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FCL verliert mit Kryeziu wieder eine Identifikationsfigur

Daniel Wyrsch über die Trennung des FC Luzern von Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu.
Daniel Wyrsch
Daniel Wyrsch.

Daniel Wyrsch.

Die Trennung von Luzern-Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu (25) steht bevor. Zwar ist der Transfer zum FC Zürich noch nicht offiziell bestätigt, aber die Sache ist beschlossen. Nicht zuletzt, weil die Verhandlungen zwischen Kryeziu und dem FCL schon bald versandeten, zu keiner Einigung führten.

Das Szenario erinnert an die Abgänge anderer Luzerner Eigengewächse. 2015 wechselte Mittelfeldspieler Alain Wiss (27) nach einer ähnlich erfolgreichen Rückrunde wie der jetzigen zum FC St. Gallen. Der damalige Sportchef Rolf Fringer hatte ihm zwar ein Angebot gemacht, der neue Vertrag war aber tiefer dotiert. Wiss fühlte sich nicht mehr geschätzt in seinem Heimatverein und nahm die bessere Offerte aus der Ostschweiz an. Vor einem Jahr fühlte sich Nicolas Haas (22) bei seinem Ausbildungsverein nicht mehr geschätzt. Die Verhandlungen mit dem inzwischen entlassenen CEO Marcel Kälin überzeugten den U21-Inter­nationalen nicht von einem Verbleib, er wagte den Schritt in die Serie A zu Atalanta Bergamo. Dort ist Haas lediglich zu acht Einsätzen in Pflichtpartien gekommen. Verloren haben beide: der FCL und der Spieler.

Das Ärgerliche dabei ist, dass der FCL für Haas bloss eine Ausbildungsentschädigung zwischen 300 000 und 400 000 Franken bekommen hat. Für Wiss, dessen Vertrag auslief, gab es gar nichts. Das ist auch im Fall von Kryeziu so, der aller Voraussicht nach auch morgen im Heimspiel gegen GC verletzt ausfällt, damit sich sein Vertrag nicht automatisch durch die Anzahl Spiele verlängert. Auf Nachfrage setzte ihn der FCL-Medienchef ebenfalls auf die Liste der Verletzten.

Wie in den Fällen von Haas und Wiss geht es auch bei Kryeziu um das sehr wichtige Gefühl der Anerkennung, des Geschätztseins. Der Leistungsträger im Zentrum hat nach überzeugenden Auftritten in der Rückrunde das Gefühl, dass der Verein ihm ein klar verbessertes Gehalt zahlen sollte. Ein überdurchschnittlicher Lohn, der seinem gesteigerten Spielerwert entspricht. Die FCL-Leitung ist aber nicht bereit, viel mehr für Kryeziu auszugeben. Anders die Canepas aus Zürich, die den Profi mit einem weit höheren Salär zum FCZ gelockt haben.

Luzerns Verhalten ist durchaus nachvollziehbar, weil ein Super-League-Verein sein Gesamtbudget immer im Griff haben muss. Und die 3 Millionen Franken Startgeld für die Europa League sind erst sicher, wenn Meister YB den Cupfinal gewinnt. Also lassen die FCL-Besitzer Alpstaeg, Sawiris und Co. den Fussballer Kryeziu lieber in die Grossstadt ziehen.

Ungünstig ist dabei jedoch, dass die Fans sehen, wie die Verantwortlichen mit Identifikationsfiguren umgehen. Gemäss «Vision 2021» will der FCL möglichst eine Mannschaft mit Innerschweizern aufbauen. Wahrscheinlich sollten die Eigengewächse günstig spielen und später teuer verkauft werden. Doch dieses Modell geht nicht auf. Dem Vernehmen nach soll Kryeziu enttäuscht sein, weil in Luzern erst kürzlich noch ungenügende Ausländer wie Costa und Rogulj mit Topverträgen vergoldet wurden.

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

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