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FUSSBALL: Babbel muss seinen Spielern Beine machen

Luzerns 2:2 gegen Sion zum Saisonauftakt ist eine schöne Belohnung für eine Leistung, die fast 90 Minuten lang nicht genügte. Der FCL-Trainer kämpft schon wieder gegen die Bequemlichkeit seiner Profis.
Luzerns Trainer Markus Babbel (links) und Assistenztrainer Roland Vrabec. (Bild: Philipp Schmidli)

Luzerns Trainer Markus Babbel (links) und Assistenztrainer Roland Vrabec. (Bild: Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Markus Babbel wirkte gestern Vormittag nach dem Training gefasst. Er schien den Auftritt seiner Mannschaft mit angezogener Handbremse über Nacht bereits verarbeitet zu haben. Hätte er gedacht, dass das Team so verkrampft aus den Startblöcken kommt? «Überrascht bin ich nicht gewesen, wie schwierig unser erstes Saisonspiel verlaufen ist», sagte der deutsche FCL-Coach. «Ich war auch Spieler und weiss, dass es nicht leicht ist, sofort in den Wettkampfmodus zu kommen.» Babbel macht für den Stotterstart aber auch den starken Gegner verantwortlich. «Sion ist ein echtes Kaliber, diese Mannschaft verfügt über viel Qualität.»

Allein damit ist die blutleere Darbietung seiner Schützlinge bis zur 90. Minute und den beiden Toren von Jahmir Hyka (90.) und Marco Schneuwly (92.) zum glückhaften 2:2-Unentschieden gegen die Walliser nicht zu erklären. Zu viele FCL-Profis waren für den ersten Ernstkampf nicht bereit, sie spielten vor 10 000 Zuschauern in der Swissporarena mit einer Intensität, die an einen Vorbereitungs-Cup um die «Goldene Ananas» erinnerte. Die «NZZ am Sonntag» brachte es schonungslos auf den Punkt: «Insgeheim weiss Babbel, dass seine Mannschaft mit einer solchen Leistung nicht mehr manchen Punkt holen wird.»

Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Trainer Markus Babbel (L) und Assistenztrainer Roland Vrabec beim Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Trainer Markus Babbel (L) und Assistenztrainer Roland Vrabec geben Anweisungen im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Jakob Jantscher (oben) gegen Sions Carlitos. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Nicolas Haas (L) und Trainer Markus Babbel. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Clemens Fandrich (R) gegen Sions Pa Modou. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Clemens Fandrich im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Clemens Fandrich (R) gegen Sions Pa Modou. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Clemens Fandrich (R) gegen Sions Pa Modou. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Clemens Fandrich (R) gegen Sions Veroljub Salatic. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Marco Schneuwly bejubelt das 2:2 im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Joao Oliveira (R) flankt zum 2:2 gegen Sions Vincent Ruefli. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Jahmir Hyka (M) gegen Sions Carlitos (R) und Pa Modou (L). (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Nicolas Haas. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Jakob Jantscher. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Sally Sarr (L) und Dario Lezcano laufen aufs Feld. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Joao Oliveira bejubelt das 2:2 . (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Remo Freuler (L) und Marco Schneuwly bejubeln das 2:2. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Marco Schneuwly (nicht im Bild) erzielt das 2:2 im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Marco Schneuwly. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Jahmir Hyka (nicht im Bild) erzielt das 1:2 im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns David Zibung kassiert das 1:0 im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli)
22 Bilder

Der FCL spielt 2:2 gegen den FC Sion

Kampf gegen die FCL-Wohlfühloase

Natürlich hat Babbel gesehen, dass das Abwehrverhalten bei den beiden Gegentoren nach Freistössen ungenügend war und dass die Mittelfeldspieler mehr durch ungenaue Zuspiele als mit genauen Pässen auf das hochkarätige Angriffstrio Jakob Jantscher, Dario Lezcano und Marco Schneuwly aufgefallen sind. «Klar ärgert es einen, wenn einiges noch nicht zusammenpasst», gab Babbel zu. Er will im Moment nicht so weit gehen, die Einstellung seiner Profis zu kritisieren, Beobachter der Luzerner Szene erinnern sich jedoch an vielsagende Feststellungen von wichtigen Exponenten. FCL-Sportchef Rolf Fringer drohte Ende letzter Saison, die «Wohlfühloase» in Luzern künftig zu bekämpfen. Babbel meinte vorletzte Woche im Vorsaison-Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag»: «Jetzt liegt es an uns, ob wir den Weg so weitergehen, wie wir die letzte Saison abgeschlossen haben, oder ob wir erst wieder eine Notsituation brauchen, um aufzu­wachen.»

Klartext gesprochen im «Kicker»

In der neusten Ausgabe des deutschen Sportmagazins «Kicker» ist Babbel konkreter geworden. Zur Tatsache, dass er die Mannschaft als Letzter übernommen hatte und dann fast noch den Sprung in die Europa League geschafft hat, meinte Babbel: «Die Angst vor dem Abstieg fehlt jetzt, deshalb ist die Situation auch gefährlich. Wenn wir bequem werden, wird es wieder ein schwieriges Jahr, dafür ist die Schweizer Liga in der Breite viel zu ausgeglichen und unser Startprogramm zu happig.» Wie wahr: Nächsten Samstag (17.45) gastiert der FCL in Bern bei den Young Boys, danach folgt auswärts Thun (Sonntag, 2. August) und das Heimspiel gegen Serienmeister Basel (Samstag, 8. August).

Dortmund kommt zur rechten Zeit

Babbel muss seinen Profis also Beine machen, sonst droht nach vier Spielen eine dürftige Zwischenbilanz. Gemeint ist die mentale Bereitschaft, mit Feuer in die Spiele zu gehen, wie das gegen Sion vom Anpfiff an nur bei Goalie David Zibung, Sally Sarr, Jakob Jantscher und Dario Lezcano zu erkennen war. Körperlich, glaubt Babbel, wird die Mannschaft erst im Verlauf der Vorrunde von der harten Vorbereitung unter Konditionstrainer Christian Schmidt profitieren. «Im Moment ist die Physis überhaupt kein Vorteil, vielleicht sind die Gegner sogar etwas frischer», sagte Babbel.

Der Cheftrainer ist froh, dass der FCL morgen Dienstagabend (19.30, Swissporarena) gegen den deutschen Spitzenklub Borussia Dortmund testen kann. Er freut sich: «Das Freundschaftsspiel passt genau in unsere Planung.»

Stimmen die Wetterprognosen, dann wird Babbel wie gegen Sion auch gegen Dortmund im ungewohnten Sommer-Outfit an der Seitenlinie stehen. «Unser Kleiderausrüster Gränicher hat sofort grünes Licht gegeben, dass ich erstmals in Shorts und T-Shirt statt im Anzug habe coachen können.» Hintergrund: Der Bayer hat, seit er vor 13 Jahren am Guillain-Barré-Syndrom erkrankt war, «Probleme, wenn es sehr heiss ist».

Jetzt ist das FCL-Tattoo am Oberarm

Cool kommt dagegen Babbels neuste Tätowierung daher: Auf den linken Oberarm hat er sich einen Wassermann mit einem proportional kleinen FCL-Wappen stechen lassen. Bekanntlich hat er auch Tattoos von seinen viel prominenteren und grösseren Ex-Vereinen FC Bayern München, FC Liverpool, VfB Stuttgart und Hertha Berlin. Für ein Bild vom neusten Werk an seinem Körper hat er für unsere Zeitung nicht posiert. Kategorisch meinte Babbel: «Da muss mich zuerst ein Fotograf erwischen, wenn das FCL-Logo einmal am nackten Oberkörper zu sehen ist.»

Gleich konsequent wird Babbel diese Woche den Luzerner Profis den Tarif durchgeben müssen, damit es gegen den selbst ernannten Titelfavoriten YB am Samstag kein böses Erwachen gibt.

Hinweis

Mehr zur Super League lesen Sie auf Seite 24.

Luzerns Nicolas Haas (links) und Trainer Markus Babbel im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion am Samstag. Im Bild: Babbels neues Outfit. (Bild: Philipp Schmidli)

Luzerns Nicolas Haas (links) und Trainer Markus Babbel im Super League Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion am Samstag. Im Bild: Babbels neues Outfit. (Bild: Philipp Schmidli)

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