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FUSSBALL: Babbel platzt der Kragen nach FCL-Auftritt

Nur einem guten Torhüter ist es zu verdanken, dass der FC Luzern gegen Thun «nur» 3:1 verliert. Die Unruhen rund um den Verein haben ihre Spuren hinterlassen.
Thuns Mickaël Facchinetti jubelt nach seinem Ausgleichstor gegen Luzern (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Thuns Mickaël Facchinetti jubelt nach seinem Ausgleichstor gegen Luzern (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Raphael Gutzwiller, Thun

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Ja, auch er kann wütend werden. FCL-Trainer Markus Babbel, der oft ruhig und locker wirkt, war nach der Partie in Thun stinksauer und sprach Klartext: «Die Mannschaft wirkt mental tot. Wir sind überhaupt keine Einheit. Eigentlich können wir guten Fussball spielen, aber dafür müssen wir eine Einheit sein. Sonst holen wir gar keinen Punkt.»

Soeben hatte seine Mannschaft, der FC Luzern, gegen den FC Thun nicht den Hauch einer Chance gehabt. Thun gewann das Spiel mit 3:1 – wobei das Resultat noch viel höher hätte ausfallen müssen. «Schon die erste Halbzeit, in der wir glücklich in Führung gingen, waren wir schlecht. Dort konnten wir noch einem guten Jonas Omlin Danke sagen. Thun war uns in allen Belangen überlegen», bilanzierte Babbel, der bedient war.

Thun spielte Luzern von Beginn an an die Wand. Allein der ehemalige Kriens- und FCL-Stürmer Dejan Sorgic und Christian Fassnacht scheiterten in der ersten Halbzeit je dreimal am herausragend reagierend Jonas Omlin. Effizienter waren da die Luzerner: Marco Schneuwly köpfelte die erste Luzerner Chance aus dem Nichts zur Führung ein. Wer dachte, der FCL würde dadurch besser, wurde eines Besseren belehrt. Je länger das Spiel dauerte, desto schwächer wurde der FCL. Irgendwann war der Druck von Thun zu hoch, und die Berner Oberländer konnten dreimal treffen. Sinnbildlich für die Thuner Dominanz: Das Eckballverhältnis lautete im 8:0 für das Heimteam, das Schussverhältnis 12:3.

Dass man so leichtfertig die Führung aus der Hand gab, wollte Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu nicht verstehen. «Eigentlich haben wir sehr viel Glück, dass wir in Führung gehen. Dann müsste der Knopf aufgehen», so Kryeziu. Sein enttäuschtes Gesicht nach der Partie sprach Bände. Ratlos meinte er: «Ich weiss wirklich nicht, warum wir eine so schlechte Leistung abgeliefert haben. Das war ungenügend.»

Trainer Babbel: «Einige Spieler überschätzen sich»

In den letzten Tagen wurde rund um den FCL einiges geschrieben. Hekuran Kryeziu und Nicolas Haas stehen vor dem Abgang, und die Brüder Schneuwly sollen bei einer Vertragsverlängerung 40 Prozent weniger Lohn erhalten. Ein gefährlicher Vertragspoker, der sich in Thun negativ auf die Mannschaft auswirkte. Auf die Frage, wo er nächste Saison spielen werde, sagte Marco Schneuwly: «Ich kann nicht mehr sagen als das, was in der Zeitung stand.»

Inwiefern die vielen Gerüchte mitverantwortlich waren für die schlechte Luzerner Leistung in Thun, darüber zeigten sich die Beteiligten uneinig. Torhüter Jonas Omlin, am Samstag der einzige gute Luzerner, sagte: «Klar, in der Mannschaft wurde zuletzt viel diskutiert. Aber am Matchtag ist das vergessen.» Und Hekuran Kryeziu meinte: «Ich glaube nicht, dass das Einfluss auf die Partie hatte. Schliesslich will man in so einem Spiel gewinnen. Die Mannschaft war voll auf das Spiel gegen Thun fokussiert.»

Ganz anders sah dies dagegen ihr Chef. Trainer Babbel meinte sogar: «Das ist die Luzerner Mentalität. Wenn es ein bisschen Unruhe rund um den Verein gibt, können die Spieler sich dahinter verstecken und haben eine Ausrede.» Und: «In der Mannschaft gibt es viele unzufriedene Spieler: Einige sind im Vertragspoker, und andere überschätzen sich selber deutlich.» Ruhiger wird es rund um den FC Luzern nach dieser Leistung kaum werden.

FCL-Fans bleiben draussen

Protest — Die vergangene Woche war beim FC Luzern besonders unruhig. Umso ruhiger war es dagegen auf den Rängen beim Spiel in Thun. Im Vorfeld der Partie machten die Sicherheitsverantwortlichen des FC Thun auf sich aufmerksam, als sie verkündeten, ein Fahnenverbot im Gästesektor umzusetzen. Aus Protest rief die Luzerner Fan-Dachorganisation «United Supporters Luzern» dazu auf, mit möglichst vielen Fahnen nach Thun zu reisen. Mit diesen Fahnen wurden die Fans vom Sicherheitspersonal jedoch nicht ins Stadion gelassen.

Aus Protest verweilten die Fans eine Weile vor dem Thuner Stadion, bevor sie sich noch während der Partie wieder auf den Heimweg begaben. Komplett ruhig war es auf den Rängen in den ersten 15 Spielminuten, weil sich die Thuner Fankurve mit den FCL-Fans solidarisierte und für eine Viertelstunde jeglichen Support verweigerte. (rg)

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