FCL-Neuzugang Ndenge steht noch immer nicht im Mannschaftstraining

Der FC Luzern ist vor der Länderspielpause mit einem Überraschungs-Sieg beim Tabellenersten YB wieder in die Spur gekommen. Nicht ausgestanden sind die Verletzungssorgen: Allen voran von Tsiy William Ndenge und Claudio Lustenberger. 

Daniel Wyrsch
Drucken
Teilen
Luzerns Mittelfeldspieler Tsiy William Ndenge. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 21. September 2018))

Luzerns Mittelfeldspieler Tsiy William Ndenge. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 21. September 2018))

Die Verantwortlichen des FC Luzern hatten erwartet, dass der hoffnungsvolle Mittelfeldspieler Tsiy William Ndenge in der aktuellen Länderspielpause vor dem Heimspiel gegen den FC Thun vom nächsten Samstag (19 Uhr) ins Mannschaftstraining einsteigt. Doch der 21-jährige Neuzugang vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach leidet weiterhin an einer hartnäckigen Innenbandverletzung.

Eine Prognose, wann Ndenge endlich die erste Einheit unter René Weiler bestreiten kann, wollte Luzerns Trainer nicht abgeben. Er habe den Profi noch nie auf dem Platz gesehen, meinte Weiler nur. Sportkoordinator Remo Meyer dagegen gibt sich zuversichtlich: «Es läuft alles nach Plan, Anfang November wird Tsiy voraussichtlich voll ins Mannschaftstraining einsteigen.»

Meyer rechnet noch im Jahr 2018 mit Ndenges Debüt

Meyer rechnet damit, dass der 1,88 Meter grosse und kräftige Mittelfeldmann noch während der Vorrunde sein FCL-Debüt gibt. «Zwei Monate bleiben bis zur Winterpause zu spielen, individuell trainiert Ndenge bereits mit dem Ball, aber natürlich kommt es darauf an, wie es ihm in den Einheiten mit dem Team läuft.» Ziel sei es, dass der ehemalige deutsche U20-Nationalspieler mit Wurzeln in Kamerun noch in der Hinrunde und damit im Jahr 2018 die ersten Pflichtspiele absolviert.

Ndenge hat in der letzten Saison als Leihprofi für Roda Kerkrade in der niederländischen Ehrendivision gespielt. In der höchsten Landesliga des dreifachen WM-Finalisten (1974, 1978, 2010) kam er verletzungsfrei durch das Spieljahr, bestritt 32 Meisterschaftspartien, schoss zwei Tore und gab zwei Assists. 

Für einen fitten Abräumer ist das Geld gut investiert

Kurz bevor das Transferfenster Ende August schloss, verpflichtete Luzern Ndenge. Die Ablösesumme, die der FCL an Gladbach überwies, soll rund 700'000 Franken betragen haben. Wenn der Mittelfeldmann die erhoffte Physis und Aggressivität ins Spiel der Innerschweizer bringen kann, dann ist das gut investiertes Geld. Nun aber ist beim Verein und bei den Fans weiterhin Geduld gefragt, bis Ndenge seinen ersten Match für die Blau-Weissen bestreiten kann. 

Seit der Saisonvorbereitung im Juli ist Captain Claudio Lustenberger verletzt. Der 31-jährige Linksverteidiger leidet an einer Schambeinentzündung. «Claudio ist auf dem Weg zur Besserung. Bei ihm ist eine Prognose aber immer noch extrem schwer abzugeben. Er macht stetig Fortschritte», teilt der stellvertretende FCL-Mediensprecher Yannick Julen mit. Heisst mit anderen Worten: Auch bei Routinier Lustenberger ist weiterhin viel Geduld notwendig.

Und so läuft es weiteren Luzern-Profis, die aus Verletzungsgründen zuletzt nicht gespielt haben: Innenverteidiger Lazar Cirkovic (26) trainiert seit über einem Monat wieder mit der Mannschaft und hat mittlerweile auch schon zweimal bei der U21 gespielt. Der Serbe kommt zurück von einem Bänderriss am linken Fuss. Mittelfeldspieler Francisco Rodriguez (23) ist in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Er laborierte zuletzt an einer Knieverletzung.

Juric sorgt für unzufriedenen Sportchef

Mittelstürmer Tomi Juric (27) hatte vom 22. April bis Ende September und den beiden Teileinsätzen gegen Basel (1:2) und Sion (1:3) kein Spiel mehr für Luzern bestritten. Im letzten Match vor der Länderspielpause in Bern gegen die Young Boys (3:2) war er wieder verletzt gemeldet. Trotzdem ging er erneut ins Camp mit der australischen Nationalmannschaft. Beim 4:0-Sieg gegen Kuwait Anfang dieser Woche stand er sogar 30 Minuten auf dem Platz.

FCL-Sportchef Meyer ist spürbar unzufrieden mit der Einstellung des Australien-Kroaten, trotzdem will er nichts wissen von einem Winter-Verkauf von Juric. «Er hat noch einen Vertrag bis Sommer bei uns. Für ihn ist es wichtig, möglichst schnell wieder in die Mannschaft zu finden. Danach schauen wir weiter», sagt Meyer.