Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FCL-Spieler im Cup von Fans mit Bier und Häme übergossen - Captain Schürpf fordert vom eigenen Anhang Respekt

Der FC Luzern kommt nicht zur Ruhe: Weil die Angreifer beim 2:0-Minisieg im Cup gegen die fünftklassigen Amateure des AS Calcio Kreuzlingen viele Chancen ausliessen, wurden sie von Fans mit Bier und Häme übergossen. Captain und Publikumsliebling Pascal Schürpf hat darauf mit einem emotionalen Instagram-Post reagiert.
Daniel Wyrsch
FCL-Captain Pascal Schürpf (links) begrüsst vor dem Cupspiel Kreuzlingens Andrea Patelli. Bild: Enneo Leanza/KEY (Kreuzlingen, 18. August 2019)

FCL-Captain Pascal Schürpf (links) begrüsst vor dem Cupspiel Kreuzlingens Andrea Patelli. Bild: Enneo Leanza/KEY (Kreuzlingen, 18. August 2019)

Der 2:0-Minisieg im Schweizer Cup beim fünftklassigen AS Calcio Kreuzlingen war zu wenig. Der FC Luzern wollte gegen die Amateure aus dem Thurgau mehr als ein halbes Dutzend Tore schiessen. Wie vor einem Jahr, als die Innerschweizer nach ebenfalls sehr zähen Startwochen unter dem damaligen Trainer René Weiler den Waadtländer Zweitligisten FC Gland mit 9:1 bezwungen hatten.

Doch gegen Calcio Kreuzlingen, den Aufsteiger in die 2. Liga inter, machten sich die Luzerner das Leben selber schwer. Obwohl sie in Ballbesitz mit mehreren Leuten in die gegnerische Box gingen, fehlten bis auf zwei Ausnahmen die Entschlossenheit und das Zusammenspiel, um den vom Tempo überforderten Underdog inklusive Goalie Bruno Donnice zu überwinden.

Der italienische Calcio-Keeper wurde zum Mann des Spiels, weil sich Blessing Eleke und Shkelqim Demhasaj vor ihm ­ungeschickt anstellten. Coach Thomas Häberli wechselte die beiden harmlosen Stürmer später aus. Während der Partie hatten offenbar Personen aus dem eigenen Fanblock gegen Eleke, Demhasaj und andere Profis gepöbelt. Das geht aus einem Instagram-Post von Pascal Schürpf (30) hervor, den dieser am Sonntagabend nach dem Match veröffentlichte. Dieses Schreiben rüttelt alle auf, denen der FC Luzern am Herzen liegt.

Trotz dem 2:0-Sieg im Cup gegen AS Calcio Kreuzlingen zeigt sich FCL-Kapitän Pascal Schürpf von einigen Fans enttäuscht. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Trotz dem 2:0-Sieg im Cup gegen AS Calcio Kreuzlingen zeigt sich FCL-Kapitän Pascal Schürpf von einigen Fans enttäuscht. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Mit lauwarmem Bier beworfen

Der FCL-Captain Schürpf schreibt in dieser emotionalen Mitteilung, dass seine Mitspieler und er während des Cupspiels in Kreuzlingen Pöbeleien von eigenen Fans über sich ­ergehen lassen mussten. Dabei sollen die Luzern-Profis gemäss dem Bericht sogar mit lauwarmem Bier beworfen worden sein. Pascal Schürpf schreibt: «Das war ein Stich in das Herz unserer Gemeinschaft.» Der gebürtige Basler zeigt zwar Verständnis «für den Frust, die Enttäuschung und die Wut über Niederlagen oder ungenügende Leistungen – ich teile sie und akzeptiere Kritik.» Was der Leader aber nicht akzeptieren kann, «ist Respektlosigkeit gegenüber meinen Mitspielern in Form von Pöbeleien während des Spiels».

Schürpf, mit 20 Ligatoren in den vergangenen zwei Saisons FCL-Publikumsliebling, fordert Respekt von den eigenen Fans: «Respekt ist für mich das Fundament jeglicher Art von Beziehung. Auch zwischen Spieler und Fan.» Und: «Im besten Fall bilden Spieler und Fans eine Einheit, die sich gegenseitig antreibt und der gleichen Leidenschaft – dem Fussball – frönt.»

Schürpf schaut in seinem Schreiben nach vorne, macht einen weiteren Aufruf an die Anhängerschaft: «Unser Team fokussiert sich jetzt auf das Spiel gegen Sion am kommenden Sonntag. Lasst uns gemeinsam kämpfen, lasst uns gemeinsam siegen. Dann können wir von mir aus mit einer Bierdusche feiern – allerdings einer kalten bitte.»

FC Luzern stellt sich hinter seinen Captain

Gemäss FCL-Mediensprecher Markus Krienbühl soll es sich um «einige wenige Fans» gehandelt haben, die gegen die Spieler pöbelten und sie mit Bier bewarfen. Diese Personen waren mit total rund 200 Fans hinter dem Tor platziert. Krienbühl sagte am Montag: «Wir als FC Luzern stellen uns hinter das Statement von Pascal Schürpf. Anstand und Respekt gegenüber den gegnerischen und eigenen Spielern, Trainern und dem Staff müssen gewahrt werden.»

Von Fanseite wurde gestern in einem Forum moniert, warum sich Schürpf nach dem Abpfiff nicht direkt an die Anhänger vor Ort gewendet habe. Klar ist: Der FCL darf sich keine vier Niederlagen in Folge und 436 torlose Pflichtspielminuten (bis zum 1:0 von Demhasaj gegen Calcio) mehr leisten. Sonst droht eine Selbstzerfleischung. Die Stimmung ist bereits jetzt im und ums Team sehr gereizt.

Der ganze Text im Wortlaut:

Vielen Dank all denjenigen, die uns in Kreuzlingen unterstützt und gestärkt haben. Als Captain muss ich aber auch ansprechen, was heute passiert ist. Dazu möchte ich vorab klarstellen:
R E S P E K T ist für mich das Fundament jeglicher Art von Beziehung. Auch zwischen Spieler und Fan. Ich verstehe den Frust, die Enttäuschung und die Wut über Niederlagen oder ungenügende Leistungen – ich teile sie und akzeptiere die Kritik. Das ist nämlich euer gutes Recht als 12. Mann. Was ich aber nicht akzeptiere, ist Respektlosigkeit gegenüber meinen Mitspielern und mir in Form von Pöbeleien während dem Spiel. Wer auch immer heute dafür verantwortlich war, deine/eure Tat war ein Stich in das Herz unserer Gemeinschaft. Im besten Fall bilden Spieler und Fans eine Einheit, die sich gegenseitig antreibt und der gleichen Leidenschaft – dem Fussball – frönt. Im schlechtesten Fall aber werden die eigenen Spieler explizit ausgepfiffen und mit lauwarmem Bier beworfen...
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Unser Team fokussiert sich jetzt auf das Spiel gegen Sion kommenden Sonntag. Lasst uns gemeinsam kämpfen, lasst uns gemeinsam siegen. Und dann können wir von mir aus mit Bierduschen feiern – allerdings kalt bitte.
#nomelozärn

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.