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FUSSBALL: Alles spricht dafür, dass Seoane am Dienstag Cheftrainer wird

Der FC Luzern gibt am Dienstag um 13 Uhr den Nachfolger des freigestellten Markus Babbel bekannt. Der bisherige U-21-Coach Gerardo Seoane steht als Trainer der FCL-Profis bereit.
Geraldo Seoane: Mehr als nur ein Interimstrainer? (Bild: OLIVIER MAIRE (KEYSTONE))

Geraldo Seoane: Mehr als nur ein Interimstrainer? (Bild: OLIVIER MAIRE (KEYSTONE))

Gerardo Seoane leitete am Montag am dritten aufeinanderfolgenden Tag das Training des FC Luzern. Der 39-jährige Luzerner mit elterlichen Wurzeln in Spanien machte dabei einen überzeugenden Eindruck. Seoane trat bestimmt auf. Bei ungewohnt milden Temperaturen für den Januar verzichtete er zuerst auf einen Jacke, er trug einen roten Pullover. So stach der frühere FCL-Abwehrchef noch mehr aus der Mannschaft mit den grauweiss gekleideten Spielern heraus.
Bei einer kurzen Pause für die Profis entdeckte Seoane den früheren Masseur Jiri Mara (69) am Rand des Allmend-Kunstrasens, wo die Profis derzeit trainieren. Der aktuelle Interimstrainer ging zu ihm hin, er und Mara umarmten sich herzlich. 26 Jahre lang war Mara eine gute Seele beim FCL, knetete schon 1989 beim einzigen Meistertitel der Innerschweizer unter Trainer Friedel Rausch selig die Muskeln der Stars Mohr, Wehrli, Burri und Co.

Mara war auch Masseur, als Seoane noch im alten Allmendstadion ein Führungsspieler und der Captain der Blauweissen war. «Gerardo ist ein kluger Bursche, er war ein guter Spieler, er ist ein guter Trainer und Mensch», sagt Mara. Der bald 70-jährige Mann, der braun gebrannt ist und fit wie zu seinen Aktivzeiten aussieht, ist überzeugt: «Mit Gerardo Seoane verhindert Luzern den Abstieg. Und der FCL gehört einfach in die Super League!»

Wenn Studhalter bei Alpstaeg vorsprechen muss

Solch überzeugende und selbstbewusste Worte hat man in den letzten Tagen in der und um die Swisspor-Arena nicht mehr vernommen. Die Frage ist, ob Seoane den aktuellen Tabellenvorletzten in den restlichen 17 Runden im Kampf gegen den Abstieg auch wirklich führen darf. Alles spricht für den bisherigen U21-Trainer Seoane. Der Verein muss in dieser Saison nichts mehr als das Budget einhalten, das ist am letzten Freitag an einer Medienkonferenz nach der Freistellung von Markus Babbel und Co-Trainer Patrick Rahmen einmal mehr dezidiert in Erinnerung gerufen worden. Für Präsident Philipp Studhalter scheint es im Moment kein wichtigeres Thema zu geben. Hauptsache ist, dass der FCL nicht über die Limiten hinaus Geld ausgibt. Ist es anders, muss er den Telefonhörer in die Hand nehmen und ein unangenehmes Ferngespräch führen. Nämlich mit Hauptaktionär Bernhard Alpstaeg, der zuletzt in den USA weilte, derzeit aber auch irgendwo bei den europäischen Herstellern seiner Swisspor-Produkte zum Dämmen und Dichten von Bauten sein könnte. Studhalter müsste dann den immer noch höchst umtriebigen 72-Jährigen fragen, ob er noch ein paar Hunderttausend Franken für einen Trainer locker machen könne. Nachdem Babbel seinen Abgang provozierte, und Rahmen für Sportkoordinator Remo Meyer keine Alternative als Chefcoach war, kann es eigentlich nur Seoane sein. Denn für die sechs Monate bis zum Vertragsende muss der FCL Babbels und Rahmens Lohn ohne Gegenleistung bezahlen. Das hat längst Tradition beim FCL: Schon Bernegger, Komornicki, Yakin und Fringer blieben nach dem Räumen des Trainerbüros noch mehr oder weniger lang auf der Gehaltsliste.

Die günstige Lösung oder doch eine Überraschung?

Da dürfte Alpstaeg und dem Verwaltungsrat die Lösung mit Seoane viel sympathischer sein. Er ist bereits angestellt, falls er mit der recht jungen Mannschaft Erfolg hat, würde es leichter fallen, ihm eine Nichtabstiegs-Prämie auszuschütten – und eine Vertragsverlängerung als Cheftrainer zu geben. Im April 2013 war er einmal Interimstrainer in Sion (1:2). Jetzt will er Chef sein.
Trotzdem ist der FCL so heterogen wie ein «Birchermüesli» – ein wenig so und ein wenig anders. Wie Alpstaeg, der einmal spart und Siebter werden will, um dann vielleicht doch wieder einen Check auszustellen, damit sein gewünschter Schleifer kommt. Auflösung am Dienstag um 13 Uhr.

Daniel Wyrsch


Gerardo Seoane (Bild: Manuela Jans (Archiv))

Gerardo Seoane (Bild: Manuela Jans (Archiv))

FCL-Legende Jiri Mara massierte die Muskeln der Spieler schon 1988/89 - in der Meistersaison mit Trainer Friedel Rausch. (Bild: Daniel Wyrsch (Luzern, 8. Januar 2018))

FCL-Legende Jiri Mara massierte die Muskeln der Spieler schon 1988/89 - in der Meistersaison mit Trainer Friedel Rausch. (Bild: Daniel Wyrsch (Luzern, 8. Januar 2018))

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