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FUSSBALL: «Abwehr-Böcke»: Omlin bleibt cool

Jonas Omlin spielt in der laufenden Saison als einziger FCL-Profi auf konstant gutem Niveau. Dem Torhüter hilft seine unaufgeregte Art, um ein Rückhalt für seine eigentorgefährdeten Vorderleute zu sein.
Daniel Wyrsch
FCL-Goalie Jonas Omlin wirft so schnell nichts aus der Bahn. (Bild: Melanie Duchene/Key (Luzern, 5. November 2017))

FCL-Goalie Jonas Omlin wirft so schnell nichts aus der Bahn. (Bild: Melanie Duchene/Key (Luzern, 5. November 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Jonas Omlin hat bislang 36 Super-League-Spiele auf dem Buckel. Damit zählt der 24-Jährige nicht zu den erfahrenen Torhütern der Liga. Vorgänger David Zibung (34) hat es bisher auf 364 Partien in der höchsten Liga gebracht. Vor rund einem Jahr hat dieser nach Gesprächen mit dem damaligen Cheftrainer Markus Babbel die Rolle als Ersatzgoalie angenommen, um Omlin den Weg als neue Nummer 1 zu ebnen. Dabei hat der gebürtige Sachsler offenbar die Einstellung und Überzeugung des «Dinos» Zibung übernommen, fix ins FCL-Tor zu gehören. Auf jeden Fall hält Omlin die Position seither zäh und konstant. Zibung musste in dieser Saison mit nur zwei Cupspielen auf dem Platz vorliebnehmen.

Dass Jonas Omlin so schnell nichts aus der Balance wirft, ist erstaunlich. Sowohl die enttäuschende erste Saisonhälfte des FC Luzern mit dem abstiegsbedrohlichen Tabellenplatz 9 wie die folgende Trennung von Cheftrainer Markus Babbel, der ihm beim Super-League-Debüt vertraute und später den Einstieg als Stammgoalie ermöglichte, hat er offensichtlich problemlos weggesteckt: In den ersten beiden Partien des Jahres 2018 ist Omlin nur je einmal bezwungen worden.

Schulz und Juric schiessen aufs eigene Tor

Allerdings benötigten der Goalie und seine Vorderleute bei den 2:1-Siegen gegen Lausanne und die Grasshoppers einiges Wettkampfglück, um vor zusätzlichen Gegentoren verschont zu bleiben. Lausannes schussstarker Mittelfeldspieler Benjamin Kololli liess bei einem Freistoss in der 90. Minute die Latte über dem Goalie erzittern. Aber noch nervenaufreibender muss für Omlin gewesen sein, dass FCL-Innenverteidiger Marvin Schulz mit einem Rundschlag an den eigenen Pfosten geschossen hatte.

Das Missgeschick wiederholte sich am letzten Sonntag gegen GC: Stürmer Tomi Juric wurde fünf Minuten vor seinem 1:1-Ausgleichstreffer von einem Freistoss der Zürcher am Standbein getroffen, worauf der Ball aus kurzer Distanz wie ein Querschläger in Richtung FCL-Tor flog. Omlin reagierte reflexstark, lenkte die Kugel in extremis an die Latte. Das war der zweite von der FCL-Defensive selber produzierte Aluminiumtreffer in den zwei Spielen nach der Winterpause. Was sagt der Keeper dazu? Omlin setzt ein breites Lächeln auf, bevor er cool feststellt: «Die Böden sind gegenwärtig tief, bei dieser Nässe können missglückte Abwehraktionen aufs eigene Tor vorkommen.» Um das unangenehme Thema zu beenden, sagt er: «Es ist ja nichts passiert!»

So ist Jonas Omlin. Dem Obwaldner hilft in diesem oft sehr nervösen Profigeschäft seine unaufgeregte Art. In der Kabine soll er sogar ein Spassvogel sein, erzählen Mannschaftskollegen. Statt die anderen auf Fehler aufmerksam zu machen oder gar zu massregeln, lenkt er die Mitspieler und sich selbst auf die humorvolle Weise ab.

«Ein lustiger Spruch und ein guter Grund zum Schmunzeln bringt meiner Meinung nach mehr für den Spirit und Zusammenhalt», sagte Omlin zum Start der Vorbereitung im Januar. Gewiss hat er Recht, wenn er findet, dass der selber auferlegte Druck und jener, der von aussen gemacht wird, sowieso immer auf dem Team laste.

Zürich mit statistisch klar besserer Abwehr als Luzern

Auch vor dem Spiel am Sonntag (16 Uhr) wieder im Letzigrund, diesmal gegen den FC Zürich, wird das nicht anders sein. Die letzten sieben Auswärtspartien hat der FCL dort gegen den FCZ gewonnen. Doch Zürich ist mit fünf Punkten Vorsprung auf das nun siebtplatzierte Luzern Dritter. Der Unterschied zwischen den beiden Teams liegt vor allem in der besseren FCZ-Abwehr, die in 21 Runden bloss 26 Gegentore zuliess. Die FCL-Defensive hat 10 Treffer mehr, also 36 Gegentore, kassiert. Im Angriff sind die Luzerner um 1 Tor produktiver als die Zürcher gewesen (der FCL erzielte 29 Treffer, der FCZ 28). Gerardo Seoane ist sich Luzerns Manko bewusst. «Alle Spieler müssen zusammen verteidigen. Lieber einen Spurt mehr nach hinten als nach vorne, lautet unsere Devise», erklärt der neue Chefcoach.

Vom Goalie hält Seoane viel: «Omlin hat eine sehr gute Vorrunde gespielt. Von ihm wird sicher noch ein Schub kommen, nicht nur leistungsmässig, sondern auch in der Teamführung.»

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