Brecher gefühlvoll und gekonnt mit einem Flachschuss.

Die Freude über den Gleichstand währte wie erwähnt nicht lange. Weiler analysierte die Partie mit einer Aussage, die jeder Luzern-Fan auch unterschrieben hätte: «Gefühlt lagen wir in diesem Match immer im Rückstand.» Schon in der 5. Minute schlug der Ball zum ersten Mal hinter Zibung ein. Die Zürcher Khelifi und Domgjoni spielten mit einem doppelten Doppelpass die Abwehr schwindlig, Domgjoni schloss die tolle Aktion mit einem Schlenzer erfolgreich ab. Die definitive Entscheidung brachte der Doppelschlag von BenjaminKololli (70.) und Antonio Marchesano (73.) mit den Toren zum 3:1 und 4:1.

Die Auswechslung von Schulz spielt dem FCZ in die Karten

Weiler hatte mit der Auswechslung des robusten und praktisch fehlerfrei agierenden zentralen Mittelfeldspielers Marvin Schulz in der 59. Minute und beim Stand vom 1:2 dem Team von Ludovic Magnin in die Karten gespielt. Die sonst schon sehr riskante Spielweise, die nur wenig defensive Absicherung geboten hatte, lud den FCZ nun erst recht zum schnellen Umschaltspiel ein. Magnins Offensivkräfte genossen in Luzern fast alle Freiheiten. Weilers Mannschaft lief den Zürchern quasi ins «offene Messer». Der eingewechselte Ex-FCL-Flügel Adrian Winter beendete in der 91. Minute den Torreigen mit dem 5:2, nachdem der ebenfalls eingewechselte Ruben Vargas kurz zuvor mit dem 2:4 noch ein wenig Resultatkosmetik betrieben hatte.

Weiler bezeichnete die 2:5-Klatsche als bitter. Unter dem 45-jährigen Winterthurer hat Luzern nunmehr fünf von sieben Heimspielen verloren. Dank immerhin fünf Saisonsiegen belegt der FCL mit 15 Punkten aber nach wie vor Platz 7.

Heimkehrer Kryeziu trotzt den Pfiffen

Ruhig und gelassen beantwortete Hekuran Kryeziu (25) wenige Minuten nach dem 5:2-Sieg die Fragen der Journalisten. Der aus dem hiesigen Nachwuchs stammende, langjährige FCL-Profi hatte mit dem FC Zürich eine aus seiner Optik mehr als gelungene Rückkehr an seiner ehemalige Wirkungsstätte gefeiert. «Ich bin stolz auf unsere Leistung, die wir hier abrufen konnten», sagte der defensive Mittelfeldspieler. Wobei ihm die Höhe des Sieges mehr oder weniger gleichgültig war, wichtig sei für sie gewesen, endlich wieder zu gewinnen. «Zuletzt hatten wir vier Spiele hintereinander unnötig Punkte liegen gelassen», erklärte Kryeziu. Die äusserliche Entspanntheit von Kryeziu erstaunte dennoch ein wenig, da der gebürtige Küssnachter während der Partie von den FCL-Fans aus der Kurve bei jeder Ballberührung mit einem gellenden Pfeifkonzert eingedeckt worden war. Darauf angesprochen, wiederholte er, was er schon vor dem Match im Interview mit unserer Zeitung gesagt hatte: «Wenn sie Freude daran haben, sollen sie pfeifen.» Trocken ergänzte er: «Ich habe Freude an unserem Sieg.» (dw)

Luzern - Zürich 2:5 (1:2)

10'124 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 5. Domgjoni (Khelifi) 0:1. 22. Eleke (Juric) 1:1. 27. Odey (Khelifi) 1:2. 70. Kololli (Khelifi) 1:3. 73. Marchesano (Kololli) 1:4. 90. Vargas (Schneuwly) 2:4. 91. Winter (Ceesay) 2:5.
Luzern: Zibung; Kakabadse, Knezevic, Cirkovic, Schwegler; Feka, Schulz (60. Vargas); Eleke, Custodio (74. Grether), Schürpf (84. Schneuwly); Juric.
Zürich: Brecher; Rüegg, Bangura, Maxsö, Pa Modou; Hekuran Kryeziu, Domgjoni; Khelifi (78. Rodriguez), Marchesano, Kololli (87. Winter); Odey (84. Ceesay).
Bemerkungen: Luzern ohne Lustenberger, Ndenge und Salvi (alle verletzt). Zürich ohne Aliu, Baumann, Kempter, Omeragic, Palsson und Rohner (alle verletzt). Verwarnungen: 22. Kryeziu (Foul), 30. Kakabadse (Foul), 39. Khelifi (Foul).

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