FUSSBALL: Babbel macht den FCL-Profis Beine

Der FCL hat die 14-tägige Nati-Pause intensiv genutzt, bevor die Vorrunde am Samstag (20.00) bei GC in die Schlussphase geht. Fitter sollten die FCL-Profis nun sein.

Daniel Wyrsch
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FCL-Trainer Markus Babbel und Konditionstrainer Norbert Fischer (rechts) beobachten Alain Wiss während des gestrigen Trainings. (Bild Pius Amrein)

FCL-Trainer Markus Babbel und Konditionstrainer Norbert Fischer (rechts) beobachten Alain Wiss während des gestrigen Trainings. (Bild Pius Amrein)

Luzerns neuer Trainer Markus Babbel (42) hat, wie nach dem 0:0 gegen Thun angekündigt, Ernst gemacht. Die erste Woche der 14-tägigen Länderspielpause nutzte der frühere Bayern- und Liverpool-Profi zu «sehr intensiven Trainings». Babbel hatte ein Manko im physischen Bereich erkannt. Er betont nun, wie wichtig es für die Spieler war, «die Power zu holen». Und die FCL-Profis sagen, in dieser letzten spielfreien Phase vor dem Abschluss der Vorrunde mit vier Spielen innert zwei Wochen körperlich ungewohnt hart trainiert zu haben. Für den Konditionstrainer war es hingegen nichts Besonderes. Gemäss Norbert Fischer (36) haben die Luzerner «normal und wie geplant in dieser Nationalmannschaftspause an der Physis gearbeitet». Der in Wiliberg AG nahe bei Reiden wohnhafte Freiämter lässt immerhin gelten: «Weil Markus Babbel auf ein Testspiel verzichtete, konnten wir härter trainieren, da nach solch intensiven Blöcken eine 72 Stunden dauernde Erholung nötig ist.» Letztes Wochenende diente der Regeneration.

Kein Vergleich mit Bernegger

Fischer, der bereits in einem 50-Prozent-Pensum im FCL-Nachwuchs gearbeitet hat und seit dieser Saison mit 40 Prozent dazu für die Profis im Einsatz steht, will keinen Vergleich mit Babbels freigestelltem Vorgänger Carlos Bernegger (45) anstellen. «Wir hatten eine sehr gute Zusammenarbeit mit ihm, auch menschlich war er einwandfrei. Dasselbe kann ich jetzt über Markus Babbel sagen, er schätzt uns ebenfalls sehr.»

Wenn Fischer von «wir» spricht, meint er neben seiner Person den vor anderthalb Jahren von Sportchef Alex Frei (35) zum FCL geholten Christian Schmidt (43). Der Franzose, einst Freis «Schleifer» bei Stade Rennes, ist der Vollzeit angestellte Konditionstrainer. Schmidt will seit einem Artikel in der französischen Sportzeitung «L’Équipe», in der er einst nicht richtig zitiert worden sei, nicht mehr mit den Medien reden, wie er erklärte.

So beantwortet der frühere 1.-Liga-Trainer des FC Muri Norbert Fischer die Frage, ob unter Bernegger dem läuferischen Element und der Fitness zu wenig Rechnung getragen worden sei: «Nein, das hat allein mit der Philosophie des Trainers zu tun. Markus Babbel kritisierte überhaupt nicht die Arbeit des Vorgängers, er bevorzugt nur ein anderes, laufintensiveres Spiel.»

Babbel Lob an die Konditionstrainer

Fischer will auf keinen Fall Bernegger die Schuld für den Fall ans Tabellenende in die Schuhe schieben. «Es wäre höchst unfair, jemanden zu beschuldigen, der nicht mehr hier ist. Die Entlassung hat uns geschmerzt.» Alle, die an der Mannschaft beteiligt seien, hätten ihre Verantwortung für die lange Zeit ungenügenden Resultate zu tragen. «Zusammen mit Markus Babbel müssen wir Verbliebenen den Karren aus dem Dreck ziehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns gelingen wird», sagt der ausgebildete Sportlehrer Fischer. Für ihn und Christian Schmidt hätte sich an ihrer Hauptaufgabe nichts geändert: «Wir müssen die Spieler individuell täglich physisch weiterbringen.» Der FCL würde darin sowohl personell wie von den wissenschaftlichen Methoden zu den Besten der Super League gehören.

Davon ist auch Babbel überzeugt: «Mit Christian Schmidt und Norbert Fischer haben wir zwei Topleute mit hoher Fachkompetenz, die für die Physis der Profis zuständig sind. Die beiden erleichtern mir meine Arbeit.» Der FCL-Trainer weist darauf hin, dass er während seiner langen Spielerkarriere und später als Bundesliga-Trainer des VfB Stuttgart, von Hertha BSC und Hoffenheim mit vielen Fitnessleuten zusammengearbeitet habe und dank seiner Erfahrung vergleichen könne.

Ein Prozess über das ganze Jahr

Obwohl Babbel den mangelnden Fitnesszustand bei seiner neuen Mannschaft selber auf das Tapet brachte und sogar beim klar besten FCL-Torschützen Marco Schneuwly (14 Saisontore) ein läuferisches Defizit feststellte, möchte er, «dass das Thema nicht zu hoch gehängt wird». Die physischen Übungen seien normale Arbeit. «Das werden wir in den nächsten Wochen und Monaten immer so machen. Es ist kein Prozess von heute auf morgen, sondern ein Ganzjahresweg.» Es tue den Spielern gut. «Das sehen die Jungs auch so. Die haben trotz der harten Arbeit Spass.»

Trotz grösserem Laufvermögen seines Teams heisse das nicht, dass der FCL am Samstag (20.00) gegen die Grasshoppers 90 Minuten mit einem Pressing spiele. «Das kann keine Mannschaft der Welt. Aber wir haben nun mehr Möglichkeiten, den Ball zu erobern», verspricht Babbel.