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FCL-Sportchef Meyer fordert: «Wir müssen in der Europa-League-Quali weiter kommen»

Der FC Luzern reist in der Europa-League-Qualifikation nach Litauen, San Marino oder auf die Färöer-Inseln. Sportchef Remo Meyer erwartet FK Riteriai – und ist überzeugt, dass der FCL endlich eine Runde übersteht.
Raphael Gutzwiller

Der FC Luzern und Europa – es ist eine Hass-Liebe. Seit Jahren setzt sich der FCL immer wieder das Meisterschaftsziel Europa. Doch kaum ist man dort angekommen, ist man schon wieder draussen. Als der FCL 2010 gegen Utrecht nach 13 Jahren endlich wieder auf der europäischen Landschaft auftauchte, freuten sich die Fans sehr – und hofften auf magische Europa-Nächte. Kein Wunder hatten sie doch aus der Ferne beobachtet, wie dies die Vereine Basel, Zürich, Grasshoppers, Young Boys, Lugano, St. Gallen, Sion, Lausanne oder Thun schon erlebten.

Will endlich internationalen Erfolg: FCL-Sportchef Remo Meyer. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Will endlich internationalen Erfolg: FCL-Sportchef Remo Meyer. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Luzern qualifiziert sich seither zwar regelmässig für Europa, eine magische Nacht gab es aber nie. Es war immer gleich in der ersten Runde Schluss, teilweise auch gegen nominell schwächere Gegner, wie 2014 gegen den damaligen schottischen Cupsieger St. Johnstone.

Achtung: Kein Freilos

Wer die möglichen Gegner für den diesjährigen europäischen Auftritt sieht, muss sich jedoch aber sagen: «Wenn nicht jetzt, wann dann.» Der FC Luzern trifft auf den Sieger der Begegnung zwischen dem FK Riteriai (Litauen) und Tre Fiori (San Marino) oder KI Klaksvik (Färöer-Inseln). Das wahrscheinlichste Los ist jenes von Riteriai, das in der Jahresmeisterschaft derzeit den dritten Rang belegt. Die möglichen Gegner aus San Marino oder den Färöer sind für Riteriai ein Pflichtlos. Dass sie international aber gewinnen können, zeigten die Litauer bereits im Vorjahr. Sie schlugen der Reihe nach Cefn Druids (Wales) und Irtysh Pavlodar (Kasachstan), ehe man nur knapp (0:1, 1:1) am serbischen Spitzenklub Partizan Belgrad scheiterte.

Allein diese Resultate zeigen, dass für den international unerfahrenen FCL FK Riteriai kein Freilos ist, wie dies einige FCL-Fans in den sozialen Netzwerken bereits kommentierten. Klarer Favorit ist man dennoch.

Für Meyer ist das Weiterkommen Pflicht

Das sieht auch FCL-Sportchef Remo Meyer so:

«Ich weiss ehrlich gesagt noch nicht viel von den möglichen Gegner. Aber ich glaube, dass sich das Team aus Litauen durchsetzen wird. So oder so bin ich überzeugt, dass wir in jenen Partien Favorit sind.»

Ein Weiterkommen sei Pflicht.

Meyer ist sich bewusst, dass Luzerns Europa-Bilanz haarsträubend ist, in die Vergangenheit möchte er jedoch lieber nicht blicken.

«Die Freude international dabei zu sein, ist gross. Wir haben das ganze Jahr darauf hingearbeitet. Darum ist es für uns ein absolutes Highlight.»

Meyer hofft auch auf ein Weiterkommen, weil er weiss, dass dann attraktive Lose warten könnten. «Für uns ist es enorm wichtig, dass wir uns für die dritte Runde qualifizieren können. Sportlich wird es dann bestimmt schwerer, dafür auch attraktiver.»

Finanziell ist die Europa-League-Qualifikation übrigens nicht gerade lukrativ. «Viel bleibt aber bei einer Reise nach Litauen mit dem ganzen Tross inklusive Hotel und Flug schon nicht übrig», sagt Meyer.

Nach Litauen müsste der FCL übrigens fast 1700 Kilometer in Angriff nehmen. Mit dem Auto wären das über 19 Stunden, mit dem Flugzeug rund vier Stunden. Dass man beim Auswärtsspiel am 1. August wohl nicht auf die Unterstützung vieler FCL-Fans zählen kann, liegt dabei also auf der Hand. «Das ist für uns aber sekundär. Entscheidend ist für uns das Weiterkommen», meint Meyer. «Natürlich wäre es aber schön, wenn die Fans kommen können.» Näher als Litauen wäre San Marino. Die Fans könnten dann mit einer sechsstündigen Autofahrt anreisen. Auf die Färöer-Inseln müssten sie ebenfalls mit dem Flugzeug.

Eine solche Reise dürfte für die mitreisenden Fans also einiges an Geld kosten. Da können die Fans froh darüber sein, dass sie mit dem Saisonabo immerhin gratis ans Heimspiel können. Die beiden Spiele finden am 25. Juli (in Luzern) und am 1. August statt. Die Super-League-Saison fängt am Wochenende vom 20. und 21. Juli an, weshalb der FC Luzern gleich zum Saisonstart zwei «englische Wochen» bestreiten muss.

Der FCL scheitert jeweils früh

Der FCL spielt zum 13. Mal international. So schnitt er jeweils ab:

Meistercup

1989. 1. Runde. Gesamtskore: PSV Eindhoven – FC Luzern 5:0 (Hinspiel 3:0, Rückspiel 2:0)

Cupsieger-Cup

1960. Viertelfinal: FC Luzern – AC Fiorentina 2:9 (0:3, 2:6)
1992. 1. Runde: Lewski Sofia – FC Luzern 2:2 (2:1, 0:1)
2. Runde: FC Luzern – Feyenoord Rotterdam 2:4 (1:0, 1:4)
1997. 1. Runde: Slavia Prag – FC Luzern 6:2 (4:2, 2:0)

Uefa-Cup/Europa League

1986. 1. Runde: Spartak Moskau – FC Luzern 1:0 (0:0, 1:0)
1990. 1. Runde: MTK Budapest – FC Luzern 2:3 (1:1, 1:2)
2. Runde: FC Luzern – Admira Wacker 1:2 (0:1, 1:1)
2010. 3. Qualifikationsrunde: FC Utrecht – FC Luzern 4:1 (1:0, 3:1)
2012. Play-off-Runde: FC Luzern – KRC Genk 2:3 (2:1, 0:2)
20.14. 2. Qualifikationsrunde: FC Luzern – St. Johnstone FC 2:2 (1:1,1:1, 4:5 im Penaltyschiessen)
2016. 3. Qualifikationsrunde: FC Luzern – US Sassuolo Calcio 1:4 (1:1, 0:3)
2017. 2. Qualifikationsrunde: NK Osijek – FC Luzern 3:2 (2:0, 1:2)
2018. 3. Qualifikationsrunde: Olympiakos Piräus – FC Luzern 7:1 (4:0, 3:1)

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