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FUSSBALL: Babbel fasst Schachten hart an

FCL-Trainer Markus Babbel setzt immer weniger auf Deutsche. Ein Zusammenhang mit der Trennung von Ex-Assistent Roland Vrabec scheint plausibel.
Daniel Wyrsch
Hat beim FC Luzern einen schweren Stand: Sebastian Schachten (rechts) im Vorrundenspiel gegen GC-Angreifer Caio. (Bild Philipp Schmidli)

Hat beim FC Luzern einen schweren Stand: Sebastian Schachten (rechts) im Vorrundenspiel gegen GC-Angreifer Caio. (Bild Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Gar nicht rosig sieht die Situation derzeit für vier deutsche Profis beim FC Luzern aus. Aussenverteidiger Sebastian Schachten (31) ist in den letzten sieben Spielen fünfmal nicht im Aufgebot gestanden. Zuletzt durfte er im Auswärtsmatch gegen den FC Zürich (1:0) eine Minute ran. Schon zuvor hatte es Kritik an seiner Einsatzbereitschaft gegeben. Luzern-Trainer Markus Babbel nahm ihn mit nach Zürich und begründete dies damals mit den wieder zufrieden stellenden Trainingsleistungen. Nur vier Tage später im Heimspiel gegen die Young Boys (2:3) strich er Schachten erneut aus dem 18-Mann-Aufgebot. Babbel erklärte gestern: «Dass Sebastian in Zürich mit dabei war, war mehr oder weniger Glück für ihn, weil wir Gesperrte und Verletzte hatten.»

Der Vergleich mit Mario Basler

Derzeit ist Schachten selbst verletzt, er hat eine Bauchmuskelzerrung erlitten, fällt für das morgige Spiel in Vaduz aus. Er wollte über die gegenwärtige Situation nicht reden, keine Polemik um seine Person entfachen, schliesslich könne man den angestrebten Europa-League-Platz immer noch erreichen. Babbel dagegen lässt keine Zweifel offen, dass er mit dem Routinier nicht zufrieden ist. «Er hat definitiv sehr viel Luft nach oben. Sebastian muss verstehen, dass er sich unter der Woche im Training in eine Topverfassung bringen muss, um im Spiel Leistung abrufen zu können.» Momentan mache Schachten auf dem Trainingsplatz relativ wenig. «Ausser Messi, der auch kein Trainingsweltmeister ist, kann sich diese Einstellung keiner mehr leisten», sagte Babbel. Und: «Es hat sich im Fussball viel geändert. Mario Basler machte unter der Woche ebenfalls nichts, aber zu der Zeit ging das noch. Mir ist das einfach zu wenig, was Sebstian Schachten bringt.»

Babbel verneint Zusammenhang

Babbel spricht dem Spieler ins Gewissen: «Wenn ich nicht topfit bin, dann kommen eben auch Verletzungen dazu. Diese Gefahr ist sehr gross.» Er hoffe, dass beim Ex-Bundesliga-Profi von Borussia Mönchengladbach ein Denkprozess stattfindet. Der Vertrag von Schachten läuft noch ein weiteres Jahr bis zum Ende der nächsten Saison.

Vor Jahresfrist hatte der frühere St.-Pauli-Trainer Roland Vrabec seinen Ex-Schützling Schachten zum FCL geholt. Mit zwei Toren und zwei Assists in 19 Einsätzen hat «Fighting Schachten» (St.-Pauli-Fanbezeichnung) in Luzern beachtliche Offensivwerte für einen Abwehrmann. Dass ein Zusammenhang zwischen Schachtens Niedergang in der teaminternen Hierarchie und der Freistellung von Vrabec am 22. Februar besteht, davon will Babbel kategorisch nichts wissen. Auf die entsprechende Frage antwortete er: «Damit hat das überhaupt nichts zu tun. Roland wollte ihn, ich wollte ihn, denn ich kenne Sebastian, weiss, zu was er fähig ist. Wenn er das zeigt, ist er für uns extrem wertvoll.»

Fandrich spielt nicht mehr

Mit Clemens Fandrich (25) gibt es einen anderen FCL-Profi, für den sich die Situation seit der Trennung von Vrabec extrem verschlechtert hat. Der Mittelfeldspieler hat seither gar nicht mehr gespielt. Auch in Fandrichs Fall versucht Babbel, jeglichen Zusammenhang mit dem Abschied von Vrabec auszuschliessen: «Es ist für Clemens sehr unglücklich gelaufen. Jedes Mal, wenn sich ihm eine Chance geboten hätte, verletzte er sich.» Babbel versicherte, dass er Fandrich im letzten Match in Lugano (1:1) hätte einsetzen wollen, doch wegen muskulärer Probleme musste er auf ihn verzichten.

Babbel betont zudem, Fandrich im bald folgenden zweiten Vertragsjahr erneut eine Chance zu geben. «Klar, wenn man einen Spieler holt, dann hat man das Gefühl, der müsse spielen und besser sein als die anderen. Ich glaube nach wie vor, dass wir in der Breite und Qualität besser geworden sind als letztes Jahr.»

Brandenburger und Yesil gehen

Die weiteren beiden Deutschen, die ausgeliehenen Nico Brandenburger und Samed Yesil (beide 21), werden Ende Saison zurück zu ihren Besitzerklubs Gladbach und Liverpool gehen. Babbel: «Für Nico Brandenburger ist es sehr unglücklich gelaufen. Jedes Mal, wenn man meinte, er sei so weit, erlitt er schwerere Verletzungen und fiel längerfristig aus.» Auch bei Yesil beklagt der Coach mangelndes Glück: «Samed hat etwas Pech gehabt. Er wäre jetzt so weit, aber er hat mit Marco Schneuwly und Michael Frey zwei Stürmer vor sich, die auf hohem Niveau spielen. Zu einem Wechsel gibt es keinen Grund.»

Die deutsche Welle beim FCL ebbt offensichtlich ab. Nur noch der fünffache Torschütze Markus Neumayr (30) spielt als einziger Deutscher regelmässig. Sonst hat beim Cheftrainer aus Bayern ein Umdenken in Sachen Landsleute eingesetzt. Noch letzten Sommer wollte Babbel Patrick Weihrauch (22) aus München holen. Doch der jetzt im Nachwuchs engagierte Uli Hoeness gab den Mittelfeldspieler vom FC Bayern II nicht frei. Der Vertrag von Weihrauch (zwölf Saisontore, vier Assists) läuft Ende Juni aus. Babbel hat kein Interesse mehr: «Weihrauch spielt die vierte Saison Regionalliga, da habe ich meine Zweifel, ob er bei uns reüssieren könnte.»

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