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Kommentar

FCL-Vollerfolg mit Perfektionist Seoane

Sport-Redaktor Daniel Wyrsch zum Saisonschluss in der Schweizer Fussball-Meisterschaft.
Daniel Wyrsch
Daniel Wyrsch.

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Einmal mehr hat der FC Luzern eine turbulente Saison hinter sich. Wie so oft in den letzten Jahren folgte auf eine enttäuschende Vorrunde eine überaus gelungene Rückrunde. Es ging auch schon umgekehrt, aber eine Saison auf konstant gutem Niveau durchspielen – dazu war Luzern im Oberhaus bisher noch kaum je in der Lage.

Vielleicht bekommt Gerardo Seoane gar diese Unkonstanz in den Griff. Was der Trainer bis jetzt geleistet hat, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Aus einer Mannschaft, die unter Vorgänger Markus Babbel schon seit Anfang 2016 immer mal wieder zu uninspirierten Vorstellungen neigte, ist ein in jedem Match solidarisch und leidenschaftlich kämpfendes Team geworden.

Nach der Trennung von Babbel im Januar wusste man nicht, ob sich die Klubleitung nur aus Kostengründen für den U21-Trainer Seoane als neuen Chefcoach entschieden hatte. Doch offenbar hatten sich zumindest Sportkoordinator Remo Meyer und Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg genaustens über den langjährigen Nachwuchscoach informiert – und sie haben mit der Wahl ein gutes Händchen bewiesen.

In Insiderkreisen war längst klar, dass der FCL mit dem 39-Jährigen ein Trainertalent hat, das für den nächsten Schritt bereit ist. Seoane stellte sofort klar, dass er sich auf den Profitrainer-Job akribisch vorbereitet hat und fachlich alles dafür mitbringt. Dazu besitzt er mit einer selten gesehenen Mischung aus natürlicher Autorität und spontaner Herzlichkeit die Persönlichkeit, um diese anspruchsvolle, facettenreiche Aufgabe inner- und ausserhalb von Team und Staff zu erfüllen.

Seoane macht den Eindruck, immer alles unter Kontrolle zu haben. Er ist auch abseits des Platzes ein Perfektionist, ähnelt dabei gar Roger Federer. Seoane macht von sich aus darauf aufmerksam, dass mit Ausnahme von zwei Siegen (3:1 gegen St. Gallen und 2:0 gegen Lugano) die restlichen acht Vollerfolge und alle drei Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied erfolgten. Heisst, dass der FCL dank des unbedingten Siegeswillens jeweils die Differenz erzwang und nie einbrach.

Die Taktik und das System passen. Seoanes Team ohne hoch bezahlte Stars praktizierte aus einer kompakten Defensive mit einer Doppelsechs ein schnelles Umschaltspiel. Der Erfolg ist einzigartig für Luzern: 17 Partien, 34 Punkte, Sprung von Platz 9 auf 3. Europacup.

Doch der beste Trainer ist nichts ohne seine Spieler. Unter Seoane zeigte Pascal Schürpf ungeahnte Goalgetter-Qualitäten, er erzielte zehn Tore in elf Spielen. Goalie Jonas Omlin steigerte sich weiter, Hekuran Kryeziu wurde zum Mittelfeldchef, ehe er sich für den Wechsel zum FC Zürich entschied und draussen blieb. Die Talente Idriz Voca, Stefan Knezevic, Ruben Vargas und Co. sind willensstark und zäh.

Für den FCL ist zu hoffen, dass es in der Führung und im Umfeld ruhig bleibt. Dann dürfte das Team auch nächste Saison konstante Leistungen zeigen.

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