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FUSSBALL: «Basel-Sieg hat den Aha-Effekt ausgelöst»

Der FC Luzern spielt am Pfingstmontag (16 Uhr, SRF 2) zu Hause gegen den FC Zürich um Platz 4. FCL-Trainer Markus Babbel erklärt, warum seine Spieler nun so erfolgreich sind.
Glaubt, dass einige seiner Spieler mental schon auf Reservebatterie umgeschaltet haben: FCL-Trainer Markus Babbel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Glaubt, dass einige seiner Spieler mental schon auf Reservebatterie umgeschaltet haben: FCL-Trainer Markus Babbel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

interview daniel wyrsch

Markus Babbel, mit einem Sieg über Zürich könnte der FCL dank der besseren Tordifferenz auf den zur Europa-League-Qualifikation berechtigenden Platz 4 vorstossen. Haben Sie dieses Ziel im Kopf?

Markus Babbel: Klar, das sollte unser Ansporn sein. Davon abgesehen wollen wir den eingeschlagenen Weg weitergehen: Woche für Woche unsere Leistung abrufen. Das hat sich bewährt. Es wird schwer genug, weil doch schon einige auf die Reservebatterie umgeschaltet haben. Trotzdem wollen wir versuchen, alles rauszuholen.

Sprechen Sie von mentaler Müdigkeit?

Babbel: Ja, körperlich bringen wir es hin, aber vom Kopf her sich alles abzuverlangen, obwohl man schon etwas müde ist, ist nicht so einfach. Darum muss ich sagen: Hut ab vor den Jungs, das haben sie bislang überragend hinbekommen.

Sie haben gesagt, Ihnen sei am Anfang aufgefallen, dass die Spieler nach einem Sieg feierten, als ob Sie die Champions League gewonnen hätten, nach einer Niederlage hatten Sie aber nicht den Eindruck, dass eine Welt zusammenbrechen würde. Wie haben Sie es geschafft, dass die FCL-Profis nun erfolgshungriger sind?

Babbel: Ich habe diese Genügsamkeit nie begriffen. Wenn ich dieses Gefühl des Siegens habe, versuche ich es doch wiederzuerlangen. Dafür muss man extrem viel investieren, denn man kriegt es nicht geschenkt. Ich glaube, der Knackpunkt war gegen GC, als wir dieses schwierige Heimspiel souverän gewannen. Plus anschliessend in Basel, wo keiner so richtig damit gerechnet hat und wir es auf einmal schafften, das, was wir uns vorgenommen hatten, umzusetzen agierend, aggressiv, bestimmend zu sein. Ich glaube, das hat den Aha-Effekt ausgelöst, dass wir mit einer geschlossenen Teamleistung auch einen solchen Gegner, der individuell einen Tick besser besetzt ist, bezwingen können. Das hat Lust auf mehr gemacht.

Gegen den FC Zürich sind Thierry Doubai und der formstarke Dario Lezcano gesperrt. Wollen Sie für Lezcano, der in den letzten Spielen offensiv wie defensiv viel leistete, im Sturm Ridge Mobulu, Cristian Ianu oder Adrian Winter einsetzen oder das Spielsystem ändern?

Babbel: Das ist die Frage, ob wir mit dem altbewährten System weiterspielen oder eine Änderung vornehmen. Ich muss gestehen, dass ich noch zu keiner Lösung gekommen bin, dazu brauche ich einen Tag. Ich schaue mir noch einmal den FC Zürich auf Video an und frage mich, was wir gegen diesen Gegner brauchen. Schliesslich werden wir wieder eine Mannschaft auf den Platz schicken, die gewillt ist, drei Punkte zu holen.

Kehrt Alain Wiss aus der zentralen Abwehr auf die Sechserposition im Mittelfeld zurück?

Babbel: Das ist gut möglich, so viele Alternativen haben wir nicht. Gerade gegen Zürich braucht es einen Strategen vor der Abwehr, das ist Alain Wiss. Beim FCZ ist mit Chikhaoui einer da, der immer wieder für Kreativität sorgt. Da brauchen wir eine hohe Aufmerksamkeit, was den Defensivverbund betrifft. Das Dreieck zwischen dem Sechser und den Innenverteidigern muss funktionieren. Wenn wir das hinbekommen, dann haben wir eine gute Möglichkeit. Falls nicht, könnten wir grosse Probleme bekommen.

Gibt in der Innenverteidigung Fidan Aliti oder erstmals nach seinem Jochbeinbruch Sally Sarr das Comeback?

Babbel: Sally Sarr ist wieder 100-prozentig fit, am Freitag hat er erstmals ohne Maske trainiert. Er hat gutes Heilfleisch, erholt sich nach Verletzungen schnell. Das Schöne ist, dass Sally, Fidan Aliti, alle im Kader voll mitziehen, so habe ich Varianten. Wenn ich in der Vorrunde ausgewechselt hatte, wurden wir schlechter. Mittlerweile kommt mit neuen Spielern Power ins Spiel. Es beeindruckt mich, wie die Jungs hinter den ersten elf sich stets in den Dienst des Teams stellen.

Grosse Fortschritte hat Innenverteidiger François Affolter bei den Siegen über die spielstarken Basel und YB gemacht. Dabei hat er das einfache Spiel gesucht, war sich nicht zu schade, den Ball auch mal über die Seitenlinie zu spielen. Haben Sie mit ihm darüber gesprochen?

Babbel: Ich habe das Glück, dass ich relativ gut mitreden kann, weil ich selber Innenverteidiger war. Manchmal meint man es einfach zu gut, man will die Sache spielerisch lösen. Man muss erkennen, ob es geht und wann man den Ball einfach mal ins Seitenaus raushaut, damit man sich hinten wieder aufstellen kann. François bringt unglaublich viel mit, er ist ein starker Athlet und hat eine hervorragende Technik. Jetzt geht es darum, die leichten Fehler abzustellen. Er ist ein wichtiger Bestandteil unserer Abwehr.

Berücksichtigen Sie in der Spielvorbereitung, dass FCZ-Trainer Urs Meier in Zürich in Frage gestellt wird?

Babbel: Das ist für mich völlig zweitrangig. Jeder weiss, wie es laufen kann. Er hat mit Zürich schon tolle Erfolge gefeiert, da war er der Grösste. Plötzlich ist es anders, weil die Ergebnisse nicht stimmen. Aber das ändert an meiner Meinung nichts, dass er ein hervorragender Trainer ist. Wichtig ist, auf uns zu schauen, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen.

Über erste Veränderungen im Kader informiert der FCL nach Saisonschluss. Von Jakob Jantscher, den YB will und wohl auch Basel und Köln wollen, verlangen Sie bald einen Entscheid.

Babbel: Es ist für uns, aber auch für ihn wichtig, dass er sich möglichst früh nach der Saison entscheidet. Er kann nicht bis zum Ende der Transferperiode am 31. August warten dann hätte ich nur bei einem Wechsel zu Real Madrid Verständnis.

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