FCL will Klubgeschichte schreiben

Der FC Luzern geht am Donnerstag mit viel Selbstvertrauen in das Europa-League-Rückspiel in Genk. Die Innerschweizer wollen Historisches erreichen.

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2012 war Genk stärker als der FCL. Claudio Lustenberger (Mitte) im Kopfballduell mit Christian Benteke. Im Hintergrund Tomislav Puljic. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 30. August 2012))

2012 war Genk stärker als der FCL. Claudio Lustenberger (Mitte) im Kopfballduell mit Christian Benteke. Im Hintergrund Tomislav Puljic. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 30. August 2012))

Genk, eine Stadt im Osten Belgiens, nahe an der holländischen Grenze. Die Industrie ist hier vorherrschend. Ein Grossteil der rund 65'000 Einwohner arbeitet im sekundären Sektor. Die Kohle-, Stahl- und Autoindustrie hat eine lange Geschichte. Dementsprechend trist präsentiert sich das Stadtbild.

Finster ist denn auch die Miene von Genks Trainer Mario Been, als er an diesem Mittwochnachmittag in den Presseraum tritt. Er liest das Aufgebot vor. Doch einer fehlt: Starstürmer Christian Benteke. Doch Been beschwichtigt, dass er 18 Spieler habe, die durchaus in der Lage sind, Benteke vergessen zu machen. «Gegen Luzern werden wir eine andere Mannschaft sehen als vor einer Woche beim Hinspiel», sagt er. Genk konnte am Sonntag beim 2:0-Sieg gegen Zulte-Waregem, ohne zu überzeugen, viel Selbstvertrauen tanken.

Komornicki sah schwaches Genk

Dieses Spiel hat auch Ryszard Komornicki gesehen. Von einem heimstarken Genk will er dort aber nichts gesehen haben: «Zur Pause hätten die Gäste 3:0 führen müssen», meint der FCL-Trainer. Genk habe nicht besser gespielt als in Luzern. Komornicki nahm von diesem Spiel viele Eindrücke mit. Genk habe Mühe, das Spiel zu gestalten, sei eher konterstark. «Wir müssen hinten die Räume eng machen. Haben sie Platz, wird es gefährlich», warnt der Pole.

Wie schon vor einer Woche in Luzern, werden auch am Donnerstag weniger Zuschauer kommen als bei einem Meisterschaftsspiel. Erwartet werden rund 10'000 Zuschauer, zwischen 600 und 700 dürften aus der Schweiz anreisen. Das Hinspiel hat aber gezeigt, dass die Stimmung trotz weniger Zuschauer gewaltig sein kann. Genk im Speziellen ist für seine lauten Fans bekannt. «Davon werden wir uns nicht beeindrucken lassen», sagt Torhüter David Zibung. Man habe in Basel und Bern schon vor fantastischem Publikum gespielt, das sei also nichts Neues. Der FCL-Goalie ist sich der Bedeutung des heutigen Spiels bewusst. Nur noch ein Spiel trennt ihn und sein Team vor der Gruppenphase. «Das hat noch keine FCL-Mannschaft geschafft. Wir wollen Historisches erreichen», sagt der Hergiswiler. Mögliche Gruppengegner sind Inter Mailand, Liverpool oder Atletico Madrid. Tristesse würde in solchen Spielen mit Sicherheit nicht vorherrschen.


Es geht auch um 1,55 Millionen

Neben möglichen attraktiven Gegnern hätte der FC Luzern bei einem Weiterkommen 1,55 Millionen Franken auf sicher. Wenn der FCL in Genk seinen 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigen kann, fliesst der genannte Betrag von der UEFA auf das Konto der Zentralschweizer. Der letzte Auswärtssieg im Europacup geht auf Ende September 1992 und ein 1:0 gegen Levski Sofia zurück.

Luzern würde bereits ein Unentschieden oder eine knappe Niederlage (2:3, 3:4 etc.) reichen, um in den Genuss von (mindestens) weiteren sechs Europacup-Auftritte zu kommen. «Nach unserem nicht so guten Saisonstart wäre der Vorstoss für die Gruppenphase ein riesiger Erfolg», sagte Captain Florian Stahel.

Neben Luzern spielen am Donnerstag auch die Young Boys um ein Weiterkommen in der Europa League. Nach dem 3:0-Sieg bei Midtjylland vor Wochenfrist stehen die Berner mit eindreiviertel Beinen in den Gruppenspielen. Im Rückspiel (Stade de Suisse, 19.30 Uhr) soll nun der letzte Schritt erfolgen.

Jonas von Flüe/si

Rückspiel im Liveticker und auf Tele 1

Luzernerzeitung.ch berichtet ab 19.45 Uhr mit einem Liveticker und anschliessendem Matchbericht vom Rückspiel in Genk. Ausserdem wird das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 das Rückspiel vom 30. August ab 19.30 Uhr live übertragen. shä/bep