«Ein extrem harter Schlag für uns» – FCL-Präsident Philipp Studhalter hofft auf finanzielle Unterstützung

Für den FC Luzern haben Spiele mit höchstens 50 Zuschauern existenzielle Folgen. Präsident Philipp Studhalter hofft auf Unterstützung.

Daniel Wyrsch
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Wird es vorerst nicht mehr geben: Zuschauer und Spieler beim Feiern.

Wird es vorerst nicht mehr geben: Zuschauer und Spieler beim Feiern.

Bild:, Eddy Risch / Keystone (Luzern, 20. Juli 2019)

Philipp Studhalter, der Präsident und CEO des FC Luzern, sagt zu den bevorstehenden Geisterspielen:

«Das ist ein verdammt harter Schlag für uns, auch wenn sich das abgezeichnet hat. Das wird eine riesige finanzielle Herausforderung.»

Gleichzeitig betont er aber, dass der FC Luzern die Massnahmen des Bundesrates selbstverständlich mittragen, der Verein alles dafür tun werde, damit die gemäss Experten drohende Überlastung des Gesundheitswesens nicht eintreten werde.

Auf der anderen Seite weist Philipp Studhalter daraufhin, dass das Schutzkonzept einwandfrei eingehalten worden sei, es an den FCL-Spielen keine Ansteckungen gegeben habe. «Für uns ist es ein Schlag ins Gesicht, dass wir unser mit viel personellem Aufwand erarbeitetes Schutzkonzept nach nur einem Heimspiel schon wieder aufgeben mussten.» Hintergrund: Die Luzerner konnten lediglich am 18. Oktober einen Match in der Swisspor-Arena mit mehr als 1000 Zuschauern austragen. Gegen den FC St.Gallen waren am erwähnten Tag rund 3600 Fans im Stadion. Für das strikt eingehaltene Schutzkonzept wurde der FCL von allen Seiten ausdrücklich gelobt.

Mehr als 40 Prozent aus den Zuschauereinnahmen

Für den FCL-Präsidenten herrscht per sofort eine Schwarz-Weiss-Situation: «Auf der einen Seite müssen wir die Löhne der Spieler zahlen, auf der anderen ist das ein Lockdown für die Zuschauer.» Die Zuschauereinnahmen machen beim FC Luzern über 40 Prozent des Budgets aus. «Wir können unseren Saisonkarteninhabern für ihr Geld keine Leistung mehr erbringen. Dabei haben wir unseren treusten Fans für diesen Fall bereits vor der Saison Kompensationsleistungen in Aussicht gestellt, sollten sie nicht mehr ins Stadion kommen dürfen.» Der Klub ist in einem Dilemma, denn auf der anderen Seite erhält er keine Kurzarbeit für die Spieler, da diese befristete Arbeitsverträge haben. Studhalter erhofft sich die Chance auf eine Teilkompensation, da die Profis nur trainieren und spielen, aber der vertraglich festgelegten Öffentlichkeitsarbeit nicht nachgehen dürfen. Eine Hoffnung wären auch die in Aussicht gestellten Kredite des Bundes: «Da wären wir froh, wenn die Konditionen für die Kredite endlich geklärt werden würden.»

Philipp Studhalter stellt zudem fest: «Der Bundesrat möchte, dass wir mit dem Fussball irgendwo den gesellschaftlichen Betrieb sicherstellen.» Ohne Einnahmen sei das schwierig, dabei zähle der FCL «zum Kulturgut der Innerschweiz, um zusammen Fussball zu erleben und um Menschen zu integrieren». Philipp Studhalter sieht am Horizont schwarze Wolken, die wahrscheinlich für eine länger anhaltende Periode zu einem grossen Tief führen werden. Der sonst immer positiv denkende FCL-Chef stellt fest: «Unter diesen Voraussetzungen steuern wir mit beschleunigtem Tempo wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten entgegen.»

Hausbank mit Alpstaeg nicht stets Retter in der Not

Wenn es in den letzten zehn Jahren beim FC Luzern wirtschaftliche Probleme gegeben hatte, konnte sich der Klub immer auf die Hausbank mit Bernhard Alpstaeg, Samih Sawiris und Co. verlassen. Jetzt sagt Studhalter: «Es wäre naiv, zu glauben, dass uns die Aktionäre über Wasser halten werden. Da müssen wir schon selber Wege und Mittel finden, um den FC Luzern zu retten.»

Philipp Studhalter steht für die Weiterführung des Spielbetriebs in der Super League ein: «Wir müssen weiterspielen, damit die Spieler ihrem Job nachgehen können. Eine wichtige Einnahmequelle sind bekanntlich die Transfereinnahmen.»