FCL-Präsident Studhalter: «Wir sind gewillt, die Saison fertig zu spielen»

FCL-Präsident Philipp Studhalter hofft trotz Aussetzen des Spielbetriebs bis Ende April auf ein Saisonende im Sommer und staatliche Hilfe.

Daniel Wyrsch
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Der Trainingsbetrieb beim FC Luzern ist momentan eingestellt.

Der Trainingsbetrieb beim FC Luzern ist momentan eingestellt.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 3. Januar 2020)

Nach Bekanntgabe der einschneidenden Massnahmen des Bundesrats im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus herrschte Unklarheit, ob nun auch ausserhalb des Tessins die Sportteams nicht mehr trainieren dürfen. Hat die Super-League-Mannschaft des FCL Trainingsverbot?

Philipp Studhalter: Im Moment haben wir den Trainingsbetrieb eingestellt. Zumindest über das Wochenende bis am Montag. Und per sofort ist der Spielbetrieb vom Schweizerischen Fussballverband vollständig ausgesetzt worden. Dies gilt für alle Spiele aller Kategorien und Altersklassen.

Musste demzufolge auch das Testspiel vom Samstag in der Swisspor-Arena gegen den FC Vaduz abgesagt worden?

Das ist so, den Testmatch gegen die Liechtensteiner können wir derzeit nicht austragen.

Sie hofften auf die Wiederaufnahme der Meisterschaft am 4. April. Durch die Verlängerung des Veranstaltungsverbots setzt der Spielbetrieb in der Super League bis am 30. April aus. Was bedeutet das für den FCL?

Wir schauen nach vorne, wir wollen wie die gesamte Swiss Football League auf jeden Fall die Meisterschaft bis im Sommer zu Ende spielen.

Allerdings müsste die Europameisterschaft verschoben werden, damit in den Monaten Mai und Juni die restlichen 13 Meisterschafts- und 3 Cuprunden gespielt werden können.

Wir bräuchten durch die Absage der EM-Endrunde die frei werdende Zeit im Juni und allenfalls Anfang Juli, um die Saison zu beenden.

Auf der anderen Seite wird der Unterbruch des Spielbetriebs seit der letzten Luzerner Ligapartie am 22. Februar beim 1:1 in Thun bis Anfang Mai nicht weniger als zehn Wochen betragen.

Das ist natürlich ein aussergewöhnlich langer Zeitraum ohne Pflichtspiele für unsere und die anderen Mannschaften ausser Basel. Doch wir sind gewillt, diese Saison sowohl in der Meisterschaft wie im Cup zu Ende zu führen. Im Moment geht der Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vor, die Gesundheit der Bevölkerung zählt.

Findet die geplante Sitzung der Swiss Football League mit den 20 Klub-Präsidenten am Montag in Bern wie vorgesehen statt?

Das Treffen werden wir am Montag durchführen, aber die Teilnehmerzahl gemäss den Anweisungen des Bundesamts für Gesundheit reduzieren. Wir dürften etwas über 20 Personen sein, die sich in einem grossen Sitzungszimmer im Stade de Suisse in Bern treffen. Dort werden dann weitere Entscheide getroffen.

Der Bundesrat hat eine Corona-Hilfe von 50 Millionen Franken für Sport und Kultur in Aussicht gestellt. Eine Option für den FCL?

Wir sind dem Bundesrat sicher dankbar für dieses in Aussicht gestellte Darlehen. Am Montag diskutieren wir mit der SFL, ob und wie wir davon Gebrauch machen könnten.

Kurzarbeit für die Mitarbeiter – und sogar die Profis soll ein Thema sein.

Die Liga hat beim Staatssekretariat für Wirtschaft den Antrag gestellt, Profis auch auf Kurzarbeit setzen zu dürfen. Ich habe von Anfang gesagt, dass wir finanzielle Hilfe benötigen.

Wie sieht es mit den Rückzahlungen an die Saisonkarteninhaber und Sponsoren aus?

Die Situation stellt sich wie gehabt dar. Wie erwähnt besteht noch immer die Möglichkeit, dass die verbleibenden Heimspiele in der Meisterschaft und dazu im Cup-Viertelfinal gegen YB stattfinden und Einzeltickets sowie Abo-Cards für die Liga ihre Gültigkeit behalten.

Lichterlöschen beim SC Kriens

«Die Pause bis Ende April können wir überleben»

Nach dem gestrigen Entscheid des Bundesrates hält Werner Baumgartner, der Präsident des SC Kriens, unmissverständlich fest: «Wir fahren den SCK-Betrieb komplett runter, auch die Sportschulen bleiben geschlossen. Im Kleinfeld heisst es vorläufig: Lichterlöschen.» Bei der Liga-Versammlung vom kommenden Montag wird – unter Einhaltung von gesundheitlichen Vorsichtsmassnahmen – das weitere Vorgehen für die Zeit nach Ende April beraten. «Wir reden weiterhin von einer Unterbrechung der Saison, und nicht von einem Abbruch», sagt Baumgartner. Im äussersten Falle würde er sogar die sogenannten Geisterspiele befürworten.

«Die Pause bis Ende April können wir vom SC Kriens finanziell überleben», aber der SCK habe im Moment kein Krisenszenario, «auch keinen, der für uns das Portemonnaie öffnet». Kriens-Chef Baumgartner betont ausserdem: «Meines Wissens gibt es im Moment in unserem Verein keinen Corona-Fall.» Das Challenge-League- Team des SC Kriens absolvierte gestern noch ein Testspiel gegen die Super-League-Mannschaft des FC Zürich. Kriens verlor die Partie mit 2:4. (Turi Bucher)


Kriens – Zürich 2:4 (0:3) Kleinfeld. – Keine Zuschauer. – Tore: 23. Mahi 0:1. 28. Tosin 0:2. 35. Mahi 0:3. 48. Kololli 0:4. 63. Abubakar 1:4. 82. Teixeira 2:4. – Kriens: Brügger (46. Osigwe); Elvedi, Fäh (46. Urtic), Berisha, Busset (46. Mijatovic); Follonier (46. Siegrist), Sadrijaj, Yesilçayir (64. Alessandrini), Teixeira, Dzonlagic (64. Hoxha); Abubakar (64. Tadic). – Bemerkungen: Kriens ohne Costa, Bürgisser, Wiget, Ulrich, Fanger (alle verletzt) und Kukeli (abwesend).