FUSSBALL: Babbel verbreitet gute Laune

Luzerns Cheftrainer Markus Babbel (42) ist mehr als zufrieden, wie die Mannschaft im Trainingslager mitzieht. Auch über die personellen Veränderungen beim FCL ist er voll des Lobes.

Daniel Wyrsch, Marbella
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Trainer Markus Babbel (stehend) ist trotz der schwierigen Lage des FC Luzern zum Lachen zu Mute. (Bild Martin Meienberger)

Trainer Markus Babbel (stehend) ist trotz der schwierigen Lage des FC Luzern zum Lachen zu Mute. (Bild Martin Meienberger)

Daniel Wyrsch, Marbella

Markus Babbel gefällt es im Camp mit dem FC Luzern an der Costa del Sol in Südspanien. Einem Journalisten, der das Hotel der Zentralschweizer im Vergleich mit jenem des FC Basel hier in Marbella fast schon eine Art «Absteige» nennt, sagt er klipp und klar: «Unser Hotel ist super, das ist eine Zugabe, wie wir hier untergebracht sind.» Als der Medienmann aus Zürich meint, dass er früher mit dem FC Bayern doch sicher nur in besseren Häusern logiert habe, entgegnet Babbel: «Zu meiner Profizeit bei den Bayern wären wir hier auch abgestiegen. Erst in den letzten zehn Jahren hat sich das bei den Münchnern exorbitant verändert.»

Babbel fühlt sich wohl mit Fringer

Babbel ist mehr als zufrieden mit dem Ist-Zustand. Das gilt auch für die personellen Veränderungen beim FC Luzern. Angefangen beim Sportchef. «Ich bin froh, mit Rolf Fringer einen Mann zu meiner Unterstützung an der Seite zu haben, der zwischenmenschlich passt und ähnliche fussballerische Ansichten hat wie ich. Rolf passt zudem auch super zum Klub, er hat ja schon FCL-Geschichte geschrieben.»

Warten auf die Koffer: Remo Freuler, Marco Schneuwly, Claudio Lustenberger, Francois Jacques Affolter, Alain Wiss, Leiter Kommunikation Rene Baumann, Assistenztrainer Roland Vrabec, Kaja Rogulj, Ridge Mobulu. (Bild: Martin Meienberger)
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Claudio Lustenberger mit dem Gepäck am Flughafen. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi (links) und Ridge Mobulu während der Heimreise. (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic hört während dem Rückflug Musik. (Bild: Martin Meienberger)
Ridge Mobulu während der Rückreise aus Marbella.. (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Torhüter Mohamed Amsif (1. FC Union Berlin, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Torjubel nach dem 1:0 durch Dario Lezcano Farina (FC Luzern, 2.v.l.) in der 90. Minute. Von links: Nicolas Haas (FC Luzern), Torschütze Dario Lezcano Farina (FC Luzern), Remo Freuler (FC Luzern, hinter Lezcano) Cristian Ianu (FC Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Trainer Markus Babbel (FC Luzern) (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Torhüter Mohamed Amsif (1. FC Union Berlin, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic (FC Luzern, unten) foult Martin Kobylanski (1. FC Union Berlin, oben). (Bild: Martin Meienberger)
Jakob Jantscher im Mannschaftshotel in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Konditionstrainer Christian Schmidt (rechts in schwarz) kontrolliert die Übungsausführung der Mannschaft. (Bild: Martin Meienberger)
Der geschäftsführende Präsident des FC Luzern, Ruedi Stäger. (Bild: Martin Meienberger)
Cristian Ianu (links) und Adrian Winter (rechts) bei Dehnungsübungen. (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic, Fidan Aliti, Jerome Thiesson, Remo Freuler Sally Sarr und Jahmir Hyka (vlnr) während dem Training in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Claudio Lustenberger (FC Luzern) lacht ueber den ungebetenen Gast auf dem Spielfeld. (Bild: Martin Meienberger)
Von links: Norman Theuerkauf (Eintracht Braunschweig) Raffael Korte (Eintracht Braunschweig) Oliver Bozanic (FC Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic (FC Luzern, links) gegen Marc Pfitzner (Eintracht Braunschweig, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Matthias Henn (Eintracht Braunschweig, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Goalie David Zibung trägt den fremden Verteidiger aufs Feld. (Bild: Martin Meienberger)
Sportphysiotherapeut Roger Sager kühlt den Fuss von Remo Freuler. (Bild: Martin Meienberger)
Voller Einsatz beim Lauftraining. Von links: Thierry Doubai, Sally Sarr, Cristian Ianu, Marco Schneuwly und Kaja Rogulj. (Bild: Martin Meienberger)
Bryan Rabello, Alain Wiss und Thierry Doubai kämpfen um den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Beratung im Regen: Sportphysiotherapeut Roger Sager, Trainer Markus Babbel, Assistenztrainer Roland Vrabec und Konditionstrainer Christian Schmidt (v.l.). (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Jubel über das einzige Tor der Partie (v.l.): Torschütze Dario Lezcano Farina, Ridge Mobulu, Thierry Doubai und Sally Sarr. (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Benjamin Hübner (FC Ingoldstadt 04, rechts) kann Cristian Ianu nicht am Schuss auf das Tor hindern. (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Tobias Levels gegen Claudio Lustenberger. (Bild: Martin Meienberger)
Zur schnelleren Regeneration im Eisbad. Von links: Ridge Mobulu, Fidan Aliti, Francois Affolter. (Bild: Martin Meienberger)
Nach dem kalten Wasser, welches zur schnelleren Regeneration dient, zeigt Sally Sarr (4.v.l.) noch seine sportliche Figur.
Jahmir Hyka. (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali sitzt zur schnelleren Regeneration im Eisbad. (Bild: Martin Meienberger)
Haben sichtlich Spass: Tomislav Puljic (links) und Ferid Matri am dritten Tag im Trainingslager. (Bild: Martin Meienberger)
Stürmt Marco Schneuwly (Bild) bald mit Cristian Ianu? «Es ist zu früh, eine Tendenz festzustellen», sagt Schneuwly. Der Fribourger glaubt aber offensichtlich daran: «Es ist schon möglich, dass Cristian Ianu und ich einen Zweimannsturm bilden könnten.» (Bild: Martin Meienberger)
Auch der Rumäne Ianu, der noch einen leichten Trainingsrückstand hat, meint: «Gerade in den Duellen gegen unsere direkten Konkurrenten im Abstiegskampf müssen wir zu Hause unbedingt gewinnen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass Marco Schneuwly und ich gemeinsam stürmen.» (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali liegt nach einem Foul von Kaja Rogulj verletzt am Boden und muss das Training beenden. Er erleidet eine Knieprellung und muss mindestens zwei Tage pausieren. (Bild: Martin Meienberger)
Versöhnen sich nach dem Eklat wieder: François Affolter (links) und Torhüter Lorenzo Bucchi. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi spielt den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Trainer Markus Babbel erklärt eine Übung. Rechts: Sarr Sally. (Bild: Martin Meienberger)
Spielübung mit Nicolas Haas am Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Der Rückkehrer Cristian Ianu während dem Training. (Bild: Martin Meienberger)
FCL-Spieler Bryan Rabello (vorne) bei Dehnungsübungen. (Bild: Martin Meienberger)
Vor atemberaubender Kulisse absolviert der FCL seinen ersten Trainingstag in San Pedro de Alcantara. (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali (vorne links) und Claudio Lustenberger beim Training. (Bild: Martin Meienberger)
Die Spieler absolvieren eine Dehnungsübung. (Bild: Martin Meienberger)
Assistenztrainer Roland Vrabec, Sportchef Rolf Fringer sowie Trainer Markus Babbel und Torhütertrainer Daniel Böbner (von links) besprechen sich. (Bild: Martin Meienberger)
Kurz vor dem Abflug nach Mâlaga: (von links) Oliver Bozanic, Cristian Ianu und David Zibung. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)
Mit einem Stativ ausgerüstet schiesst Jakob Jantscher Selfies aus ungewohnter Perspektive. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)
Marco Schneuwly (links) ist mit Jakob Jantscher auf dem Weg zum Abfluggate. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)

Warten auf die Koffer: Remo Freuler, Marco Schneuwly, Claudio Lustenberger, Francois Jacques Affolter, Alain Wiss, Leiter Kommunikation Rene Baumann, Assistenztrainer Roland Vrabec, Kaja Rogulj, Ridge Mobulu. (Bild: Martin Meienberger)

Babbel vergisst aber nicht, Fringers Vorgänger Alex Frei zu erwähnen, dieser hatte ihn Mitte Oktober 2014 nach Luzern geholt. «Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte mit Alex nicht gut zusammengearbeitet. Aber so einen Job kannst du nur machen, solange du dich dazu in der Lage fühlst, sonst funktioniert das nicht. Deshalb war die Entscheidung von Alex Frei, sich vom FC Luzern zu trennen, die richtige!»

Babbel erklärt vehement, dass er jetzt positiv nach vorne blicken möchte. Es erfreuen ihn die in der Winterpause zum Kader gestossenen Spieler Tomislav Puljic (31), Cristian Ianu (31), Nicolas Haas (18) und Omar Thali (19). «Die vier Neuen bringen frischen Wind rein.» Allerdings betont Babbel, und dies sage er nicht, um gute Laune zu verbreiten, «hat es mir schon vorher Spass gemacht, mit dieser Truppe zusammenzuarbeiten. Keinen muss man anschieben, keiner ist ein Stinkstiefel!»

Die Mannschaft macht in diesem Trainingslager offensichtlich viel häufiger Laufübungen als noch vor einem Jahr unter dem damaligen Coach Carlos Bernegger (45). «Das ist meine Philosophie und keine Kritik an anderen», sagt Babbel dazu. «Die Spieler stecken die Belastung gut weg, vor zwei Monaten, glaube ich, wären sie nach diesen harten Einheiten mausetot gewesen.»

Ingolstadts Kritik als Kompliment

Nach dem mit 1:0 gewonnenen Testspiel vom Samstag gegen den FC Ingolstadt, der mit sieben Punkten Vorsprung die 2. Bundesliga anführt, monierte dessen Trainer Ralph Hasenhüttl «die harte Luzerner Gangart». Babbel empfindet es als Kompliment, «weil wir zuletzt nicht dafür bekannt gewesen sind».

Die physische Verbesserung ist für den Deutschen in dieser Vorbereitung elementar. «Es gehört einfach dazu, dass die Jungs in dieser Phase zwei bis drei Wochen auf die Zähne beissen müssen und sich so die Grundlagen holen. Der Kampf um den Klassenerhalt kann unter Umständen bis am Schluss der Saison gehen, dann braucht man Körner!»

Freien Ausgang für die Spieler wie letztes Jahr nach dem samstäglichen Testspiel hat es unter Babbel nicht gegeben. «Wegen einem 1:0 gegen Ingolstadt stossen wir die Spieler nicht ins Nachtleben raus, das kenne ich aus Trainingslagern nicht. Am letzten Tag können sie dann ausgehen.»

Erfreut ist Babbel natürlich auch, dass er mit Roland Vrabec (40) den Assistenten seiner Wahl nach Luzern holen konnte. Sie seien seit dem gemeinsamen Bundesliga-Trainerlehrgang ständig in Kontakt gestanden. «Ich habe ihn beobachtet, wie er seinen Job als Cheftrainer bei St. Pauli machte. Es hat mir gefallen, wie er sich am Spielfeld und auch sonst als Coach verhielt.» Vrabec könne eine andere Sichtweise einbringen, «weil er unvoreingenommen ist».

Babbels Art der Führung

Babbel funktioniert nicht wie die früheren deutschen Trainergrössen Otto Rehhagel oder Udo Lattek, die meist alles selber bestimmten. «Für mich ist es wahnsinnig wichtig, dass jeder einzelne im Trainerstaff seine Kompetenzen einbringt.» Er lobt – angefangen von Vrabec über Chefkonditionstrainer Christian Schmidt, den er explizit als Glücksfall für den Verein bezeichnet, den zweiten Konditionstrainer Norbert Fischer bis zum Goalietrainer Daniel Böbner – alle seine direkten Mitarbeiter. «Jeder hat eine hohe Fachkompetenz.»

Doch er sei es, der die Verantwortung trage, «und so muss ich am Schluss entscheiden».