FUSSBALL: Babbel: «Wir dürfen bis zum Abpfiff nicht locker lassen»

Revanche-Match: Vier Tage nach dem 3:2-Sieg im Cup in St. Gallen spielt der FCL morgen (16.00, SRF info) wieder in der AFG Arena.

Merken
Drucken
Teilen
Freuen sich auf der Tribüne: Sportchef Rolf Fringer (links) und Cheftrainer Markus Babbel. (Bild: Keystone / Gian Ehrenzeller)

Freuen sich auf der Tribüne: Sportchef Rolf Fringer (links) und Cheftrainer Markus Babbel. (Bild: Keystone / Gian Ehrenzeller)

Obwohl der FC Luzern erst am Mittwoch in St. Gallen gespielt hat, reist die Mannschaft am Sonntag wieder in die Ostschweizer Kapitale. Einerseits ist sie beflügelt von der guten Leistung im Cup-Achtelfinal, der mit 3:2 sogar zu knapp endete. Andererseits ist St. Gallen ein besonderer Auswärtsgegner. FCL-Trainer Markus Babbel sagt, was St. Gallen in seinen Augen speziell macht: «Ich finde das immer hochinteressante Spiele in einem tollen Stadion mit einer gewissen Atmosphäre.» Er erwartet wegen des grösseren Zuschaueraufmarsches als im Cupmatch eine hitzigere Stimmung.

Babbel: «Produkt harter Arbeit»

Natürlich hofft Babbel auf einen abermals guten Auftritt seines Teams und fordert wieder eine Topeinstellung. «Wir dürfen nicht meinen, dass wir den zweiten Sieg im Vorbeigehen holen. Denn unser Erfolg am Mittwoch war ein Produkt harter Arbeit. Wir müssen es wieder schaffen, Leistung abzuliefern.»

St. Galler effizienter als der FCL

Babbel versetzt sich in die Lage von St. Gallen-Coach Joe Zinnbauer. «Wenn du null Chance hattest, froh sein konntest, nicht höher verloren zu haben und der gleiche Gegner kommt wieder in dein Stadion, dann musst du deine Mannschaft zum Kämpfen animieren.» Als fussballerisch unterlegenes Team müsse man dem Gegner zumindest weh tun. Er erwartet also St. Galler, die ein anderes Gesicht zeigen und entsprechend engagierter auftreten.

Deshalb stellt der Bayer sein Team auf einen Kontrahenten ein, «der von Anfang an Gas gibt. Speziell mental müssen wir top draufsein. Es kommt ein echter Fight auf uns zu. Diesen Kampf müssen wir annehmen.»

Mindestens einen Vorteil hat Babbel beim Widersacher erkannt: «Die St. Galler brauchen nicht viele Chancen, um Tore zu schiessen. Wir dagegen benötigen die eine oder andere Möglichkeit mehr.» Deswegen fordert er, den Gegner immer wieder unter Druck setzen.

Die späten Gegentore

Der Ex-Bundesliga-Coach warnt vor der Schlussphase. «Es war kein Zufall, dass die St. Galler in der 92. Minute das 2:3 erzielten. Tore haben sie in dieser Saison schon öfter spät gemacht.» Für den FCL lautet die Devise nach zuletzt zwei in der Schlussphase vergebenen Heimsiege gegen Vaduz (1:1) und Lugano (2:2): «Bis zum Abpfiff nicht lockerlassen.» Für Babbel haben die St. Galler genügend Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Voraussetzung sei, dass sie ihre Qualität auf den Platz bringen. «Dass sie im Cup das nicht schafften, hat auch an uns gelegen, weil wir ein sehr gutes Spiel machten.» Der Gegner sei gar nicht dazu gekommen, sein Spiel aufzubauen, «weil wir ihn permanent unter Druck setzten».

Übrigens: Babbel hat früher als Liverpool-Profi sogar schon dreimal in einer Woche gegen den gleichen Gegner gespielt; im FA-Cup, Liga-Cup und in der Meisterschaft. An den Gegner erinnert er sich nicht mehr. Seine Gedanken kreisen ohnehin nur um den nächsten Wettkampf.

daniel wyrsch